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Kurz notiert #20 – Extrem hörbar

10. September 2016 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 475 mal gelesen

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The Lion's Daughter - "Existence Is Horror"The Lion's Daughter – "Existence Is Horror"
(Season Of Mist, 2016)

Schwer einzuordnen sind diese Extrem-Metaller aus St. Louis/USA. Irgendwo zwischen Sludge, nur in flotter Variante, ein paar Black-Metal-Einflüssen, nur in schwerer Variante sowie etwas Post-Metal und Hardcore, nur in… OK, lassen wir das. Der Sänger klingt saumäßig angepisst. Es kratzt und kokelt im Mikro, so angefressen tönt es aus den Boxen. Immer wieder werden dabei kleine aber feine Melodien eingeflochten, die dem Ganzen die Schnittmenge zwischen Post- und -Metal ermöglichen. Erinnert manchmal an TOMBS, nur in garstig. Keine einfache Scheibe, aber dafür auch eine mit hohem Wiedererkennungswert. Öfter gehört, entfaltet diese Platte viele starke Momente, die man auch durch häufiges Hören nicht klein kriegt.

7/10


Corrupt Moral Altar - "Mechanical Tides"Corrupt Moral Altar – "Mechanical Tides"
(Season Of Mist, 2014)

Holla, die Waldfee, dieser britische Vierer hat Power! Mit einem monströsen Sound ausgestattet rödeln sich die Jungs durch ihr Album, das eine vorzügliche Mischung aus fiesem Bratpfannen-Grindcore mit fetten Sludge-Parts darstellt. Der Sludge-Anteil steht dabei deutlich im Vordergrund und wird durch etliche Groove-Parts aufgelockert. Grind-Geballer gibt es immer nur dann, wenn es wirklich nicht mehr anders geht und die Steigerung einfach den Ausbruch fordert. Nicht umsonst haben NAPALM DEATH für ihre Touraktiviäten Gitarrist John Cooke als temporären Ersatz für den seit 2014 ausgefallenen Mitch Harris an Bord geholt. "Mechanical Tides" ist der Schädelspalter unter den Sludge-/Grind-Alben. Anchecken ist Pflicht!

8/10


Hooded Eagle - "Nightscapes From The Abyssal Plane"Hooded Eagle – "Nightscapes From The Abyssal Plane"
(Swamp Metal Records, 2015)

Sehr schweren Sludge Metal mit wirklich nur ganz ganz leichten Black-Metal-Einflüssen spielen die aus South Carolina stammenden HOODED EAGLE auf ihrem Albumdebüt. Zuvor hat die Band mit einer EP, einer Single und einer Split von sich hören lassen, jedoch noch nicht soviel Aufmerksamkeit können. Vermutlich wird ihnen dies auch mit "Nightscapes From The Abyssal Plane" nicht gelingen, da ihre Musik aufgrund der besonderen, fetten Schwere nur bestimmte Geschmackskreise ansprechen dürfte. Dies aber sollte kein Grund zur Nichtbeachtung darstellen, denn die Qualitäten der Band sind unverkennbar. Wer mit Doom-Sludge inklusive Blackened-Gesang und überlangen Stücken (über zehn Minuten) all seine musikalischen Gelüste erfüllt sieht, muss hier zuschlagen, denn HOODED EAGLE gehören in dieser Kategorie sicherlich zur gehobenen Güteklasse.

7/10


Bless The Earth With Fire - "Allfather"Bless The Earth With Fire – "Allfather"
(Static Tension Recordings, 2016)

Eine ordentliche Sludge-Keule mit leichtem Hardcore-Einschlag hier und da haben diese Jungs aus Rochester (UK) auf ihrem Album "Allfather" fabriziert. Neben den Genrestandards gibt es ein paar feine Riffs, die sich manchmal gefühlt endlos wiederholen, dabei ihre gute Figur jedoch nicht verlieren. Eine leichte Schwäche könnte der auf Dauer etwas eintönige Gesang darstellen, der zudem wenige Zeilen bietet, die sich ins Gedächtnis fräsen. Mehr Wiedererkennungswert wäre an dieser Stelle wünschenswert gewesen. Herausragendes ist denen, die die Erde mit Feuer segnen wollen, also nicht ganz gelungen, dafür aber ein hörbares Genrewerk, das man entweder recht schnell ins Herz schließt oder ebenso fix wieder vergisst, weil einem vielleicht die besonderen Momente fehlen. Ich find's gut!

7/10


Rhin - "Passenger"Rhin – "Passenger"
(Grimoire Records, 2016)

Hui, einen groovigen Fetzer schmeißen uns RHIN hier vor die Füße. In der Schnittmenge zwischen kernigem Stoner Rock, einer gehörigen Prise Noise Rock sowie ein paar Sprengsel Sludge und Metal, agiert das Trio aus West Virginia und macht dabei eine überraschend gute Figur. Sie machen weder halt vor krachigen, lauten Elementen, noch vor kleinen Ausflügen in Hüftschwung-Stoner-Gefilde. Der angeätzte Schreigesang tut dabei sein Übriges und verpasst der Musik den Aushänge-Aggro-Stempel. Erfrischend an dem Album ist, dass die Drei sich um ein hohes Maß an Abwechslung innerhalb der Songs bemühen und auch vor eigenwilligen Parts keinen Halt machen. Hier geht die Luzi ab.

 7/10


Lazarus Blackstar - "Hymns For The Cursed"Lazarus Blackstar – "Hymns For The Cursed"
(Undergroove, 2012)

Manchmal wirken (gute) Bandnamen bereits im Vorfeld des eigentlichen Hörens der Musik so suggestiv stark, dass man kaum mehr infrage stellt, ob die Musik tatsächlich so gut ist, wie der Name eingibt. Im Falle von LAZARUS BLACKSTAR ist es dann doch leider mehr der Name, der begeistert. Präsentiert wird (zugegeben) super-super fetter Sludge Metal, der in seiner Schwere kaum zu übertreffen ist. Sehr zäh und meist walzend werden die sieben Stücke vorgetragen und nur selten wird so etwas wie ein positives Tempo erreicht. Der Gesang wechselst zwischen tiefen Growls und fiesen Screams. Die Produktion der Scheibe ist äußerst gelungen und nicht nur genredienlich fett; sie ist außerordentlich fett. Unterm Strich sind es die Songs selbst, die leider kaum große Momente besitzen. Von Plätschern zu reden, wäre vielleicht etwas zuviel des Bösen, aber es kommt dem sehr nah. Total schade, da die Truppe ansonsten viel hörbares Potential besitzt. Spannenderes Songwriting bitte!

6/10


Primitive Man - "Scorn"Primitive Man – "Scorn"
(Relapse Records, 2013)

Wo steht eigentlich, dass LAZARUS BLACKSTAR einer der schwersten bzw. fettesten Sludge-Bands sind? Nun, ob man sie nun als besser empfindet oder nicht, sollte jeder für sich selbst entscheiden, aber zumindest schlagen PRIMITIVE MAN in dieselbe Genrekerbe und hauen auf "Scorn" einen dermaßen heavy Brocken raus, dass man während des Hörens der Scheibe am liebsten kurzzeitig auf 2 Meter Schulterbreite wachsen möchte. Anders jedoch als bei den Schwarzsternen bauen die Jungs aus Denver, Colorado, ein kleines, aber feines Maß an Dynamik in ihre Songs ein, die das Ganze interessant gestalten, selbst, wenn gefühlt trotzdem noch ein klein wenig Luft nach oben ist. Wie dem auch sei, Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber das hier ist der Sound der Vernichtung!

8/10


Plaguewielder - "Succumb To The Ash"Plaguewielder – "Succumb To The Ash"
(Dullest Records, 2015)

Wenn eine Band Sludge und freakigen Stoner Rock/Metal vermischt, dürfte sie wie PLAGUEWIELDER aus Ohio klingen. Ihre Mischung ist durchaus originell, denn die hart rockenden Riffs lockern das Sludge-Getöse immer wieder schön auf. Lediglich das durchgängige, leidvolle Geschrei erinnert daran, wo die Band ihre Wurzeln hat und wo sie stilistisch trotz aller Seitenblicke auch bleibt. Leise Töne vom Klavier oder kleine Ambient-Spielereien  lockern die Scheibe zwischendurch auf und zeigen, dass die Truppe hörbar um Abwechslung bemüht ist. Wenn die Lieder das nächste Mal für sich, also vom Songwriting und vor allem von den Gesangspassagen, noch spannender werden, dann darf sich die obere Szeneriege warm anziehen.

6/10


Downfall Of Gaia - "Suffocating In The Swarm Of Cranes"Downfall Of Gaia – "Suffocating In The Swarm Of Cranes"
(Metal Blade Records, 2012)

Diese Deutschen haben es in sich! Ihnen gelingt es, mit ihrer Musik Stile zu verbinden, die intensiver kaum sein könnten. Das vorliegende Album vereint die verträumte Welt des Post-Rocks/-Metals mit der Brachialität rasenden Black Metals. Zudem gibt es etliche Parts, die auch von einer Sludge-Band, mit Schielblick in Richtung Doom, hätten stammen können. Der extrem gekreischte Gesang liefert dabei sein Übriges, um die intensive Atmosphäre der Musik zu unterstützen. Wahnsinn, was die Jungs hier in knapp einer Stunde fabrizieren. Musik zum intensiven Zuhören.

8/10


Bossk - "Audio Noir"Bossk – "Audio Noir"
(Deathwish Inc., 2016)

Sludge hat viele Gesichter und oftmals ist der Schritt zum Post-Metal und -Rock nicht allzu weit. Davon zeugt die Musik der Briten aus Ashford so frisch und belebend, dass man fast das Gefühl bekommen könnte, länger schon ncht mehr solch eine gelungene Mischung aus genannten Stilen gehört zu haben. Dem ist auch so! Allein die energische Schreistimme holt dich als Hörer zwschendurch immer wieder aus dem Klangtraum zurück auf den harten Teppich der Realität. Wenn BOSSK jedoch spätestens mit dem dritten Lied beginnen, ihre weitläufigen Instrumentalparts mit Gefühl vorzutragen, sollte es keinen Musikbegeisterten geben, der ab da weghören kann. Im Post-, bzw. Progressive-Sludge-Bereich sind BOSSK die kleine (oder sogar große) Sensation des Jahres!

9/10


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