• N/A

  • Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #33

22. März 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 597 mal gelesen

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

No Sun - "If Only"No Sun – "If Only"
Alternative Rock, Shoegaze (The Native Sound, 2017)

Beim Hören von "If Only" fallen einem sofort Vergleiche zu Bands wie NOTHING oder SLOWDIVE ein, aber die Musik der Band aus Salt Lake City so einfach mit Namedropping abzuhandeln, würde ihren Qualitäten nicht gerecht werden. Die Mischung aus knackigem Alternative, inklusive harten Riffs und verträumtem Shoegaze ist gut ausgelotet und verfehlt seine Wirkung zu keiner Sekunde. Der relativ schmutzige Sound ist dabei der Kern, der die gelungene Stimmung des Albums ausmacht. Der Gesang ist meist verhallt und leicht zurückgstellt, was einen Depri-Effekt hervorruft und zum Träumen einlädt. Es ist schön zu hören, dass Musik, die eben nicht völlig glattpoliert ist, viel mehr Tiefensubstanz besitzt, als supermoderne High-Tech-Produktionen.

7/10


Moon Duo - "Shadow Of The Sun"Moon Duo – "Shadow Of The Sun"
Indie Rock, Psychedelic Rock (Sacred Bones Records, 2015)

Folgende Aussage könnte wohl gegensätzlicher nicht sein und doch ist sie eine treffende Beschreibung für die Musik des Duos aus Portland. Der Stoff von Ripley Johnson und Sanae Yamada klingt wie Rockabilly, nur mit möglichst dezentem Gitarreneinsatz und mit möglichst viel Psychedelic im Sound. Sie schweben gerne mal durch ihre Songs, oft mit gehauchtem, verhalltem und fast unwirklichem Gesang. Die teilweise leicht monotonen Beats und Rhythmen erzielen dabei vermutlich genau die Wirkung, die sich die beiden erhofft haben. Wenn man sich intensiv auf die Musik einlassen kann, bekommt man als Hörer recht schnell einen Tunnelblick und taucht in die Welt von MOON DUO ein. Verfolgt von Erinnerungen an die alten Krautrock-Zeiten, an wabernde, seltsam grünliche, den Kopf umkreisende Nebelschwaden und (un)freiwillig freiem Schweben im Raum.

8/10


Vinyl Williams - "Brunei"Vinyl Williams – "Brunei"
Psychedelic Rock, Indie Rock, Indie Pop (Company Records, 2016)

Es ist Zeit zum Abheben! Auf in fremde Welten! Spacig, warm und psychedelisch, mit viel Hall belegt, schwebend durch die Wolken eines anderen Planeten. Fremd und doch irgendwie vertraut, experimentell und andererseits klar strukturiert, völlig Indie und doch auch mit einem Hauch Pop. So in etwa und vielleicht sogar noch blumiger lässt sich die Musik auf dem dritten Album des in Los Angeles ansässigen Musikers Lionel Williams beschreiben. Man kann mit "Brunei" tatsächlich in völlig neue Sphären vordringen, wenn man alles andere um sich herum auszublenden vermag. Sicherlich ist diese Musik nicht für jeden Moment geeignet, denn so ganz unanstrengend ist das Ganze nicht, aber welche Musik taugt schon für jeden Augenblick?


Minor Alps - "Get There"Minor Alps – "Get There"
Indie Rock (Ye Olde Records, 2013)

Sanften, leicht verträumten und insgesamt angenehm reduzierten, liebevoll arrangierten Indie Rock spielt das Duo Juliana Hetfield (u.a. THE BLAKE BABIES) und Matthew Caws (NADA SURF) auf seinem ersten Album. Die Songs sind allesamt schöne, gelungene Liebeslieder, ohne jedoch schnulzig oder anderweitig klischeehaft zu wirken. Oftmals regiert die Akustikgitarre und polt dabei den Ausdruck der Songs auf einem angenehmen Gefühlslevel ein. Selbst, wenn hier und da rockige Stromgitarren zum Zug kommen, bleibt stets ein gewisses Blumenkindgefühl vorhanden. Am Fenster sitzen, den herunterlaufenden Regentropfen auf der Scheibe zusehen und der Musik lauschen; das dürfte eine Variante sein, wie sich "Get There genießen lässt. Die andere wäre, sich bei strahlendem Sonnenschein ins Gras zu legen, die Musik (über Kopfhörer) aufzusaugen und einfach wirken zu lassen. Egal, welche Möglichkeit man wählt, die Wirkung von "Get There" wird sicher nicht verfehlt werden.

7/10


Ex-Cult - "Negative Growth"Ex-Cult – "Negative Growth"
Post-Punk, Punk Rock (In The End Records, 2016)

Auf die Mütze! Es gibt sicher nicht mehr viele Bands, die die Mischung aus Punk und Rock so gut beherrschen, dass man richtig dazu abgehen kann, ohne den Druck zu verspüren, man müsse nun eine bunte Haarpracht tragen, um diesem Hörvergnügen gerecht zu werden. Ähnlich wie die Death Punks ANASAZI scheren sich EX-CULT einen feuchten Mist darum, was im Radio oder auf großen Kommerzveranstaltungen abgeht. Sie punk-rocken sich durch ihr halbstündiges Album und rotzen dabei alles ohne Umwege raus, was ihnen auf dem Herzen liegt, Oi-Rhythmen und Riot-Punk-Attitüde inklusive. "Negative Growth" macht verdammt viel Spaß und lässt für eine halbe Stunde jegliche political correctness im Sinne von Konformität vergessen. Fenster auf, Mucke laut und ab und zu mit der Faust nach draußen in Richtung willkürlich ausgewählter Passanten herumwedeln, dann stimmt alles. Geht ab!

8/10


Mourn - "Mourn"Mourn – "Mourn"
Indie Rock (Captured Tracks, 2015)

So traurig, wie der Name suggerieren mag, sind MOURN gar nicht. Die drei Mädels Carla Pérez, Jazz Rodríguez und Leia Rodríguez veranstalten auf ihrem Debüt, gemeinsam mit ihrem männlichen Drummer Antonio Postius, ein feines Indie-Rock-Fest, das einfach herrlich ungekünstelt rüberkommt. Schrabbelnde Gitarren, treibende und groovige Rhythmen sowie Gesang, den man fast schon in die Post-Punk-Ecke packen könnte, bringen auf dem selbstbetitelten Album das zum Ausdruck, was heute vielen anderen Bands abgeht: Natürlichkeit. Es gibt keine überkandidelten Hits und auch keine überbordenden Refrains, sondern einfach nur coole Musik mit ein paar geilen Mitsing-Parts und grundsätzlich simplem, aber ins Bein gehendem Songwriting.

7/10


Pins - "Wild Nights"Pins – "Wild Nights"
Indie Rock (Bella Union, 2015)

Das zweite Album der All-Girl-Band besticht mit schrabbeligem Indie Rock der einfacheren Machart. Säuselgesang und süße Melodien sorgen für ein Niedlichgefühl beim Hörer. Schaut bzw. hört man etwas genauer hin, wird man allerdings schnell feststellen, dass eine schnuckelige Stimme nicht ausreicht, um über die volle Strecke Lorbeeren einzuheimsen. Auch, wenn "Wild Nights", das übrigens gar nicht so wild ist, das eine oder andere nette Stück an Bord hat, fällt auch viel Material qualitativ hinten runter. Manchmal fehlt es an Substanz, manchmal an packenden Momenten, manchmal schlicht und ergreifend an guten Ideen. Insgesamt ist die Scheibe durchaus hörbar und kann nette Unterhaltung bieten, wenn man seine Ansprüche reduziert. Für Wiederholungshörer, die sich auf coole Songs und geile Parts freuen möchten, ist "Wild Nights" leider weniger geeignet.

5/10


Dusted - "Total Dust"Dusted – "Total Dust"
Experimental Rock, Indie Rock (Hand Drawn Dracula / Polyvinyl Record Company, 2012)

Das Duo DUSTED besteht neben Leon Taheny aus dem hauptamtlich bei HOLY FUCK aktiven Brian Borcherdt. Wer nun denkt, dass es hier eine Blaupause der Hauptcombo gibt, der irrt jedoch gewaltig. DUSTED klingen, entgegen der eher extrovertierten Musik von HOLY FUCK, hörbar in sich gekehrt und angenehm reduziert. Stellenweise bestimmen nur Gitarren, ein Tamburin und technisch auf 60's getrimmter, verzerrter Gesang die Szenerie. Zwischendurch setzen lockere Beats und kleinere technische Spielchen ein, ohne sich in den Mittelpunkt zu rücken. Die Reduktion auf das Wesentliche hebt aus der Musik von "Total Dust" ein eher melancholisches Element hervor, das dennoch irgendwie warm auf den Hörer wirkt. Zum Nebenbeihören ist dieses Album auf keinen Fall geeignet, trotz seiner zurückhaltenden Arrangements.

7/10


Daughter - "Not To Disappear"Daughter – "Not To Disappear"
Indie Rock, Folk (4AD, 2016)

Das Londoner Trio um Sängerin und Gitarristin Elena Tonra wirkt zerbrechlich mit seiner Musik. Viel Sehwermut, aber auch bislang unerfüllte Sehnsüchte strahlt der leicht verhallte Indie-Folk-Sound aus und stellt dadurch die Herusforderung einer intensiven Auseinandersetzung mit den Texten und der Musik dar. Wenngleich "Not To Disappear" unkompliziert, aber keineswegs simpel gestrickt ist, erschließt sich diese bestimmte Tiefe, die besonders im Shoegaze ein wesentliches Element darstellt. Wohlgemerkt streifen DAUGHTER die Begriffe Shoegaze und Dream Pop eher, als dass sie alle Normen dieser Genres bedingungslos erfüllen. Sie halten sich die Türen in Richtung Rock, Folk und Pop offen, was ihren Weg offen und vielseitig erscheinen lässt. Man kann daher nicht erahnen, wohin es die Band zukünftig treiben wird. Gut so.

8/10


Divers - "Hello Hello"Divers – "Hello Hello"
Indie Rock (Sabotage Records, 2016)

In der Schnittmenge zwischen leicht verdunkeltem Indie Rock und einer modernen Adaption einstiger Proto-Punk-Klänge, zelebriert die Band aus Portland auf ihrem Debütalbum das, was anderen Bands oftmals nicht richtig gelingen will: Sie kreieren natürliche Musik mit guten Melodien, ohne schnullig zu sein. Herrlich unangepasst und mit entsprechendem Mut zur (wenn auch nur kleinen) Lücke, bewegt sich die Band auf Wegen, die nur bedingt angesagte Trends streifen. Dabei ist ihre Musik gar nicht mal so außergewöhnlich oder anders, aber sie ist ehrlich und einfach echt. Mit etwas jugendlich wirkendem Charme ("Tracks") rocken sich die Jungs angenehm unangestrengt durch ihre Scheibe und versprühen neben einer guten Prise Energie auch einiges an guter Laune. Richtig ausgelassene Party-Stimmung bleibt aber glücklicherweise außen vor.

7/10


Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (Noch keine Leserwertungen vorhanden)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Kurz notiert #89
» Kurz notiert #77
» Kurz notiert #95
» Kurz notiert #72
» Kurz notiert #37
» Kurz notiert #28
» Kurz notiert #47

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *