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  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #35 – Extrem hörbar

2. April 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 237 mal gelesen

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Heresy Denied - "Innerception"Heresy Denied – "Innerception"
(Eigenproduktion, 2016)

Richtig wuchtigen Death Metal mit etlichen Deathcore-Einheiten holzen diese Polen in die Runde. Sie streuen dabei ein paar progressive Feinheiten ein, die dem Ganzen etwas Abwechslung bescheren. Da das Genre mittlerweile mit seinen Varianten an Break- und Beatdowns sowie Stop-And-Go-Parts nahezu ausgereizt ist, darf man natürlich auch von HERESY DENIED keine großen Innovationen erwarten. Dennoch bringen sie ihren Sound ansprechend rüber und können, neben interessantem, gutem Songwriting, mit extremem Gesang und vor allem mit viel Kraft im Gepäck punkten. Die volle Breitseite!

8/10


Theory In Practice - "Crescendo Dezign"Theory In Practice – "Crescendo Dezign" EP
(Eigenproduktion, 2017)

Die Schwedengarde des Technical Death Metals meldet sich zurück. Nach 15jähriger (!) Pause bringt die Band eine neue EP raus, die, mal abgesehen vom Cover, einen richtig guten Eindruck hinterlässt. Natürlich darf man nach all den Jahren nicht erwarten, dass der neue Stoff genauso klingt wie damals. Es ist eine andere Zeit, es gibt andere, hochentwickeltere Technik und es herrscht einfach ein anderer Zeitgeist. Mit starkem Midtempo-Riffing, eher kurzen, aber einschlagenden Highspeed-Ausbrüchen und treibenden Gesangsparts sowie kleinen Keyboardspielereien, in Form von dezenten Klangteppichen und einfachen, meist im Hintergrund agierenden Melodien, haben THEORY IN PRACTICE sehr abwechslungsreiche und interessante Musik veröffentlicht. Der Stoff macht Hunger auf ein komplettes Album, was doch wohl hoffentlich auch folgt.

8/10


Abysmal Torment - "Cultivate The Apostate"Abysmal Torment  – "Cultivate The Apostate"
(Willowtip Records, 2014)

Um das Treiben der Malteser in einem Wort zusammenzufassen: Schlachtfest! Völlig gnadenlos metzeln sie sich durch ihr, für das Genre absolut unüblich, überlanges Album. In rund 60 Minuten Spielzeit werden sämtliche Facetten des Death Metal bis hin zum Brutal Death geboten und das sogar noch richtig gut. Hat man die Stunde, inklusive massenweise Blast-Gemetzel, allerdings durchlebt, könnte es sein, dass man danach das Verlangen nach mindestens einer Woche Einton-Ambient verspürt oder zumindest erstmal etwas seichteres hören möchte. So gut ABYSMAL TORMENT ihr Werk vollbringen, so (im positiven Sinne) erschöpfend ist ihre Musik. Ob man dies als Kompliment sehen möchte oder ob einem der Sound in solch üppiger Spielzeit zuviel des Guten ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.

7/10


Hadal Maw - "Senium"Hadal Maw – "Senium"
(Eigenproduktion, 2014)

Die Australier haben mit ihrem Debüt einen ziemlichen Killer abgeliefert. Vertracktes Riffing trifft auf ebensolche Beats und dennoch wirkt die Musik auf "Senium" selten richtig kantig und schwer zugänglich, sondern angenehm verwinkelt und dabei stets im Fluss. Immer wieder wird auch die Blast-Keule geschwungen, wobei dieses Element gezielt eingesetzt wird, als ultimative Steigerung sozusagen. Die Midtempo-Passagen sind interessant gestaltet und man hat nicht den Wunsch, zum nächsten Knochenbrecher-Blast vorzudringen, sondern einfach die guten Riffs und die aggressive Stimmung aufzusaugen. Diese Band hat definitiv mehr verdient, als alleine durch den Randbereich der Szene zu dümpeln. Das hier zu hörende Potential reiht sich ganz locker in die Königsklasse des gekonnten Death Metals ein. Empfehlung!

8/10


Oncology - "Infinite Regress"Oncology – "Infinite Regress"
(Rising Nemesis Records, 2016)

In nicht ganz einer halben Stunde gibt's ordentlich Mütze/Glatze von den 2014 gegründeten Nordir(r)en ONCOLOGY. Aus der Sicht heutiger Standards soundtechnisch unterproduzierter Stoff, der sich jedoch sehr derb durch die Botanik hobelt. Zumeist im Brutal-Death-Metal-Gewand brettert sich das Trio durch sein Album, jede Menge Blastbeats und durchgehend Gurgelrülpsgesang inklusive. Irgendwie stört es dabei gar nicht mal so, dass es keine sterile Triggerproduktion gibt, denn das rohe im Sound wirkt im Falle von "Infinite Regress" irgendwie angenehm echt und natürlich. Wird natürlich nicht jedermanns Fall sein, aber welcher Death Metal ist das schon?!

6/10


Banisher - "Oniric Delusions"Banisher – "Oniric Delusions"
(Deformeathing Production, 2016)

Die polnischen Rammler von BANISHER geben sich mit jedem neuen Album selbst einen Kinnhaken, denn sie steigern ihre Intensität kontinuierlich um ein vielfaches. Natürlich darf man gespannt sein, we lange die Truppe ihren Härtegrad noch hochschrauben kann, ohne in die Wiederholungsmühle zu geraten. Nach ihrem letzten guten Album "Scarcity" ist die Bolzenschusspistole frish geladen und feuert unaufhaltsam ihre Salven ab. Blast-Gebombe deluxe und natürlich ohne Gefangene zu machen. Holzhacker-Death-Metal der besten Schule wird geboten und man darf wohl behaupten, natürlich unter Vorbehalt, dass BANISHER mittlerweile das für den Death Metal sind, was ANAAL NATHRAKH für den Black Metal darstellen. Ballermann-Mucke vom feinsten.

8/10


Human Vivisection - "The Perpetual Gap"Human Vivisection – "The Perpetual Gap"
(Rising Nemesis Records, 2016)

Diese 2012 gegründete und somit noch relativ junge Formation aus Belgien hat sich dem eher schwerfälligerem Slamming Brutal Death Metal verschrieben. Schwerfällig meint, dass weite Teile der Songs im Midtempo gehalten sind und vordergründig auf stampfende, donnernde Elemente gesetzt wird. Die recht emotionslose Produktion offenbart dabei eine eher unangenehme Sterilität, was sich besonders am unwirklichen Drumsound bemerkbar macht. In Sachen Songwriting gibt es dabei Standardkost zu hören, Ausnahmen ausgeschlossen. "The Perpetual Gap" ist sicherer Stoff, ohne Ausfälle nach unten, aber auch ohne nennenswerte Ausrufezeichen nach oben. Genre-Stangenware, die man mittlerweile in jedem zweiten Brutal-Death-Proberaum zu hören bekommt.

5/10


Coma Cluster Void - "Mind Cemeteries"Coma Cluster Void – "Mind Cemeteries"
(Drylands, 2016)

Ex-CRYPTOPSY-Rülpsgurke Mike DiSalvo hat mit COMA CLUSTER VOID endlich (endlich!) eine neue Band am Start. Aber DiSalvo scheint niemand zu sein, der es seinen Anhängern ("Whisper Supremacy" und "And Then You'll Beg…" sind immerhin Mega-Granaten!) allzu einfach machen möchte, denn das Debüt der Formation mit Musikern aus Kanada, den U.S.A. und Deutschland hat es gewaltig in sich. Zu hören gibt es Avantgarde-Death-Metal mit technischer Ausrichtung. Man braucht Zeit und viel Aufmerksamkeit um die Strukturen der Songs zu verinnerlichen. Der erste Eindruck wirkt, als würde man einen randvollen Eimer mit sehr eigenwilligen Riffs und äußerst vertrackten Drum-Figuren über dem Kopf ausgeschüttet bekommen und man dann zusehen muss, was man damit anfängt und ob man überhaupt damit klar kommt. Schwierig, aber auch irgendwie faszinierend. Jedenfalls ist es der Multi-Kulti-Truppe gelungen, kein Standardwerk zu veröffentlichen, sondern eines der wohl herausfordernsten Alben des Death-Metal-Jahres 2016 ins Rennen zu schicken. Tief einatmen, Augen zu und durch; anders schafft man's nicht.

6/10


Cosmic Resurgency - "Valley Of Slaughter"Cosmic Resurgency – "Valley Of Slaughter" EP
(Eigenproduktion, 2014)

2013 gegründet, 2014 das erste Album. Das könnte im Falle der U.S.-Amerikaner aus Maryland vielleicht etwas zu früh gewesen sein, denn ihre Debüt-EP, die man durchaus in den Bereich Technical Deathcore stecken kann, besticht vor allem durch ein gravierendes, negatives Merkmal, nämlich die Produktion. Diese klingt, als sei völlig ohne Mitten produziert worden. Es gibt dumpfe Bässe und quietschende, substanzlose Höhen, dazwischen ist irgendwie ein großes Nichts. Es klingt seltsam und, man möge mir verzeihen, auf Dauer nahezu unhörbar. Auch musikalisch haben die beiden Hauptakteure Brian Bissen und Kinnzie Martin wenig zu bieten, außer Standard-Gequietschfidelelei an den Gitarren (RINGS OF SATURN lassen grüßen) und unspektakulär aneinandergereihte Rifffolgen. Hier stimmt einfach noch zu wenig, als dass das Duo mit dieser EP Aufsehen erregen könnte.

4/10


Near Death Condition - "Evolving Towards Extinction"Near Death Condition – "Evolving Towards Extinction"
(Unique Leader Records, 2014)

Wie bitte, schon lange nicht mehr ordentlich verwackelt worden? Kein Problem, denn in diesem Falle liegen wir mit NEAR DEATH CONDITION genau richtig. Die schweizer Knüppelgarde besorgt auf ihrem dritten Longplayer ohne großartige Umwege die absolute Vollbedienung. Das Schlagzeug mäht alles nieder, Highspeed deluxe, mit (sehr wenigen) Verschnaufpausen an der richtigen Stelle, die Gitarren sägen, was das Holz hergibt und der Bass bohrt sich schön unterstützend in die Magengrube. Im wahnwitzigen Tempo metzelt sich das Trio durch sein über 50 minütiges Album und zeigt, dass auch unüblich lange Death-Metal-Scheiben bestehen können. Man ist zwar nach Verklingen des letzten Tons erst einmal erledigt, aber genau so soll es doch sein! Enorm starke Platte mit unglaublicher Durchschlagskraft.

8/10


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