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  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Kurz notiert #27

10. Februar 2017 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 308 mal gelesen

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Drowners - "On Desire"Drowners – "On Desire"
(Frenchkiss Records, 2016)

Eine Band aus New York benennt sich nach einer SUEDE-Single, spielt selbst aber in einer etwas anderen Kategorie des Indie-Bereichs. Melancholisch sehnsüchtige Töne wie auf dem SUEDE-Debüt oder deren letztem Album werden auf DROWNERS' Zweitling "On Desire" nicht angeschlagen. Vielmehr bedienen die U.S.-Amerikaner eine Menge Hüftschwung und gute Laune. Flotten Indie mit 1980er-Einschlag (zumindest was die Beats angeht) sowie eine Prise Pop in den Melodien gelten als Aushängeschild und zeugen von Lebenslust und -durst. Diese Platte sollte man sicher nicht auflegen, wenn man gearde in Grabesstimmungen schwelgt, denn dann könnten Keyboarddüdeleien, wie bei "Pick Up The Pace", zu Gesichtsverzerrungen führen. Ansonsten gerne anmachen und das gute Wetter genießen.

6/10


Adventures - "Supersonic Home"Adventures – "Supersonic Home"
(Run For Cover Records, 2015)

Ein Teil der Musiker von CODE ORANGE KIDS rufen ADVENTURES ins Leben, um lockeren Emo-Indie zu spielen. Die Gruppe aus Pittsburgh lässt im Gesang immer wieder Americana-Einflüsse (doppelstimmig) zu, was ihrem Alternative-Sound eine zusätzliche Note mit positiver Ausstrahlung hinzufügt. "Supersonic Home" versprüht eine Menge Spaß und eine sonnige Atmosphäre. Auch, wenn die Musik zunächst vielleicht etwas schlicht und leichtfüßig wirkt, umso schöner wird sie, wenn man sich erst einmal mit ihr angefreundet hat, zumal das Gesangstandem Reba Meyers und Kimi Hanauer wirklich knuddelige Stimmen besitzt und sogar noch etwas College-Attitüde versprüht. Also, Zeit für gute Laune.

7/10


Yast - "My Dreams Did Finally Come True"Yast – "My Dreams Did Finally Come True"
(Adrian Recordings, 2015)

Diese Schweden rangieren mit ihrem Sound zwischen gemäßigtem Indie Rock und einer kleinen Prise Dream Pop. Ihr zweites Album "My Dreams Did Finally Come True" erscheint dabei um einiges gereifter als der selbstbetitelte Erstling von 2013. Die Stücke sind alle schön flüssig, der Gesang oftmals leicht verhallt. Er wirkt manchmal, als sei er aus der Ferne eingesungen, was einen zusätzlichen atmosphärischen Reiz versprüht. Zwar gibt es auf dem Album kein Stück, das man als Hit bezeichnen könnte, aber das ist im Dream-Sektor ja ohnehin oft so eine Sache. Die Atmosphäre macht halt die (gute) Musik. Auf jeden Fall ist dies eine schöne Platte zum Entspannen und Abschalten.

7/10


Stay - "The Mean Solar Times"Stay – "The Mean Solar Times"
(Picture In My Ear, 2016)

Wenn gute Laune, allgemeines Ganzkörpwohlsein, Sommerfeeling, Strand, Sonne und ein leckerer Cocktail in der Hand zusammenkommen, das Ganze auch noch vertont wird, inklusive einer frischen Brise Psychedelic, dann landen wir automatisch bei den Spaniern STAY, die mit ihrem sechsten Album ein überraschend feines Werk an den Start gebracht haben. Ihr lockerer, gut gelaunter Indie Rock mit eben leicht psychedelischer Note lässt einfach die Sonne im Herzen scheinen. Manchmal erinnert die Musik an längst vergangene Zeiten und das steht ihr verdammt gut. Es gibt etliche feine Gitarrenmelodien, die manchmal kaum merklich eingeschmuggelt werden; also Ohren auf! Egal, ob die Jungs hier aksutisch oder mit Stromgitarren zur Tat schreiten, sie machen ihre Sache gut und vor allem überzeugend. Das ist Sommermusik, inklusive angenehmem 70's-Flair.

8/10


Kash - "A Secret Place"Kash – "A Scarlet Place"
(Sick Room Records, 2016)

Neulinge sind diese Italiener keine mehr, obwohl die meisten unter uns den Namen KASH vermutlich noch nicht gehört haben, geschweige denn mit der Musik konfrontiert worden sind. Ihr individueller, stellenweise ins post-rockige abdriftender Indie Rock besitzt eine angenehme, feine und sensible Dynamik und weiß damit zu gefallen. Selbst, wenn es vordergründig um zurückhaltende, etwas schwermütige und leise Töne geht, besitzen KASH eine spürbar hohe Intensität. Der eigenwillige, leicht kauzige Gesang, den man durchaus auch bei einer Post-Punk-Band hätte einsetzen können, ergänzt perfekt das Gesamtbild. Erst dadurch lässt sich "A Scarlet Place" als eigenwillig und individuell bezeichnen. Sicher ist die Musik nicht jederzeit mal eben so konsumierbar und man muss entsprechend aufgelegt sein. Funktioniert es aber erst einmal, dann bekommt man Lust, sich zunehmend mit den Facetten und Feinheiten der Platte auseinanderzusetzen.

7/10


JennyLee - "Right On!"JennyLee – "Right On!"
(Rough Trade, 2015)

Normalerweise zupft Jennifer Lee Lindberg die vier Saiten bei WARPAINT. Auf ihrem Solodebüt versucht sie sich logischerweise an komplett eigenen Kompositionen und hofft auf etwas Aufmerksamkeit abseits ihrer in der Szene hochgelobten Stammband. Dass hohe, bzw. gute Qualität in Liedkompositionen manchmal eben nur in der Gruppe zu erschaffen ist, beweist das vorliegende Album. Nicht, dass JENNYLEEs Erstwerk gänzlich schlecht ist, aber sie verrennt sich viel zu oft in Schrägheiten oder schlichtweg langweiligen Arrangements. Selbst, wenn sie sich vielleicht BAUHAUS oder alte britische Dunkelheimer zum musikalischen Vorbild genommen hat, kommen auf "Right On!" leider kaum gute und packende Ideen zum Zuge. Es plätschert zuviel, es ist zu vieles langgezogen, zu viele Parts wirken unausgereift. Wenn man beim Anhören eines Albums am liebsten immer wieder nervös in Richtung Skip-Taste fummeln will, dann stimmt was nicht. Schade.

4/10


The Nocturnes - "Aokigahara"The Nocturnes – "Aokigahara"
(The Errant Child, 2011)

Einen weiteren feinen Beitrag zur Musikwelt liefert Emma Ruth Rundle mit ihrem Projekt THE NOCTURNES ab, das von Paris Patt, Julian Rifkin (beide ebenfalls Stimme und Gitarre) und Dave Clifford am Schlagzeug ergänzt wird. Emma kennt man bereits von MARRIAGES oder ihrem Beitrag bei den RED SPAROWES. Auf "Aokigahara" gibt es Shoegaze, etwas dezenten Indie Rock und einige Post-Rock-Ideen zu lauschen, die sehr stimmig und einfühlsam miteinander verwoben wurden. Insgesamt gesehen ist es die losgelöste, entspannte Atmosphäre, von der das Album lebt und von der man sich als Hörer treiben lassen kann. Dieser Umstand lässt dann auch das Fehlen von besonderen musikalischen Momenten unwichtig erscheinen.

7/10


Ex Hex - "Rips"Ex Hex – "Rips"
(Merge Records, 2014)

Nachdem Mary Timony (u.a. AUTOCLAVE, WILD FLAG) ihr 2005er Soloalbum "Ex Hex" taufte, entschied sie sich später dazu, diesen Namen auch ihrer nächsten Band zu verpassen. Nun als Trio mit Laura Harris (THE AQUARIUM) und Betsy Wright unterwegs, werden die Punk-Rock-Wurzeln wieder aufgerollt. Wobei der Begriff Punk in rein musikalischer Hinsicht vorsichtig behandelt werden sollte, denn EX HEX bedienen sich poppiger Melodien, etwas Indie-Flair und lediglich der Schrammelgitarren des Punk Rocks. Stellenweise kommt sogar etwas Rock`N´Roll-Feeling auf, wie bei "Radio On". Die Leichtigkeit der Musik ist in jedem Stück hörbar. Durch die recht simple Herangehensweise kann es passieren, dass sich die Musik auf "Rips" recht schnell ablutscht bzw. man mit wenigen Durchläufen alles erlebt hat, was es mit der Scheibe zu erleben gibt. Wen das nicht stört, der wird sich an einem netten Girlie-Rock-Album erfreuen dürfen.

6/10


Eternal Summers - "Gold And Stone"Eternal Summers – "Gold And Stone"
(Kanine Records, 2015)

Auf seinem vierten Lonplayer zeigt sich das aus Virginia stammende Trio gelassen. Ihr Indie-Sound klingt, als wenn die Musiker ihren Ideen und den Melodien einfach freien Lauf gelassen haben. Jedes Stück wirkt, als wenn die Band komplett ohne Druck, ohne bestimmte Zielvorgaben oder Raster gearbeitet hat. Frei von der Leber weg sozusagen. Zusammen mit der unterschwelligen Melancholie in der lieblichen Stimme von Sängerin Nicole Yun, ergibt sich ein Sound, der natürlicher kaum klingen könnte. Vermutlich ist genau das das Geheimnis dieses wohlklingenden Albums, das entspannend wirkt und zum Tagträumen einlädt. Sehr angenehm ist zudem, dass die Gitarren weitestgehend un- bzw. nur minimal verzerrt gespielt werden und dadurch die Melodien sehr deutlich zum Zug kommen. Die Sonne scheint eben auch dann, wenn man sie nicht gleich sehen kann.

7/10


Arab Strap - "The Last Romance"Arab Strap – "The Last Romance"
(Chemikal Underground, 2005)

Das Duo Aidan Moffat und Malcom Middleton kann mittlerweile auf eine langjährige Freundschaft zurückblicken, musizieren beide tatsächlich schon seit 1996 miteinander. Ihr melancholischer Sound ist dabei ebenso Wegweiser wie Aushängeschild. Der dunkle, schwermütige Gesang, der übrigens nicht selten an Robin Proper-Sheppard von SOPHIA erinnert, vervollständigt dabei natürlich äußerst passend das vorwiegend akustisch geprägte musikalische Bild. Im Vorfeld der Platte wurde bekannt, dass die beiden Schotten sich ob der Ausrichtung ihrer Musik fast zerstritten hätten, wobei man das unter Vorbehalt sehen und einen gewissen Promoeffekt nicht ausschließen sollte. Die Musik jedenfalls spricht für sich und wirkt tatsächlich, trotz aller Schwermut, irgendwie lebendiger als auf den vorigen Werken. Musik, die man bei Kerzenlicht genießen sollte.

7/10


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