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Kurz notiert #36

6. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 203 mal gelesen

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Cloud Nothings - "Life Without Sound"Cloud Nothings – "Life Without Sound"
(Wichita Recordings Ltd., 2017)

Fetzigen Indie Rock schmettert die Truppe aus Cleveland in die Runde und weiß dabei zu gefallen. Beginnt die Platte zunächst etwas üblich und fast schon gewöhnlich, entpuppt sie sich nach und nach und zeigt somit erst mit zunehmender Spieldauer ihre Stärken. Abwechslungsreich konzipiert bedienen CLOUD NOTHINGS sämtliche Facetten des Indie Rocks und behalten dabei stets den roten Faden im Visier. Der energische, stellenweise fast schon rausgerotzte Gesang bringt dabei zusätzlichen Schwung ins Spiel. Am Ende des Albums wagt sich die Band mit "Realize My Fate" sogar in experimentelle Gefilde und entwirft eine Art Indie-Noise. Ein sehr stimmiges Album, das mit zunehmenden Durchläufen seine Feinheiten preisgibt.


The Black Keys - "Attack & Release"The Black Keys – "Attack & Release"
(V2, Cooperative Musik, 2008)

Das Blues-Rock-Duo Dan Auerbach und Patrick Carney hat vieles in seiner Karriere richtig gemacht. Auch "Attack & Release" zählt zu den guten Dingen, welche die beiden zustande gebracht haben. Auch, wenn nicht jedes Stück auf dem Album gleichermaßen direkt ins Ziel schießt, ist die Scheibe im Ganzen gesehen ein absolut sicherer Griff in die Kiste guter Musik. Mit einigen coolen Blues-Riffs und ihrem typischen, charismatischen, aber nie aufdringlichen Gesang, wird scharf gepunktet und macht deutlich, dass es durchaus nur zwei Typen mit Instrumenten benötigt, um eine Scheibe 'groovy cool' klingen zu lassen. Nur THE BLACK KEYS können das so gut.


The Altered Hours - "In Heat Not Sorry"The Altered Hours – "In Heat Not Sorry"
(Art For Blind, Penske Recordings, 2016)

Diese Iren aus Cork City haben sich einer leicht psychedelischen Variante des Shoegaze Rock verschrieben. Mit teils weiblichem, teils männlichem Gesang werden die atmosphärischen Kompositionen unterstrichen. Die weichen Stimmen sorgen dabei für einen verträumten Ausdruck der Musik. Die Instrumentierung ist mit Schlagzeug, Gitarren und Bass natürlich gehalten. Elektronische Elemente gibt es, wenn überhaupt, nur im Hintergrund. Die Lieder sind dabei insgesamt recht ruhig und zurückhaltend und verfehlen ihre stilistische Wirkung nicht. Es ist immer schwierig, im Shoegaze von Catchyness zu sprechen, da normalerweise nur das Gelingen der Atmosphäre zählt, aber hier hätte den Stücken ein wenig mehr Ausdruck gut getan. Nette Platte, ohne nennenswerte Höhepunkte.

5/10


Golden Animals - "Hear Eye Go"Golden Animals – "Hear Eye Go"
(The Reverberation Appreciation Society, 2013)

GOLDEN ANIMALS wurden 2006 In Brooklyn, New York, ins Leben gerunfen. Im Laufe der Jahre hat es Gründer Tommy Eisner jedoch nach L.A. gezogen und die Band wuchs vom Duo auf eine komplette Besetzung an. Eisner scheint dabei von Anfang an eine konkrete Version davon gehabt zu haben, wie die Musik klingen soll, denn "Hear Eye Go" bringt ziemlich genau auf den Punkt, wie man Psychedelic Rock mit 1960's-Vibes in die heutige Zeit transferiert. Die Musik sowie der Gesang besitzen eine leicht melancholische Weite, die zwischen Nostalgie und verträumter Wehmut angesiedelt ist. Auf einer Tour mit den Genre-Kollegen CRYSTAL STILTS wären sie übrigens bestens aufgehoben.

8/10


Death Valley Rally - "Northern Lights"Death Valley Rally – "Northern Lights"
(Custom Made Music, 2016)

Locker flockigen, leicht blümeranten Rock zelebriert die Band aus Norfork, Arkansas. Der Gesang ist stets leicht zurückhaltend und entspannt, fast schon gehaucht. Die Musik ist eine Mischung aus Shoegaze mit einer Prise Post-Rock, allerdings ohne die genretypischen, weitschweifenden Arrangements. Trotz der losgelösten Atmosphäre ist "Northern Lights" keineswegs schwermütig. Man könnte die Begrifflichkeit "angenehm verträumt" verwenden, denn irgendwie strahlt die Musik ein positives Lebensgefühl aus, so als wollten die Musiker sagen: Hey, Leute, seht alles nicht so eng, lehnt euch zurück und genießt das hier mal. Gesagt, getan. Angehört und für wohlig entspannend befunden!

7/10


Soft Pyramids - "Planes"Soft Pyramids – "Planes"
(Eigenproduktion, 2016)

Fünf Musiker aus dem Großraum Boston und eine gemeinsame Vision. Indie Rock mit minimal psychedelischer Schlagseite, inklusive verschwommenen Grooves und verträumten Melodien. Allein der Gesang ist deutlich herauszufiltern und dennoch ist auch er wenig offensiv, sondern verhält sich mehr wie das atmosphärisch stimmige, aber deswegen nicht minderwertige Begleitwerk zur Musik. Das Album lässt sich wunderbar am Stück hören und genießen. Nach und nach werden sich einige Feinheiten erschließen, wodurch man in der Lage ist, die gelungene Gesamtstimmung tatsächlich zu erschließen. Leicht konsumierbar, aber deswegen keineswegs (zu) simpel.

7/10


Eagulls - "Ullages"Eagulls – "Ullages"
(Partisan Records, 2016)

Auch das zweite Album der Engländer ist im Alternative-, Wave- und Post-Punk beheimatet. Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, in denen Bands wie ECHO & THE BUNNYMEN oder THE CURE ganz groß gehandelt wurden, werden wach. Man würde, wenn einem das so verkauft werden würde, jedenfalls ohne jeden Zweifel glauben, dass EAGULLS ebenfalls aus eben diesen Zeiten stammen. Dass sie es nicht tun, zeugt auf jeden Fall davon, dass viele alte, teils angestaubte, teils längst in Vergessenheit geratene Stile, einen weiteren Frühling erleben und plötzlich wieder angesagt sind. Post-Punk inklusive (manchmal nicht unanstrengendem) Heulgesang gehört definitiv seit einigen Jahren bereits dazu und in Kombi mit Wave und Goth- bzw. düsterem Indie Rock kommt auch der Rest wieder zum Vorschein.

6/10


Tiger! Shit! Tiger! Tiger! – "Corners"Tiger! Shit! Tiger! Tiger! - "Corners"
(To Lose La Track, 2017)

Schrammel-Rock der wilderen Sorte spendieren uns diese Italiener auf ihrem dritten Album. Ihr Mix aus Indie, Post-Punk, Alternative und Shoegaze ist gut gelungen. Vor allem aber klingen sie unverbraucht und unangepasst. Der Sound ist relativ roh, es scheppert, rappelt und quietscht immer mal wieder, was nicht nur sehr natürlich wirkt, sondern irgendwie auch einen sehr sympathischen Eindruck hinterlässt. An den Gesangslinien könnte noch gefeilt werden, denn der Wiedererkennungswert dieser ist ein wenig schwach. Dafür glänzt die Band mit anderen, oben genannten Qualitäten, was die Schlichtheit des Gesangs andererseits auch wieder relativiert. Kaum vorzustellen, was aus dieser Band werden könnte, wenn mal jemand wie Butch Vig oder Brendan O'Brien Hand anlegen dürfte… Hey, man wird doch wohl noch träumen dürfen!?


Belgrade - "Belgrade"Belgrade – "Belgrade"
(Eigenproduktion, 2013)

Feinfühligen Rock mit Hang zur Melancholie bieten uns BELGRADE aus Philadelphia auf ihrem selbstproduzierten Debüt. Die Kunst in ihrer Musik besteht darin, dass sie nicht langsam oder niederschmetternd im klassischen Sinne ist, sondern durchaus lebendig und sogar schwungvoll rüberkommt. Wären die Gitarren stärker verzerrt, müsste man sogar von Alternative Rock sprechen. Da hier aber meist klare, unverzerrte Sounds benutzt werden, die lediglich mit etwas Hall und Effekten angereichert sind und der Härtefaktor weitestgehend außen vor gelassen wird, ist das Ganze eindeutig als Indie mit Shoegaze zu bezeichnen. Dass dieses Album ohne Unterstützung eines (großen) Labels veröffentlicht wurde, ist angesichts der starken Musik fast schon eine Schande. Mittlerweile schient die Band allerdings unter Vertrag zu sein. Gut so!

8/10


Black Marble - "It's Immaterial"Black Marble – "It's Immaterial"
(Ghostly International, 2016)

Zwischen Cold- und New Wave, Synthpop, etwas Indie und einem Hauch Post-Punk-Feeling, ohne jedoch dessen Rohheit aufzugreifen, spaziert Chris Stewart durch das zweite Album von BLACK MARBLE. War auf dem Debüt "A Different Arrangement" noch Ty Kube als Mitstreiter mit am Start, hat dieser mittlerweile die Segel gestrichen, sodass Stewart das Projekt alleine führt. Einen Abbruch der Qualität gab es nach dieser personellen Veränderung glücklicherweise jedoch nicht. "It's Immaterial" ist sehr gut gelungen! Mit seinen düsteren, leicht unterkühlten Synthie-Sounds strahlt die Musik eine leichte Retro-Atmosphäre aus, die vage an die schwarze Szene der 19080er Jahre erinnert. Von einer Anbiederung an alte Helden ist dennoch nichts zu spüren.

7/10


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