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Kurz notiert #39

20. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 262 mal gelesen

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Genau - "Genau"Genau – "Genau"
(Eigenproduktion, 2017)

Leicht macht es einem das Duo, bestehend aus Christopher Belkofer und Erik Gosnell aus Milwaukee, Wisconsin, U.S.A., absolut nicht. Im Februar 2016 bringen sie eine selbstbetitelte EP heraus, ziemlich genau ein Jahr später ein selbstbetiteltes Album. Schonmal versucht den Begriff "Genau" zu googeln? Genau… Man kommt überall hin, aber garantiert nicht auf die Website der Band, die sich soundmäßig in den Goth-Welten der 198er Jahre aufhält. Simpel aber stimmig gestrickt, mit etwas düsterem Ambiente belegt und mit einer Produktion ausgestattet, die kaum noch in die heutige Zeit passt, gelingt es der Band, längst vergangene Zeiten wieder aufleben zu lassen.


Right-Teen - "Fantastic 6am"Right-Teen – "Fantastic 6am"
(Eigenproduktion, 2016)

Es muss nicht schlecht klingen, wenn sich Lo-Fi-Sounds und Shoegaze vermischen. Unterm Strich zählt, wie eigentlich immer, die Qualität der einzelnen Songs und nicht, wie High-Tech Musik produziert bzw. wie aufwendig sie gestaltet ist. Nathan Wall hätte diesen Aspekt mit seinem Baby RIGHT-TEEN beachten sollen, besonders den Teil mit den nötigen guten Songs. Den Lo-Fi-Sound hat er auf seinem Album ganz gut umgesetzt, nur leider wollen die Stücke an sich nicht so richtig den geschmeidigen Weg ins Ohr finden. Manches wirkt unangenehm schräg, anderes wieder unausgegoren und unrund. "Fantastic 6am" ist ein Argument dafür, dass es manchmal hilfreich sein kann, eben nicht alles alleine zu machen, sondern sich eine zweite Meinung einzuholen. Wem das alles egal ist und wer meint, dass es nur um Individualität geht, egal, ob die Musik gut ist oder nicht, der kann sich das hier natürlich gerne geben.

4/10


Diarrhea Planet - "Turn To Gold"Diarrhea Planet – "Turn To Gold"
(Infinity Cat Recordings, 2016)

Punk, Alternative und Indie vereint. Das macht DIARRHEA PLANET aus Nashville, Tennessee aus und erstmals kann man ihre Musik auch richtig ernst nehmen. Die Texte bleiben dabei allerdings ein kleines oder großes Augenzwinkern. Flotte, meist fröhlich gestimmte Melodien und treibende Rhythmen bestimmen den Grundton. Neben all den düster-emotional aufgeladenen Bands der heutigen Zeit, ist es angenehm, auch mal Gute-Laune-Musik zu hören, die eben nicht belanglos ist und rein musikalisch auch etwas zu bieten hat. Es ist eine wahre Freude, wenn die Jungs  in "Hot Topic" den Hörer mit ihren Instrumenten so richtig deftig versemmeln, nur, um dann im nächsten Part wieder schön schwermütig zurückgenommen zu klingen. Gelungenes Album!

7/10


Bridges And Powerlines - "National Fantasy"Bridges And Powerlines – "National Fantasy"
(Devise Records, 2016)

Ein wenig Pop, etwas Indie und den Ansatz eines Hauchs Rock; mehr brauchen die aus Brooklyn, New York, stammeden Musiker nicht, um ihre Vision von gutem Sound vorzustellen. Teilweise im Fahrwasser von THE NATIONAL, allerdings mit stimmlich deutlich anders gelagertem Gesang, kann das Album einerseits mit angenehm ruhiger und entspannter Atmosphäre punkten, andererseits gelingt es manchmal nicht, nachhaltige Begeisterung hervorrufen, da einige Stücke etwas zu sehr nach Standard tönen. Ausnahmen, wie z.B. "Even Killers Need A Home", besitzen dann wiederum eine interessante Eigendynamik und treffen ins Ziel. Und immer schielen wie erwähnt THE NATIONAL mit einem Auge um die Ecke, wenn da eben der Gesang nicht wäre…


Palace - "So Long Forever"Palace – "So Long Forever"
(Fiction Records, 2016)

Musik aus London, die auch genauso klingt. Rockbands aus London, in diesem Falle aus Tottenham, transportieren oft eine ganz eigene, emotionale Schwere. Nun zu behaupten, die Briten wären Melancholisch, wäre natürlich völlig verzogen und zudem ein unbestätigtes und unbegründetes Vorurteil. PALACE klingen auch nicht gänzlich blaugefärbt, aber sie besitzen diese Tiefe in ihrer Musik, dieses gefühlvolle Etwas, das irgendwie nur Londoner Bands bringen. Keine Ahnung, ob hier grad viel zu subjektiv gewertet wird, deshalb einigen wir uns besser auf den Fakt, dass "So Long Forever" einfach schöner Indie Rock ist. Entspannt, leicht melancholisch und mit vielen kleinen Melodien bereichert. Selbst, wenn man nach dem ersten Durchlauf den Eindruck erhält, es mit relativ normaler, unspektakulärer Musik zu tun zu haben, empfiehlt es sich, die Scheibe nochmal und nochmal aufzulegen. Sie wird sich erschließen.

7/10


Carl Broemel - "4th Of July"Carl Broemel – "4th Of July"
(Stocks In Asia, 2016)

Die Musik des aus Indianapolis stammenden U.S.-Amerikaners ist in der Mitte zwischen den Stilen Indie Pop und -Rock, Singer-songwriter sowie einer kleinen Prise Folk angesiedelt. Er schiebt dabei immer wieder melancholische Untertöne ein, gibt im Grunde jedoch ein positives und vor allem stress- und hektikfreies Gesamtbild wieder. Musikalisch meist seicht und sogar ein wenig zurückhaltend agierend, beseelt CARL BROEMEL seine Songs mit weichem, einfühlsamen Gesang, der manchmal sogar an eine Bar-Atmosphäre erinnert. Gemütlich in der Lounge rumsitzen, den entspannten Tönen seines "4th Of July" lauschen und feststellen, dass das Leben doch so schön sein kann. Besonders, wenn solch harmonisch ausgelotete Musik einen angenehmen  Lebensmoment passend unterstreicht.

7/10


Hinds - "Leave Me Alone"Hinds – "Leave Me Alone"
(Lucky Number, 2016)

Vier Mädels aus Madrid, ehemals unter dem Namen DEERS unterwegs, verschreiben sich der gradlinigen Rockmusik. Dabei wird geschrammelt und in möglichst einfacher Manier musiziert. Der Sound des Albums klingt wie eine etwas bessere Proberaumaufnahme und auch der oft mehrstimmige Gesang wirkt, wie durch ein billiges Mikro aufgenommen. Klingt spannend? Naja…  mal abgesehen vom authentischen Charme und einer dazugehörigen ist-mir-egal-Stimmung hat die Scheibe nicht sonderlich viel zu bieten. Es bleibt wenig bis nichts hängen und die vorhandenen Feinheiten bzw. Qualitäten, sollte es sie denn geben, sind im Grunde nach dem ersten Durchlauf erschlossen. Klar, wer's einfach mag wird auch an diesem Release seinen Gefallen finden, hier an dieser Stelle fällt "Leave Me Alone" allerdings sang- und klanglos durch.

3/10


Hot Panda - "Bad Pop"Hot Panda – "Bad Pop"
(Eigenproduktion, 2016)

Angewildeter Indie Rock aus Kanada weht uns um die Ohren. Nach einem chinesischen Restaurant benannt, haben sich die Musiker auf ihrem vierten Album der musikalischen Non-Konformität verschrieben. Sie bauen Ecken und Kanten in ihre Songs ein, nutzen Melodien, die nicht unbedingt ins typische Raster der Marke "hitverdächtig" passen und überhaupt scheinen sie sich weitestgehend zu weigern, in eine konkrete Schublade gesteckt zu werden. Auch, wenn man sich bei manchen Songs fragt, wann denn nun der Aha-Effekt eintritt, ist das Album insgesamt gut gelungen. Dafür, dass die Band bereits ein paar Veröffentlichungen in der Hinterhand hat, hätte eventuell mehr drin sein können, aber das ist, wie immer, eine rein subjektive Meckerei.

6/10


Flyying Colours - "Mindfullness"Flyying Colours – "Mindfullness"
(Island Records, 2016)

Leicht beschwingter Shoegaze mit Indie-Schlagseite und einem Hauch Psychedelic tönt uns da aus dem australischen Melbourne entgegen. Nach ein paar EPs und Singles muss man das erste Album der Truppe mit dem ungewöhnlichen Doppel-Y im Namen als rundum gelungen bezeichnen. Die vernebelte Stimmung wird über das gesamte Album konstant gehalten und dennoch schimmern immer wieder angenehm wärmende Sonnenstrahlen durch. Der weiche Gesang, wechselnd oder gemeinsam männlich und weiblich, ergänzt die verträumten Sounds optimal und schließt das äußerst stimmige Gesamtbild ab. Eine schöne Platte zum Zurücklehnen und Genießen. Für verschlafene Momente ebenso geeignet, wie für aufkeimende gute Laune.

8/10


Total Slacker - "Parallels"Total Slacker – "Parallels"
(ONErpm, Verge Records, 2016)

Leicht wolkenverhangenen Alternative Rock spielt diese Truppe aus Brooklyn. Mit Echo und Hall in den Gitarren verabreichen sie die Medizin zum Träumen, ohne jedoch völlig abzudriften. Das bedeutet, dass ihr Sound nicht gänzlich in Shoegaze getränkt ist, sondern lediglich Parallelen aufweist. Der Gesang ist Indie-like und fast schon College-mäßig locker-luftig. Die Beats sind entspannt, aufgeschlossen und bringen ein wenig Schwung in die Bude. Die Gitarren sind es letztendlich, die hier gut gelaunte, sommerlich gestimmte Träumereien entfachen und für die entscheidende Atmosphäre des Albums sorgen. Was im ersten und vielleicht auch im zweiten Moment beliebig klingen mag, entwickelt sich mit zunehmenden Durchläufen zu einem angenehmen, schönen Album, das Wirkungsfähigkeiten besitzt.

7/10


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