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Kurz notiert #10

29. April 2015 | Bastian | Kurz notiert » Musikrezensionen | 1.491 mal gelesen

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MAЇAK - "A Very Pleasant Way To Die"Maïak – "A Very Pleasant Way To Die"
Post-Rock (Fluttery Records, 2015)

Fukushima. Tschernobyl. Das dürften wohl die ersten Assoziationen sein, die die meisten Menschen zum Thema Atomunfälle herstellen. Weniger bekannt, dank jahrzehntelanger sowjetischer Geheimhaltung, ist die Atomanlage Majak, in der sich vor nunmehr fast 60 Jahren der sog. 'Kyschtym-Unfall' ereignet hat. Laut INES-Skala der drittschwerste, aber wenn man noch an die Problematik des Karatschai-"Beton"-Sees denkt, dann kann einem sehr unwohl werden. Die Schweizer Postrocker haben sich diesen symbolträchtigen Namen verpasst, der zusammen mit dem Albumtitel mehr als ironisch wirkt. Ironie beherrscht auch die Titel der fünf Instrumentalstücke, wie z.B. "We All Live In A Yellow Kursk". Das Quartett spielt astreinen, atmosphärischen Post-Rock, der alle Kontraste von fast kammermusikartigen Sequenzen über elegische Ambientpassagen bis hin zu aggressiven Powerchord-Attacken ausleuchtet – bisweilen ungestüm und roh. Unkontrollierte Ausbrüche – da wären wir auch wieder beim passenden Namen.

7/10


GOOD MORNING FINCH - "Gemini"Good Morning Finch – "Gemini"
Post-Rock, Indie Rock, Dream Pop (Waves For The Masses Records, 2015)

Vier Sizilianer debütieren mit "Gemini", einer musikalischen Reise, die den Hörer zu einem gelungenen Konglomerat aus Post-Rock, Indie und Dream Pop führt. Sie mögen die atmosphärischen Elemente in ihren Songs, doch auf Gesang wollen sie nicht ganz verzichten. Aus dem Instrumental-Trio ist eine Band geworden, die rockende Traumlandschaften mit Ecken und Kanten kreiert – Dream Rock oder Popgaze, wie es die Band selbst nennt. Auf der Platte gibt es einige hörenswerte Highlights, die zeigen, wie gut diese Mischung harmoniert, u.a. "Notte Elettrica" und "Cane". Einfach mal reinhören, bei Bandcamp gibt's die Platte derzeit als Gratisdownload.

7/10


THE VIEW ELECTRICAL - "Roseland"The View Electrical – "Roseland"
Dream Pop, Indie Rock, Post-Rock, Wave (Hummus Records, 2015)

Dream Pop, Wave, Indie, Post-Rock, Soundtrack-Feeling – irgendwie alles davon, und das bitte reichlich. Wer auf Stilexplosionen steht, muss jetzt diese Platte hören. Die Schweizer Band klappert in zwölf hörenswerten Songs alle denkbaren emotionalen Stationen ab, von leichten, beschwingten Instrumentalpassagen über elektronische Beats, düstere Synthflächen bis hin zu energetischem Adrenalingeschrammel. Mal sehr kompakt arrangiert, mal regelrecht ausufernd wie im Titelstück oder dem großartigen "We Won't Say", die sich beide über mehr als neun Minuten erstrecken. Facettenreichtum und Liebe zum Detail, keine Schranken – das war die Devise. Crossover im wahrsten Sinne des Wortes.

7/10


Tunturia - "Halls Of Sky"Tunturia – "Halls Of Sky"
Post-Rock (Oxide Tones, 2014)

Die Kanadier produzieren seit 2007 verträumten Post-Rock, und das so überzeugend, dass ihre frühen Veröffentlichungen wie "Maps" mittlerweile gefragte Sammlerstücke sind. Das neue Album "Halls Of Sky" reiht sind nahtlos in ihre Diskographie ein – ein kurzweiliger, instrumentaler Atmosphärenrock-Trip über den Wolken. Und doch, etwas ist neu, denn so ganz auf die Instrumente beschränken sie sich dieses Mal nicht. Der umtriebige Bryan W. Bray (u.a. GATES) steuert mit seiner Stimme ein paar Gastbeiträge hinzu, vor allem im letzten Track "Dark Summer Dawn", der das ganze Album überraschend in einen düsteren Schatten mit Orgeln und Doom-Metal-Flair hüllt!

7/10


Weird. - "A Long Period Of Blindness"Weird. – "A Long Period Of Blindness"
Shoegaze (Lady Sometimes Records, 2015)

'Weird' ist bei den Italienern nur der Name – denn Verwirrendes oder Verrücktes offenbart ihre Musik nicht. Dafür übt sich die Band auf ihrem zweiten Album in wunderschönen Shoegaze-Rocksongs, die gar nicht lang genug sein könnten. Vor allem die emotionale Sprache ihrer Kompositionen weiß den Hörer zu vereinnahmen. WEIRD setzen auf sorgfältig konstruierte Spannungsbögen und zelebrieren ihre Höhepunkte in vielschichtigen, atmosphärischen Arrangements. Anspieltipp: "Widow" – das Album gibt es übrigens (wie den Vorgänger) bei Bandcamp als Gratisdownload.

7/10


Anthony Donovan & John 3:16 - "Of The Hex And Its Likenesses"Anthony Donovan & John 3:16 – "Of The Hex And Its Likenesses"
Ambient, Electronic, Industrial (Flood Records, 2015)

Anthony Donovan (Murmurists) und John 3:16 sind im Bereich experimenteller Musik keine Unbekannten und haben sich auch schon unter dem Dach von Alrealon Musique getroffen. Auf diesem Album nun vereinen sie ihre Kräfte und bringen dafür ein beachtliches Saiteninstrumentarium mit. Auf "Of The Hex And Its Likenesses" geht es um elektronische und akustische Klangmanipulation, Ambientflächen und -drones wechseln mit Noisepassagen und Industrialflair. Abgesehen vom grundsätzlichen experimentellen Charakter dieses Albums kommt es aber immer wieder zu recht harmonischen Momenten, oder wie im letzten Stück regelrecht konventionellen Strukturen. Kein Easy-Listening, aber genau das, was man vom Engländer und dem Franzosen erwartet.


SECOYA - "Ghosts"Secoya – "Ghosts"
Ambient (Fluttery Records, 2015)

George Robinson aus Bristol, Großbritannien, arbeitet am liebsten im Bett. Während andere Menschen in den Morgen hetzen, formt er vermutlich aus dem Stoff, der aus den Träumen kam, in den Morgenstunden seine Ambienttracks. Die gestalten sich teilweise genauso gemütlich wie seine Arbeitsstätte, mit herrlich altmodischen Synthmelodien voller Wärme und Melancholie. "Ghosts" besticht durch ein dynamisches Klangbild, wo sich Reverbs mit verhaltenen Glitch-Elementen treffen. Der zunächst starke Eindruck kann aber auf Dauer nicht gehalten werden, denn da gerät das Debüt des Briten dann leider etwas gleichförmig. Aber ein schlechter Start in den Tag ist das ganz und gar nicht.

6/10

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