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Judas Priest – "Redeemer Of Souls"

11. Juli 2014 | ME | Musikrezensionen | 1.503 mal gelesen

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Return of the Metalizers

Judas Priest - "Redeemer Of Souls"Thunder and Lightning. Sägende Gitarren. Dezent analoge Sci-Fi-Atmosphäre aus den Achtzigern. Krachende Heavyness. Und wir sind mitten drin im neuen Album der Metal-Legende JUDAS PRIEST. Und das treibende "Dragonaut" ist ein typischer Opener, flott, schräg, melodisch mit flirrendem Solo. Der hätte auch auf "Defenders Of The Faith" gepasst. Das folgende "Redeemer Of Souls" kommt hochmelodisch, mit Groove und einem Chorus, der zum Mitträllern einlädt wie einst "Leather Rebel". Mit einem überlangen Atmosphären-Intro eröffnet "Gates Of Valhalla". Dieser längste Song des Albums mischt Speed, Hymne und Prog-Elemente, welche sie ja hin- und wieder gern integrierten, man denke z.B. an "Solar Angels". Hier bekommen wir auch die bekannten Schreie von Halford, welche in den Song sicheln. Die Hammerpassage hat sich die Band für das letzte Drittel aufgehoben, erst das klirrende Asgard-Solo, sodann ein gemein gesprochener Part, Halfords hoher Schrei, dann Gitarren wie von "Painkiller", Tritonus, KING DIAMOND hätte seine Freude an diesem vertonten fünfzackigen Stern.

Es fällt auf, dass die Band eher mit Groove und weniger mit Speed operiert. Sie wendet sich einerseits ihrer rockigen Frühphase zu, anderseits bereichert sie ihren musikalischen Kosmos gern mit Prog-Elementen und epischen Motiven. Metallisch ist JUDAS PRIEST dabei immer. Das hymnische "Sword Of Damocles" tönt heroisch, heavy, spielt sogar mit Folk. Mit "March Of The Damned" guckt die Kombo ein wenig über den Teich, denn in den USA gibt man sich gern mit solcher Mucke fett den trven Kick auf der Route 66. Heavy as fuck sozusagen. Smasher wie "Down In Flames" mochten sie immer, die Briten. Eine einfache, aber wirksame kleine Melodie und dann dieser typische Halford-Gesang, am Ende das Solo, wie es eben nur von Glen Tipton gespielt werden kann. Fast hätte ich Downing gesagt, aber der ist ja nicht mehr dabei. Nun, Faulkner vertritt ihn in feiner Manier.

"Hell & Back" eröffnet sanft. Doch die Gitarren lassen nicht nicht auf sich warten. Kennt jemand noch "Hero's End"? Dieses schiefe Riffing wird nun quasi melodisch aufgelöst und in einen griffigen Track verpackt. "Sooo Far Away…", hach ja… Halford kommt naturgemäß nicht mehr in die Höhen wie vor 30 Jahren, aber gerade das Alter macht seine Stimme rauer, ohne dass sie dabei etwa ihr metallisches Flair verlöre. Und ist somit nicht minder interessant. Und diese Art Rock passt viel besser als etwa "Nostradamus" oder Weihnachtslieder. Der CASH-Effekt sozusagen. Und Halford tönt weit veritabler als zum Beispiel Kollege Bruce, variabler, erdiger, schriller.

"Cold Blooded" ist eines meiner Highlights. Der melancholische Track erinnert mich an die Siebziger/Achtziger-Phase der Band, dieser geile Chorus nach der traurigen Strophenphase, das superbe Solo, geil! Zunächst unauffällig, mutiert dieser Song zum Liebling wie etwa "Desert Plains" einst. Und weil es der Morgen vor der Schlacht ist, folgt mit "Metallizer" eine geduckte Speed-Granate mit Doublebass. Man spürt die lauernden Morgensterne, der Chorus motiviert nun endgültig, den gemeinen Schergen im Jagdgalopp den Boden zu vermessen. Hier kommt mal wieder der "Painkiller" zum Vorschein. Aber nicht zulange, denn die Band überrascht beim folgenden Song mit einem bluesartigen Beginn. "Crossfire" mutiert jedoch schnell zum bodenständig-erdigen Heavy-Loader. "Caught In The Crossfiiiiiiiiiiire….", METALLICA werden den mögen, soviel ist klar.

Das Glockenintro von "Secrets Of The Damned" wär wieder etwas für unseren diamantenen KING. Der zweite Teil des Albums ist aber auch geil geworden. Die hinter die Strophenphase geschobenen Hooks, welche den Song tragen, ihm eine fette stählerne Grundlage verpassen, die orientalischen Vibes, all das führt in die Achtziger, ist ein Spiel mit den Wurzeln dieser Musikform. "Battle Cry" ist dann der Song für alle, die noch einmal den Wald durchkämmen wollen, um auch wirklich sicher zu sein, alles Gelichter über den dunklen Fluss zu schicken. Mit "Beginning Of The End" endet der Tag verdientermaßen still, sanft und atmosphärisch. Die Ballade ist so lässig wie "Before The Dawn" und lullt uns angenehm ein.

Klar, manche werden sagen, es hätte mehr Speed geben sollen, noch mehr Schreie, mehr "Painkiller" oder "British Steel". Das kann die Band locker ab, hat sie doch auch so ein verdammt unterhaltsames Sommer-Metalalbum veröffentlicht, das genug Euphorie und Epik enthält, um es oft einwerfen zu wollen. Luftgitarre? Ja, aber bitte nicht am Steuer! Das Album wirkt kompakt und man kann es fein am Stück hören. Gitarren, Gitarren, Gitarren. Und mal ehrlich, in diesem Genre, dass sie ja mitbegründeten, gräbt diesen britischen Spitzbuben keiner, KEINER, das Wasser ab. They Are The Metal Kings.

9/10

» Judas Priest

INFO-BOX
Künstler Judas Priest
Titel Redeemer Of Souls
Format Album
Länge 13 Tracks | 61:58
Label Epic / Columbia
08.07.2014

Leserwertung:

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