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Kröwnn – "Magmafröst"

23. September 2014 | ME | Musikrezensionen | 1.339 mal gelesen

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Italians doom it better

Kröwnn - "Magmafröst"Italien ist ein feines Land. Es ist überhaupt eines der besten Länder in jeder Hinsicht. Das transparente, leichte Licht, die azurblaue Luft, das einladende Meer und pastellkorallenrot leuchtende Städte verführen Sinne und Seele. Und von diesen lichten Gestaden kriechen uns KRÖWNN entgegen. Wie das? Ein Doom-Dreier, bestehend aus zwei Damen und einem Herrn. Das hätten wir jetzt nicht von Bella Italia gedacht, oder? Und, um es vorwegzunehmen, der Hang zu musikalischem Pathos und weißem offenem Macho-Hemd und Amore, wie es merkwürdigerweise unser Lieblingsurlaubsland sonst musikalisch so auszeichnet, wird hier komplett negiert.

Es regiert knarziger Doom-Rock. Songs werden gelebt, schweißgebadet geben Bassistin Silvia, Drummerin Elena und Vocalist und Gitarrist Michele alles. Lava wälzt sich voran, es regnet Staub, das Riffing liegt schief in der Bahn, der Truck fährt Schlangenlinien. Herrlich, wie Siebziger Sound hier kreiert wird. Aber nicht täuschen, metallische Akkorde kommen nicht zu kurz.

Die turmhogen Stahlwände klammern, doch die Vocals lassen sich nicht beirren. Michele singt facettenreich, manchmal deutet er an, dass er sehr gemein giften kann, dann wieder führt er uns sicher und ausdrucksstark durch Moria. Eine sensationell lässige Stimme. Die Texte handeln, soweit ich das beurteilen kann, größtenteils vom allseits geliebten Herrn Der Ringe und ähnlich frostigen Geschichten der Ahnenwelt und das passt. Denn wir sind nicht im skandinavischen Forst, sondern in kantigen Gebirgsmassiven, passieren erkaltende Lavalandschaft und dürfen uns vor hinterlistigen Orkattacken nicht allzu sicher sein.

Schon "Skeksis Dance und "Wyvernking" sind der reinste Rausch. Gitarren, Coolness, lässig aus dem Ärmel geschüttelte Akkorde. Was die Band dann in "Wölfhunt", "To Minas Morgul" (die schräge Hookline, wuuuaaaaarrrrgggghhhh, Song des Jahres) und "Sleipnir" veranstaltet, muss man gehört haben, nicht nur, wenn man auf intelligenten Doom steht. Die Soli, immer hart an den Urvätern orientiert. Das fette geile Riffing. Das tighte Zusammenspiel des flotten Dreiers. Wow, wenn sie Fahrt aufnehmen, Klampfen Funken sprühen und Michele das "Yeeeeaaaah" des Jahres ausstößt. Da muss man sofort zurückskippen.

Das Finale "Forge Of Crom" bündelt noch eimal alle Stärken dieser ganz wunderbaren band. Love it. Auch absolut faszinierend, wie sie ihre Tracks fein HENDRIX-mäßig ausklingen lassen. Sie haben locker einen der geilsten Sänger überhaupt, die tiefgelegteste Bassistin des Planeten und eine Drummerin, die Bostaph und Lombardo locker an die Wand spielt. Und Songmaterial, das Wüste, Gasoline, Mordor und Seventies-Heavyness unbedingt verbindet. Play it loud and rock it out!

8/10

» Kröwnn

INFO-BOX
Künstler Kröwnn
Titel Magmafröst
Format Album
Länge 8 Tracks | 46:36
Label Bizzarian Records
16.06.2014

Leserwertung:

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