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Jesu – "Heart Ache"

30. Dezember 2009 | Matthias | Musikrezensionen | 1.842 mal gelesen

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Die Mammut Debüt-EP

Jesu - "Heart Ache"Nachdem GODFLESH im Jahre 2002 gestorben waren, gönnte sich Mastermind Justin Broadrick eine Auszeit, um neue Kräfte zu sammeln. JESU entsprang dem Gedanken, die düsteren und depressiven Elemente aus dem ursprünglichen GODFLESH-Sound zu extrahieren und mit einigen frischen Ideen zu versetzen, die mit dem Industrial-Schlachtschiff nie möglich gewesen wären. Auch wenn JESU gar nicht mal so weit entfernt sind vom ursprünglichen GODFLESH-Feeling, sind neue Impulse leicht und unverkennbar auszumachen. Etwas Avantgarde, eine Menge Psycho der Marke NEUROSIS, eine Prise SWANS und bittere Depression gepaart mit dem unverkennbaren Gitarrensound Broadricks lassen die Grenzen, die er sich mit GODFLESH steckte, problemlos verschwimmen und den Spielraum deutlich erweitern. So geschehen auf "Heart Ache", der ersten Veröffentlichung von JESU aus dem Jahre 2004.

Die EP beinhaltet zwei Kompositionen, die mit absoluter Überlänge aufwarten und vom Chef persönlich komplett im Alleingang eingespielt wurden. Der Einsteiger ist der Titeltrack "Heart Ache" und stellt den Hörer mit seinen 19:42 Minuten auf eine starke Geduldsprobe. Dasselbe gilt für den Nachfolger "Ruined", der mit einer Spielzeit von 20:14 Minuten sogar noch einen drauf setzt.

Exzessiv wirken hier schleppende und kriechende Drums, unbarmherzige Riffs und Psychedelic-Elemente bis zur totalen Blutarmut im Hirn auf den Hörer ein. Der Gesang ist typisch im GODFLESH-Stil gehalten und pendelt zwischen Broadricks typisch aggressiver und energetischer Stimme und seinen mit viel Hall unterlegten, klaren Depri-Vocals. Die Musik ist voller Spannungsbögen und schwerer Dynamik. Sekundenlange Pausen während mancher Breaks erfüllen vollkommen ihren Zweck und zeigen eindeutig auf, dass man nicht nur mit Doom- und Gothic Metal düstere und äußerst beunruhigende Stimmungen erzeugen kann.

Justin Broadrick ist mit seiner Musik stets auf der innovativen Seite gewesen, da sie niemals mit irgendeiner anderen Band vergleichbar war und ist. Nicht umsonst nennen Bands und Künstler wie DEVIN TOWNSEND, FEAR FACTORY, RED HARVEST und viele mehr GODFLESH als einen großen Einfluss für ihre eigene Musik.

Der Kampf auf dem Markt wird für JESU mit Sicherheit nicht einfach, da die Musik von nicht mal eben nebenbei konsumierbar ist. Hier ist Aufgeschlossenheit und der Mut neues zu entdecken gefragt. Zu sagen die Musik wäre schlecht kann jeder, aber den Sinn dafür zu haben, den Visionen von Broadrick zu folgen, ist schon fast mit der Kunst der Musik an sich gleich zu stellen.

Wer GODFLESH geliebt hat, kommt an dieser EP nicht vorbei. Vor allem all jene, denen die langsamen und schweren Tracks von GODFLESH gefallen haben, sollten unbedingt ein Öhrchen riskieren.

9/10

» Jesu

INFO-BOX
Künstler Jesu
Titel Heart Ache
Format EP
Länge 2 Tracks | 39:56
Label Dry Run Recordings
30.08.2004

Leserwertung:

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