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Khanate – "Clean Hands Go Foul"

13. Juni 2009 | Matthias | Musikrezensionen | 2.047 mal gelesen

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Non-konform

"Clean Hands Go Foul" ist das letzte Album der schrägen New Yorker Avantgarde-Musiker Alan Dubin (u.a. Ex-OLD LADY DRIVERS), James Plotkin (u.a. Ex-OLD LADY DRIVERS, KHLYST), Tim Wyskida (KHLYST) und Stephen O'Malley (u.a. SUNNO))), BURNING WITCH), die zusammen unter dem Banner KHANATE ein paar äußerst abgefahrene und, ja man kann es nicht anders benennen, kranke Aufnahmen veröffentlicht haben.

Ein paar Jahre dauerte es letztendlich, bis "Clean Hands Go Foul" fertiggestellt wurde und zwischenzeitlich zerbrach die Band und löste sich auf. Entsprechend wurde vorliegendes Album posthum komplettiert und veröffentlicht und darf als letztes offizielles Lebenszeichen von KHANATE betrachtet werden.

Wie üblich bei KHANATE gibt es auch auf dieser Veröffentlichung keine geraden und im herkömmlichen Sinne bekannten Song-Konstruktionen, sondern unregelmäßige musikalische Formen und knallharte Sound- und Noise-Collagen, die negative Gemütszustände beschreiben und ausdrücken. Wut, Trauer, Verbittertheit und tiefe Depressionen binden dem Hörer einen kratzigen Strick um den Hals und ziehen so lange zu, bis man Gefahr läuft keine Luft mehr zu kriegen.

"Clean Hands Go Foul" strahlt eine psychopathisch kranke, aber stets dichte und passende Atmosphäre aus. Beängstigend brummende Bass-Arrangements, sparsame Einwürfe des Schlagzeugs und Gitarren, die auf den ersten Eindruck nicht miteinander verknüpfte, schräge Tonfolgen spielen, bilden die Basis der Musik KHANATEs. Hinzu kommt ein verzweifelter, von Wut, Hass und Selbstzerstörung geprägter Schreigesang dazu, welcher den abstrakten musikalischen Formen die Krone aufsetzt. Diese Musik fordert dem Hörer alles an Verständnis, Fantasie, Nervenbelastung und Durchhaltevermögen ab, was er aufbringen kann. KHANATE nagen am Hirn des Konsumenten; sie kochen es weich und schneiden es in Scheiben.

Lässt man die Musik zu, dringt sie tief ein und lässt ein Szenario entstehen, das einem schwarzen Loch gleich kommt. Jegliche positive Energie wird aufgesogen und nachhaltig vernichtet und zu einem schwarzen, undurchdringlichem Klumpen geformt. KHANATE vermitteln dem Hörer ein musikalisches Endzeitszenario, dem man bei hilflos ausgeliefert ist.

"Wings From Spine", "In That Corner", "Clean My Heart" und "Every Cold Damn Thing" sprechen die Sprache eines Psychopathen, der Käfer und andere Insekten aus den Nähten der Wandpolsterung seiner Gummizelle fingert, um sie erst zu sammeln, dann mit ihnen zu sprechen und um sie letztendlich zu fressen wie ein Tier, das seit Wochen keine Nahrung bekommen hat.
Eklig? Genau so klingt die Musik von KHANATE…

» Stephen O'Malley » Khanate

INFO-BOX
Künstler Khanate
Titel Clean Hands Go Foul
Format Album
Länge 4 Tracks | 35:58
Label Hydra Head Records
2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 8,00 von 10)
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