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Kurz notiert #100

10. August 2018 | Matthias | Kurz notiert » Musikrezensionen | 97 mal gelesen

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In Gowan Ring - "Visions Of Shadows That Shine"In Gowan Ring – "Visions Of Shadows That Shine"
Singer-songwriter (Eigenproduktion, 2015 / Lune Music, 2016)

Bobin Eirth ist IN GOWAN RING. Geboten wird ruhiger, folkiger Singer-songwriter mit wirklich schönen, einfühlsamen Texten. Ohne die Musik und deren Inhalt abwerten zu wollen, sind die Texte leider auch schon alles, was an der Musik wirklich fesselt. Musikalisch beläuft sich jeder Song auf regulärem, satt bekanntem Singer-songwriter-Stoff ohne Höhen und Tiefen. Auch der Gesang an sich ist recht unspektakulär gehalten und lässt höchstens Erinnerungen an die seelige Hippie-Zeit aufkeimen, in der Jeder Hans und Franz gesungen hat, egal ob gekonnt oder nicht. Nur Gesang und Gitarre braucht starke Ideen, da reichen gute Texte nicht aus. Oder doch?!


Ed Schrader's Music Beat - "Riddles"Ed Schrader's Music Beat – "Riddles"
Experimental, New Wave, Post-Punk (Carpark Records, 2018)

Zum dritten Mal beehren uns Ed Schrader und sein Kumpane Devlin Rice in voller Länge und ebenfalls zum dritten Mal machen sie es uns alles andere als leicht. Wozu auch, wenn man so kreativ und experimentell agieren kann wie auf "Riddles"?! Hier wird die Rohheit des Post-Punks mit übersteuerten Noise-Eruptionen verbunden sowie mit der Vielfalt des Avantgarde- bzw. Art vermischt. Zwischendurch gibt es kräftig bollernde Beats und sogar eingängige Gesangslinien. Natürlich hält dies nicht lange an und das Schrader-Duo werkelt sich wieder quer durch die Botanik. Herausfordernde und dennoch starke Platte mit Potential nach oben.


Tengil - "Shouldhavebeens"Tengil – "Shouldhavebeens"
Experimental, Atmospheric Rock, Post-Hardcore, Post-Rock (Prophecy Productions, 2018)

Auch die Schweden TENGIL wollen es wissen. Ihr Mix aus Wall-Of-Sound-(Post-)Hardcore, Post-Rock inklusive einer ausgeprägt experimentellen Note und einer gehörigen Portion Atmosphäre ist ganz eindeutig eine Herausforderung. Angefangen beim Sound/der Produktion, die nicht ausgewogen zwischen den genannten Stilen angesetzt wurde, sondern mit enorm viel Hall und zurück geschraubter Rhythmusmaschinerie den experimentellen Ansatz hervorhebt. Gut so, denn 08/15 kann jeder! Das i-Tüpfelchen bildet hier der Gesang, der absolut gekonnt und fantastisch klar ist, manchmal mit etwas Fantasie sogar an SUEDE (!) erinnert und oft mit viel Power aussagekräftige Parts beisteuert. Krasse Scheibe, der man sich intensiv widmen muss, weil sie sonst nicht wirken wird.


Dark Stares - "Darker Days Are Here To Stay"Dark Stares – "Darker Days Are Here To Stay"
Indie Rock, Alternative Rock (Eigenproduktion, 2018)

Der alte Spruch: Wenn man sich so ansieht bzw. anhört, was heutzutage mit Label-Unterstützung alles für Mist veröffentlicht wird, dann fragt man sich zu Recht, warum so gute Bands wie DARK STARES bei den Labels durch das Raster fallen. Wie dem auch sei, diese englische Band aus St. Albans spielt auf ihrem Debüt eine gute Mischung aus Indie und Alternative. Dabei gehen sie wenig plakativ zur Sache und trotzdem gelingt es ihnen, mit guten Melodien, einer ausgewogenen Dynamik und etlichen guten Ideen, Musik abzuliefern, die durch Herzblut überzeugt.


Brandenburg - "Holy Places"Brandenburg – "Holy Places"
Indie Rock, Post-Punk (Свет и Тени, 2018)

BRANDENBURG stammen aus Moskau und verbinden die Düsternis des Wave mit Indie-Rock-Klängen, inklusive leichtem '80er Goth-Touch, was den Gesang und den Hall der Gitarren angeht. "Holy Places" wirkt angenehm simpel und fokussiert, absolut irdisch produziert, ohne Überzeichnung, aber auch ohne großartige Momente. Das bedeutet nicht, dass die Musik schwach ist, aber sie besitzt auch nicht diese Magie, an die man sich gerne erinnert. Netter Stoff für zwischendurch, den man allerdings leider auch schnell wieder vergessen kann, wenn man nicht am Ball bleibt.


Bizarre - "Necro"Bizarre – "Necro" (Compilation)
Drum 'n' Bass, Shoegaze, Downtempo, Trip Hop (SekSound, 2018)

Sehr chillig ist die Zusammenstellung des Materials aus den Jahren 1997-1998 der (fast schon) legendären Band aus Estland. Legendär deshalb, weil sie mit die ersten in ihrem Land waren, die Shoegaze und elektronische Sounds vermischt und damit auch noch ein wenig Aufmerksamkeit erregt haben. Die Musik klingt warm und organisch und man merkt, bedingt durch die Jahrgänge, dass hier noch viel analoge Arbeit drin steckt; also nicht nur ein paar Knöpfe gedrückt und fertig, sondern noch echte Gefühlsarbeit. Sehr entspannend und trotzdem auch im Detail interessant gestaltet. Und BIZARRE sind dabei gar nicht mal so bizarr, auch wenn sie teilweise vielleicht etwas extravagant klingen.


We Are Waves - "Hold"We Are Waves – "Hold"
New Wave, Indie Rock (MeatBeat Records, 2018)

Die aus Turin stammenden Italiener verfolgen einen derzeit recht angesagten Musikstil; zumindest in der Indie-Szene. Ihr Mix aus eben Indie, New Wave und einem winzigen Hauch Post-Punk erlangte in den letzten Jahren ein wiedererstarktes Interesse der Hörerschaft. Rein musikalisch machen WE ARE WAVES ihre Sache auch tatsächlich sehr ansprechend und können sogar mit der einen oder anderen tollen Idee glänzen. Der Sänger meint es dabei jedoch oftmals ein wenig zu gut, denn das sich ständige Überschlagen seiner Stimme kann dazu führen, dass man als Hörer von dem anhaltenden Geheule einfach genervt ist und eher einen pickeligen Teenie im Stimmbruch vor Augen hat, als einen Sänger, der mit Können und echtem Gefühl zur Sache geht. Nichts für ungut.


Beach House - "7"Beach House – "7"
Dream Pop, Indie Pop (Bella Union, 2018)

Das Traumpop-Duo Alex Scally und Victoria Legrand hat seine Musik fest im Griff. Zudem sind sie sich offenbar ihrer Stärken absolut bewusst, denn "7" hält ganz locker die Qualität der beiden Vorgänger-Alben "Depression Cherry" und "Thank Your Lucky Stars" (beide 2015) ein und hoch. Lückenfüller gibt es keine und selbst, wenn man möglicherweise nicht sofort mit jedem Stück warm wird, sollte man ein paar Anläufe mehr wagen, es wird sich lohnen. Tolle, entspannte und liebevoll gestaltete Musik, die emotional berühren kann und dem Hörer eine Auszeit vom Alltag gönnt.


Suuns - "Felt"Suuns – "Felt"
Indie Rock, Experimental, Avantgarde, Industrial (Secretly Canadian, 2018)

Diese Kanadier sind offenbar nicht bereit, auch nur einen Millimeter von ihrem steinigen Weg abzuweichen. Warum auch, denn ihre Musik ist einzigartig und wer kann das heutzutage schon von sich behaupten? Sie polarisiert in höchstem Maße und bietet somit Gesprächsstoff; sie ist künstlerisch anspruchs- und wertvoll. Das alles ist natürlich relativ, denn selbst, wenn ihr voriges Album hier nicht in höchsten Tönen Anklang gefunden hat, ist der Stoff nicht zu unterschätzen. Manchmal braucht Musik einfach (deutlich) länger, um entsprechenden Eindruck zu machen, und das ist auch der zweite Grund, neben der erwähnten enormen Extravaganz, weshalb SUUNS einfach schwierig zu konsumieren sind.

7/10


Laura Carbone - "Sirens"Laura Carbone – "Sirens"
Indie Rock, Indie Pop, New Wave (Duchess Box Records, 2014)

Die deutsche Sängerin hat mit "Sirens" 2014 ein selbstbewusstes Debüt vorgelegt. Im Augenwinkel sind Namen wie PJ HARVEY und THE BREEDERS erkennbar, wobei Mrs. CARBONE keineswegs ein Plagiat sein möchte und auch keins ist. Mit etlichen schwungvollen Stücken, mal poppig, mal wave-lastig, mal zickig rockend, rückt sie vor und zeigt, was sie kann. Dabei springt sie eventuell manchmal ein wenig übers Ziel hinaus und präsentiert sich etwas zu schnullig oder zu angepasst, dann aber kommt sie wiederum mit Songs um die Ecke, von denen man sich wünscht, dass es mehr davon geben sollte. Zweischneidiges Schwert also, wobei LAURA CARBONE sicher ihre Anhänger finden wird.

7/10


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