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Kurz notiert #37

10. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 300 mal gelesen

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Fufanu - "Sports"Fufanu – "Sports"
Indie Rock, New Wave, Post-Punk (One Little Indian, 2017)

Das ehemalige Techno-Duo CAPTAIN FUFANU hat sich modifiziert. Nun als Band praktizierend, den Namen etwas verkürzt sowie mit leichter Korrektur der stilistischen Ausrichtung. Die Isländer verschreiben sich einem Sound, der an späte JOY DIVISION und frühe NEW ORDER in Kombi mit den Klangexperimenten von KRAFTWERK erinnert. Der Klang der '80er ist offensichtlich wieder schwer im Trend, denn nicht wenige Künstler haben die alten Vibes erneut aufgegriffen; im Rock sowie in der elektronischen Musik. New Wave ist wieder in, besonders aber die Bezeichnung Post-Punk für alles, was man nicht einwandfrei in die Indie-Ecke stecken kann. FUFANU rangeln dabei mit um die Spitzenplätze.


Ash And Coal - "Legacy"Ash And Coal – "Legacy"
Post-Punk, Gothic Metal (ViciSolum Productions, 2017)

Man nehme das Ungestüme des Post-Punk und vermische es mit einer eher Metal-lastigen Produktion, die dem Stoff die Fülle gibt. Hinzu kommt punk-rotziger Gesang, der eine gewisse Düsternis versprüht, die man aus der Gothic-Ecke zu kennen meint. Diesen Eindruck bestätigen zudem viele Gitarrenparts, die an den Goth-Sound der 1980er Jahre erinnern. Mit etwas Fantasie könnte man die Namen PARADISE LOST, FIELDS OF THE NEPHILIM und SISTERS OF MERCY in einen Topf werfen und dann kräftig umrühren, bis sich alles zusammenfügt. Gelungen ist "Legacy" allemal, wenngleich die Scheibe ein paar Anläufe braucht, bis sie zündet.

7/10


The Paperhead - "Chew"The Paperhead – "Chew"
Psychedelic Rock, Folk (Trouble In Mind, 2017)

Würde man THE BEATLES mit Schrabbel-Folk, einem starken Hauch an Pop-Melodien sowie etwas WEEN kreuzen, kämen am Ende möglicherweise THE PAPERHEAD heraus. Natürlich versprüht das Ganze entsprechend der erfundenen Referenzen einen fast schon vergessenen Charme der Vergangenheit. Retro, Vintage oder wie auch immer man es nennen will, nur trendy ist es beim besten Willen nicht; gut so! Irgendwo zwischen den Zeilen spielt auch das Thema Psychedelic eine Rolle, in Form von Hippie-Musik, Gras-Pop, Kiffer-Mucke. Verstrahlt ist der Stoff allemal und jeder, der das nicht hört, nicht hören will oder sogar bestreitet, sollte nochmal eine Nachholstunde in puncto Hanf-Mucke der '60er und '70er Jahre nehmen. Lass die Sonne rein, Junge!


The Early November - "Imbue"The Early November – "Imbue"
Alternative Rock, Indie Rock, Emo (Rise Records, 2015)

Zwischen Emo, Alternative und Indie wandeln die alten Hasen aus Hammonton, New Jersey, auf ihrem vierten Album umher. 1999 gegründet, zwischenzeitlich aufgelöst und seit 2011 wieder aktiv, hat sich der Sound der Truppe hörbar entwickelt. Manchmal ist eine (kleine) Pause also durchaus ganz gut, um eine Band bzw. deren Musik voranzubringen. "Imbue" als das reifste Album zu bezeichnen, ist keine Kunst, denn welcher aktuelle Erguss einer Band ist nicht ihr (nach eigener Aussage) bestes Werk? Der Gesang streift oft den typischen Emo-Effekt aus hervorstechenden Trällermelodien, ist dabei aber selten schnullihaft und nur vereinzelt als 'Jugendmusik' zu bewerten. Insgesamt ist es der Band gelungen, eine gute Alternative-Scheibe einzuspielen, die an den richtigen Stellen auch mit einer feinen Prise Power ausgestattet ist.

7/10


Elephant Stone - "Ship Of Fools"Elephant Stone – "Ship Of Fools"
Indie Pop, Indie Rock (Factor, Burger Records, 2016)

Das Three-Piece ELEPHANT STONE aus Montreal, angeführt vom indisch stämmigen Rishi Dhir, der neben dem Gesang noch für die Gitarre, den Bass, Keyboards und die Sitar verantwortlich ist, verschreibt sich leicht psychedelischen Pop-Rock-Sounds, die klingen, als wenn die 1960er Jahre erfolgreich in die Moderne von heute übertragen wurden. Es gibt dabei leicht verträumte Passagen, ebenso, wie entspannte Refrains mit dezenten Indien-Klängen, eingebettet in griffige Melodien und Parts, die schnell hängen bleiben. Es gibt keine Brüche auf dem Album, was ein durchgängig stimmiges Hörerlebnis begünstigt. Die Drei zeigen jedenfalls, dass es auch mit einfachen Mitteln möglich ist, Musik zu kreieren, die man durchaus in einer Sonntags-Sendung im Radio hören könnte und die trotzdem kein flachgeistiges Zeugs ist. Sehr, sehr Gelungen!


Uniform Motion - "5"Uniform Motion – "5"
Indie Rock (Eigenproduktion, 2016)

Reduzierten, melancholischen Indie Rock bieten UNIFORM MOTION aus Frankreich. Angenehm auf die passende Wirkung abgestimmt dominieren dezente Gitarren, leichte Beats und meist weicher Gesang, der sich nie in den Vordergrund drängelt. Dabei gibt die Reduziertheit eine schönes, dynamisches Bild ab, das eine vorbeiziehende Landschaft zeichnet, die man beispielsweise aus dem Fenster eines fahrenden Zuges betrachtet. Den Kopf an die Scheibe gelehnt, den Klängen und Worten lauschend, lässt man sich treiben von einem Gefühl, das einerseits innig und wohlig ist, andererseits auch Raum für angenehmen Schwermut bietet. Lass es fließen…

6/10


King Dude - "Sex"King Dude – "Sex"
Dark Rock, Folk, Singer-songwriter (Ván, 2016)

KING DUDE hat mit seinem plakativ betitelten Album ein feines Werk abgeliefert. Der Master des Dark Folk Rock wildert im Rock'N'Roll, in Singer-songwriter-Gefilden, im (Post-)Punk und in sämtlichen alternativen Ecken. Er macht dabei eine gute Figur und seine Stücke besitzen viel Atmosphäre und Eigenständigkeit. Man muss die Scheiblette vielleicht mehrmals hören, um in den düsteren Ecken das spezielle Funkeln zu entdecken, aber genau so etwas macht ein gutes Album ja aus. Zwischen räudig punkigem und martialischem Dark-Wave-Gesang wechselnd, besticht natürlich vor allem die Stimme des Dudes. Cooles Ding.

7/10


Angela Martyr - "The November Harvest"Angela Martyr – "The November Harvest"
Shoegaze, Doom Metal, Post-Metal (Avantgarde Music, 2016)

Metalgaze wird es jetzt genannt, wenn sich Industrial-Rock- bzw. -Metal-Elemente mit langsamen Shoegaze vereinen. ANGELA MARTYR klingen wie eine Mischung aus JESU, Doom Metal und schwerem Post-Metal der Marke DIRGE. Die Stimmung auf "The November Harvest" ist sehr gelungen, selbst, wenn man durchaus merkt, dass Morgan Bellini, der einst unter dem Namen VANESSA VAN BASTEN unterwegs war und es nun unter neuem Banner probiert, gar nicht erst versucht, Hilfsmittel wie einen Drumcompouter zu verschleiern. Manchmal wirkt dieser ein wenig fremdartig, andererseits bewirkt jener Aspekt genau die leicht postapokalyptische Atmosphäre, die das Album herausstechen lässt. Das Mastering wurde übrigens von James Plotkin erledigt, der bekanntlich eine der besten Händchen für derartige Sounds besitzt. Gewöhnungsbedürftiger, aber irgendwie auch interessanter Stoff.


Culture Abuse - "Peach"Culture Abuse – "Peach"
Indie Rock, Punk Rock (6131 Records, 2016)

Zackiger Indie Rock mit ordentlich Rotz bestimmt den Sound von CULTURE ABUSE. Dabei kratzen sie mit ihrem Härtegrad oft an der Grenze zum Alternative, Grunge und sogar zum Punk. Die Melodien sind verwaschen, aber prägnant. Der Gesang ist leicht verzerrt und rotzig. Produktionstechnisch ist die Scheibe klar auf Indie getrimmt, was den Eindruck erweckt, dass hier ein stilistischer Hybrid geschaffen wurde. Alles in Allem ein sehr beflügelndes Album, das zum Stimmungsaufbau oder zum Abzappeln gleichermaßen gut geeignet ist. Erfrischend spritzig und auch irgendwie geil anti.


The Fresh & Onlys - "House Of Spirits"The Fresh & Onlys – "House Of Spirits"
Psychedelic Rock, Indie Rock (Mexican Summer, 2014)

Dieser Band aus San Francisco gelingt es, dasss man während des Hörens ihres Albums eine kleine Zeitreise mitmacht. Als Konsument wird man, sobald man in der Lage ist, sich den Retro-Klängen von "House Of Spirits" zu öffnen, in die 1970er Jahre zurück katapultiert. Vielleicht sogar noch 10 Jahre früher, denn THE FRESH & ONLYS klingen nicht selten wie ein Relikt aus besagten Zeiten. Psychedelisch verwaschene Gitarren treffen auf langsamen, dezent verhallten Gesang und eine entspannte Rhythmussektion, die sich mit wenig Variationen zufrieden gibt, aber genau dadurch eine fast schon hypnotische Anziehungskraft ausübt. Dabei ist es nichtmal eintönig, aber man bemerkt die Veränderungen meistens dann, wenn man zwischenzeitlich kurz aus der Retro-Trance erwacht. Ein Album, das ohne herausragende Songs auskommt, dafür aber mit einer umfassenden Anziehungskraft strahlt.

7/10


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