• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Jesu / Sun Kil Moon – "30 Seconds To The Decline Of Planet Earth"

14. Juli 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 131 mal gelesen

Tags: , , , , ,

Tagebuchvorträge mit musikalischer Begleitung

Jesu / Sun Kil Moon - "30 Seconds To The Decline Of Planet Earth"Da ist sie, die zweite Kollaboration von Justin Broadrick (JESU) und Mark Kozelek (SUN KIL MOON). Hat das Debüt der 'Gebrüder Seltsam' bereits einige Fragen aufgeworfen, die übrigens immer noch nicht restlos beantwortet bzw. entschlüsselt werden konnten, durfte man sich im Vorfeld des Zweitlings ebenfalls wundern, was einen denn da nun wohl erwarten wird. Nun, das muss man den beiden lassen, sie haben keine Blaupause durchgeführt, sondern ihre Musik auf ein weiteres Level getragen. Wohlgemerkt ihre Musik, denn Kozelek ist nach wie vor ein verdammt sturer und offensichtlich unverbesserlicher Mistbock am Mikro.

Hat man im ersten Stück noch den Eindruck, Kozelek würde tatsächlich mal wieder in die Nähe von so etwas wie Gesang kommen, hat sich die verhaltene Freude leider ganz schnell wieder erledigt. Spätestens ab dem zweiten Stück fängt er wieder zu labern an und quatscht die Lieder mit seinen tagebuchartigen Texten dicht. Zwischendurch -das muss man ihm dann doch zugute halten- lässt er sich ab und an herab und verpasst seiner Stimme in Momenten, die man als Chorus bezeichnen könnte, doch noch so etwas wie Melodie. Mit Wohlwollen kann man das auch als richtigen Gesang bezeichnen; wohlgemerkt nur zwischendurch, in der Regel herrscht das eher eintönige Aufsagen seiner Lyrics. Diese sind übriegens nicht mehr ganz so bissig geraten wie zuvor, außer vielleicht die von "He's Bad", in dem Kozelek seiner (negativen) Meinung über Michael Jackson freien Lauf lässt.

Eine kleine Überraschung gibt es lediglich in der instrumentalen Umsetzung. Verzerrte Gitarren wurden fast komplett aus dem Kontext gestrichen, zugunsten eines deutlich verstärkten Einsatzes elektronischer Elemente, die sehr ambientlastig klingen. An den sechs Saiten gibt es das für JESU typische, melancholische Picking zu hören, an dem man den Einfluss Broadricks am ehesten festmachen kann. Seine Handschrift diesbezüglich ist einfach unverkennbar. Musikalisch ist das Ganze annähernd mit Veröffentlichungen wie "Pale Sketches", "Infinity" oder der JESU-Split mit ELUVIUM zu vergleichen.

"30 Seconds To The Decline Of Planet Earth" ist stimmiger als das Debüt des Duos und besitzt auch mehr Charme als dieses. Dennoch hätte es, das muss leider noch einmal wiedergekäut werden, deutlich mehr Potential entfalten können, wenn der Herr Kozelek einfach mal wieder weniger selbstherrlich agieren und das mit seiner Stimme machen würde, was er eigentlich auch ganz passabel kann: Singen!

» Jesu / Sun Kil Moon

INFO-BOX
Künstler Jesu / Sun Kil Moon
Titel 30 Seconds To The Decline Of Planet Earth
Format Album
Länge 9 Tracks | 77:12
Label Caldo Verde Records
05.05.2017

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (Noch keine Leserwertungen vorhanden)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Jesu / Sun Kil Moon – "Jesu / Sun Kil Moon"
» Jesu – "Pale Sketches"
» Jesu – "Why Are We Not Perfect?"
» Jesu / Eluvium – "Split EP"
» Jesu – "Sun Down / Sun Rise"
» Jesu – "Everyday I Get Closer To The Light From Which I Came"
» Jesu – "Christmas"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *