• MatthiasNach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu...
  • MEMeine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem...
  • GhostiDas Album geht vom ersten Hör an dermaßen geil rein, daß man befürchtet, daß es sich ebenso schnell wieder...

Kurz notiert #38 – Extrem hörbar

14. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 74 mal gelesen

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Boris The Blade - "Warpath"Boris The Blade – "Warpath"
(Siege Music, 2017)

Zugegeben, die individuelle Spannbreite unter nahezu sämtlichen Deathcore-Bands ist nicht sehr groß. Auch BORIS THE BLADE bedienen das Genre fast schon nach Lehrbuch. Fett groovende Parts mit brutalen Stops, Breakdowns, viel Midtempo, eintöniger Brüllgesang. Zwischendurch wird mal eine kurzer Blastbeat rausgehauen und ein paar kleine Melodien zur Auflockerung gezockt. Hier und da  werden sogar elektronische Spielereien verwendet, wie synthetische Beats, die das Ganze wohl modern und aufgeschlossen klingen lassen sollen. Ausführungen darüber, ob Bands wie DESPISED ICON nicht schon alles in dem Subgenre gesagt haben, werden an dieser Stelle eingespart. Halten wir dennoch fest, dass "Warpath" für ein Deathcore-Album einigermaßen gelungen ist, allerdings auch ohne nennenswerte Höhepunkte auskommt.


Harvest Misery - "Harvest Misery"Harvest Misery – "Harvest Misery"
(EIgenproduktion, 2016)

In ziemlich fettem Klanggewand ballern uns die Südafrikaner Duncan Bentley, Nathan Vr und Byron Dunwoody als HARVEST MISERY fette Salven Todesstahl um die Ohren. Die Produktion ist modern, vollmundig und walzt alles nieder, die Riffs sägen schwer durchs Geäst. Der Gesang ist teilweise aus tiefsten Tiefen hervorgeholt, dabei aber abwechslungsreich. Mal Geschrei, mal Gebrumme. Dass das Schlagzeug programmiert ist, stört erstaunlicherweise nicht das Gesamtbild. Manchmal wirkt künstliches Drumming etwas fremdartig und kaum in den Gesamtsound integriert, hier aber passt es tatsächlich gut und man hat nicht unbedingt den Eindruck, es mit künstlichem Schlagwerk zu tun zu haben. In Kombination mit etlichen Deathcore-Elementen haben die Jungs hier eine Scheibe an den Start gebracht, die sich hören lassen kann.


Gatecreeper - "Sonoran Depravation"Gatecreeper – "Sonoran Depravation"
(Relapse Records, 2016)

Würde man es aufgrund der amerikanischen Herkunft nicht besser wissen, könnte man GATECREEPER problemlos in die skandinavische Ecke stecken, denn ihr Sound ist hörbar vom schwedischen Death Metal beeinflusst. Aber auch Annäherungen an den Sound von ASPHYX sind herauszufiltern, was insgesamt ein schweres Gebräu bedeutet. Der Gesang bietet tiefe Growls, das Riffing ist einfach und packend gehalten, das Drumming auf saftige Down- und Midtempo-Beats sowie wohl platzierte Ausbrüche getrimmt. "Sonoran Depravation" ist also eine gute Keule geworden, die Highspeed-Fanatiker zwar kalt lassen dürfte, Fans von richtig schwerem Death Metal allerdings ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern wird.


Vile - "The New Age Of Chaos"Vile – "The New Age Of Chaos"
(Listenable Records, 2005)

Straight into your face. Einfach zwischen die Augen. Saftiges Blastbeat-Gebretter wechselt sich mit erholsamen Zwischenspielchen ab. Die Grunzstimme, welche sich ohne Rücksicht auf atmosphärische Spannungen durch die neun Tracks röchelt, weiß die Musik stimmig und genreüblich zu untermalen. Der Sound ist perfekt produziert. VILE erschaffen nichts weltbewegend neues, aber sie schreiben gute Songs, haben ein Gefühl für präzises Riffing und feinmelodische Gitarrenläufe. Wenn der Song knallen muss, dann knallt er und wenn man meint, wieder durchatmen zu wollen, dann kann man das auch. Gutes Album, um die eingeschlafene Nackenmuskulatur wieder in Todeswallungen zu bringen.

7/10


Beheaded - "Beast Incarnate"Beheaded – "Beast Incarnate"
(Unique Leader Records, 2017)

Amtlich zwischen die Augen geben diese Jungs aus Malta. Immer feste druff lautet die Devise ihres fünten Studioalbums "Beast Incarnate" und tatsächlich klingt die Scheibe, wie die Inkarnation des Biestes. Rasend schnell, kaum Verschnaufspausen, zischende, pfeilschnelle Gitarrenläufe und -Riffs, abartiges Gebrülle, das direkt aus des Deibels Folterkammer stammen könnte sowie eine ziemlich satte Produktion, die das ungnädige Gehämmer der Instrumentafraktion vorzüglich in Szene setzt. Blastbeats und Uptempoparts gibt es zur Genüge. Wer also mal wieder kräftig was hinter die Löffel braucht, dem seien BEHEADED wärmestens empfohlen. Sie werden es dir besorgen… aber so richtig!


Vanhelgd - "Relics Of Sulphur Salvation"Vanhelgd – "Relics Of Sulphur Salvation"
(Pulverised Records, 2014)

Skandinavischer Death Metal hat eine mittlerweile schon recht lange Tradition und es gibt tatsächlich immer noch Bands, die auf diesen Zug aufspringen wollen und sich einreihen. Dabei ist skandinavischer beziehungswese in diesem Falle schwedischer Death Metal in seinen Möglichkeiten der Ausführung recht überschaubar. Zumindest dann, wenn man diesen Stil absolut traditionell spielen möchte. VANHELGD treten in genau diese Old-School-Pfütze inklusive einer Skogsberg-artigen Produktion (oder Sunlight, wie man es will) und schielen zwischen Bands wie GRAVE und alten ENTOMBED um die Ecke. Gut gelungen ist es ihnen dabei allemal, auch wenn das Resultat wenig eigenständige Elemente aufweist.


Analepsy - "Atrocities From Beyond"Analepsy – "Atrocities From Beyond"
(Rising Nemesis Records, 2017)

Diese Portugiesen kennen auf ihrem Albumdebüt kein Erbarmen. Ihr Brutal Death Metal bedient sämtliche Klischess des Genres. So gibt es High-Speed-Gedonner ebenso, wie schwere Slam-Parts. Der Gesang ist durchweg mit Verdauungsgeräuschen gleichzusetzen, passt dadurch aber natürlich wunderbar ins Gesamtbild. Irgendwie hat die Truppe was, obwohl sie nicht so viel anders tönt, wie andere Mitstreiter innerhalb der Szene. Dass Brutal Death Metal musikalisch recht beschränkt ist, ist kein Geheimnis, es aber im Rahmen dieser engen Grenzen zu schaffen, Aufsehen zu erregen, sollte zumindest mit einer kleinen wohlwollenden Anerkennung belohnt werden. Hiermit geschehen!


Gutted - "Martyr Creation"Gutted – "Martyr Creation"
(Xtreem Music, 2016)

Einmal volle Wirbelwind-Power gefällig? Aber ja doch! GUTTED aus Székesfehérvár in Ungarn besorgen dir eine absolut glatte Rasur, versprochen! Highspeed-Blast-Attacken inklusive  ungezähmten Wirbel-Riffs sowie einem ruhelosen Growl-Experten am Mikro sorgen für einen durchweg aufreibenden Hörgenuss. Selbst, wenn man den Songs wenig Abwechslung bescheinigen muss, trotz eines nicht zu verachtenden technischen Anspruchs übrigens, besitzt das Album eine enorme Anziehungskraft. GUTTED überzeugen einfach in dem, was sie tun, denn sie machen ihre Arbeit verdammt gut. Manche werden "Martyr Creation" als eintöniges Geklöppel verschreien, andere wiederum werden völlig außer Atem nach mehr verlangen. Und das zu Recht, denn GUTTED regeln!


Abola - "Prophet Of Genocide"Abola – "Prophet Of Genocide" EP
(Eigenproduktion, 2017)

Da kommen mal eben vier Australier über die untere Kante der Erde, um ihren Senf zum Brutal-Death-Genre hinzuzugeben. Und das gar nicht mal so schlecht, denn ihre Debüt-EP kann Genre-Freaks durchaus begeistern. Natürlich darf man auch im Falle von ABOLA keine großartigen Innovationen erwarten (wir erinnern uns: Brutal Death Metal ist in seiner Machart limitiert), aber das, was sie da fabrizieren, hat Hand und Fuß. Slamming Parts wechseln sich mit einigen Midtempoparts und sehr wenigen Blastbeats ab. Der Gesang kommt zwar tief aus der Magengrube, klingt aber nicht gänzlich nach verstopftem Abfluss. Immer wieder gibt es kleine Auflockerungen durch hohe Schreie und minimalen Stimmveränderungen. Sogar kleine Melodiebögen schleichen sich in die Riffs ein, was zwar insgesamt eher wenig ins Gewicht fällt, aber dennoch auffällt. Im Ganzen fehlt es noch ein wenig an Spannung, aber das kann noch werden.


Iconic Vivisect - "Monument Of Depravity"Iconic Vivisect – "Monument Of Depravity"
(Inherited Suffering Records, 2014)

Ordentlich abgegurgelt wird auf dem Debüt der australischen Brutal-Deather ICONIC VIVISECT. Gurgelgrunzgeräusche aus dem Verdauungstrakt, tiefes Riff-Gehacke und stumpfes, aber nicht langweiliges Schlagzeug-Gekloppe sind die Devise des Fünfers. Ursprünglich wurde das Album im Juni 2014 von der Band in Eigenregie veröffentlicht, bis sich ein halbes Jahr später ein Label dem Gemetzel noch einmal offiziell gewidmet und gleich noch drei remasterte Bonus-Stücke (vom 2010er Demo) draufgepackt hat. Der perfekte Soundtrack für Leute, die morgens nach dem Aufstehen gern mit dem Sud des Wassers gurgeln, in dem Opa sein Gebiss über Nacht eingelegt hat. Bäh…


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