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Krakow – "Diin"

15. September 2012 | Bastian | Musikrezensionen | 1.287 mal gelesen

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Mehr als nur Post-Metal

Was macht eine Band namens KRAKOW in Norwegen? Brücken bauen. Brücken  zwischen den Stilen, Brücken zwischen Bands wie ENSLAVED und NEUROSIS. Die Band aus Bergen hat sich einen Sound geschaffen, der mit 'aufregend' wohl treffend umschrieben ist. Schwermetallische Härte paart sich auf "Diin" mit rockenden Melodien und hypnotisierenden, elektrisierenden Passagen musikalischer Schwärmerei.

Auf ihrem zweiten Album zeigen sich KRAKOW als eine Band, die sich von den vermeintlichen Zwängen der Post-Moderne befreit hat. Musikalische Selbstreflexion? Dem Quartett liegt es nicht daran, einen neuen Genreentwurf mit ihren Songs zu zeichnen, noch wollen sie formgerecht in die Schubladen passen, die in den vergangenen Jahren mit dem Attribut 'post' zurechtgezimmert wurden. Die Wurzeln? Sie waren mal im Black Metal, damit noch tiefer im Rock, der seinen Lebenssaft aus dem Blues zog. Die Vorbilder der Band sind mannigfaltig, und genauso klingen sie auch. Schwerfälligkeit, Melancholie, elegische, verträumte Momente und blanke, ungestüme Raserei finden auf "Diin" zu einer überzeugenden Balance. Das Album lässt sich Zeit, doch spätestens schon beim zweiten Stück "Future Past" beginnt man zu ahnen, zu welcher Größe sich dieses Werk aufbäumen kann.

Highlight ist ohne Zweifel der epische Koloss "Mound", in der KRAKOW alle atmosphärischen Register ziehen – wenn hier nicht das Eis schmilzt, dann an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit. Wer Bands wie ISIS und CULT OF LUNA mag, weiß, wie schwer es Bands haben können, um mit der stilentrückten Metal-Rock-Melange wirklich auf Fühlung mit der Seele des Hörers zu gehen. Doch KRAKOW beherrschen diese Sprache erstaunlich gut. "Diin" ist dynamisch, lebhaft und kontrastreich. Wenn sie z. B. mit "Possessed" buchstäblich wie die Besessenen angreifen, kommt das nicht wirklich unerwartet, doch als Hörer wird man trotzdem überrollt von diesem Energieausbruch. Von Überraschungen dieser Art haben KRAKOW noch einige mehr zu bieten, auf einem Album, welches seine Langzeitwirkung bereits beim ersten Durchlauf hell erleuchten lässt. Wer nicht an die Liebe auf den ersten Hör glaubt und etwas Geduld mitbringt, lässt diese Platte eventuell nicht mehr los. Und der Name KRAKOW dürfte sich langfristig auch im Gedächtnis der Musikwelt einbrennen, soviel ist sicher.

» Krakow

INFO-BOX
Künstler Krakow
Titel Diin
Format Album
Länge 9 Tracks | 53:07
Label Dark Essence Records
14.09.2012

Leserwertung:

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