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Jesu – "Silver"

18. November 2009 | Matthias | Musikrezensionen | 2.229 mal gelesen

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Silver is just another gold

Jesu - "Silver"Der ehemalige GODFLESH-Mastermind Justin Broadrick hat nach Ableben selbiger Band bekanntlich JESU ins Leben gerufen um neue musikalische Wege zu beschreiten. Ganz so weit ist die Musik zwar nicht von GODFLESH entfernt, aber um etliche Nuancen erweitert.

"Silver" ist die dritte Veröffentlichung JESU' und war als eine Art Vorgeschmack auf das damals nachfolgende Album "Conqueror" zu verstehen. Der eingeschlagene Weg wurde konsequent eingehalten und erneut eine schwer melancholische Klang- und Klagewelt erschaffen, die förmlich vor Emotionsausbrüchen strotzt. Ich weiß zwar nicht, was J.K. Flesh aka Justin Broadrick schon so alles mitmachen musste, aber solche Musik schreibt niemand, der rundum glücklich ist in seinem Leben. Hier spielen Psychopharmaka und andere Substanzen scheinbar eine große Rolle.

Der Titeltrack "Silver" knüpft genau dort an, wo das erste Album endete. Ted Parsons' (Ex-SWANS, Ex-PRONG) langsames, maschinell wirkendes Drumming, die ausufernden und schweren Gitarrenwände des Herrn Broadrick, welche jedoch nie aggressiv oder anheizend wirken, traurig-melodische Leadgitarren, Diarmuid Daltons grollender Bass und eine sanfte Untermalung durch Keyboards erschaffen eine Mischung aus hoffnungsloser Endzeitstimmung. Dazu kommt Justins verhaltener, trauriger Gesang, der schon fast eher ein Sprechen ist und gibt dem Lied den endgültigen Tiefgang und dem Hörer die Möglichkeit, in eine andere Welt abzudriften.

Der zweite Track "Star" reißt den Hörer dann vorerst aus diesem Konzept heraus, beginnt er doch mit einem zügigen Beat mit so genanntem (Snare-)Vorschlag. Spätestens mit Einsetzen des leicht mit Hall unterlegten klaren Gesangs werden dann eindeutig Erinnerungen an vergangene GODFLESH-Zeiten wach, auch wenn die Aggression des Fleisch Gottes bei "Star" nicht enthalten ist. In der Mitte des Stückes findet dann ein Taktwechsel statt und die Drums spielen zum selben Songmuster einen langsameren Beat, der dem Lied eine andere Farbe verpasst.

"Wolves" kehrt danach exakt dorthin zurück, wo der Titeltrack endete. Tonnenschwere und depressiv langsame Melodien, viel Hall, schleppendes Drumming und eine Menge Psycho im Hirn. Ein Song zum Dahinschweben und sich fallen lasen.

Den Abschluss bildet "Dead Eyes". Diverse Soundspielereien, Drum Machine (die auch in den anderen Stücken eingesetzt wird), tief brummender Bass und (sehr an GODFLESH erinnernde) kernige Gitarren-Riffs kommen zum Einsatz. Der Gesang wurde dermaßen elektronisch verfremdet, dass man den Text nicht verstehen kann, was hier aber definitiv Absicht ist. Auf der GODFLESH-Fan-Website, die auch für die JESU-Releases zuständig ist, steht diesbezüglich folgender Kommentar des Webmasters: "…I'm convinced there are words here but I'm also convinced we'll never know what they are!"

Diese EP ist nicht nur Silber, sondern Gold wert!

9/10

» Jesu

INFO-BOX
Künstler Jesu
Titel Silver
Format EP
Länge 4 Tracks | 28:37
Label Hydra Head Records
11.04.2006

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (3 Wertungen, Ø 9,67 von 10)
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1 Kommentar zu Jesu – "Silver"

Stendahl666
19. November 2009

I love Jesu! Thx for inspiring ME!

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