• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Jeanie Bryson – "Deja Blue"

11. März 2010 | ME | Musikrezensionen | 1.799 mal gelesen

Tags: ,

Cool Ladies Of Jazz (Part III) - Willkommen in Nassau, Mr. Bond!

Jeanie Bryson - "Deja Blue"DIZZY GILLESPIE ist eine Legende. Nicht oft gelingt es Söhnen oder Töchtern, künstlerisch hochrangigen Eltern nachzueifern und dabei ähnlich große Klasse zu erreichen. JEANIE BRYSON, Tochter von DIZZY, ist eine solche Ausnahme. Mit einer lässigen Jazz-Stimme gesegnet, hat sie inzwischen fünf Alben veröffentlicht. Eines davon ist "Deja Blue”. Mit dem gleichnamigen Titelsong und Opener gelingt ein Einstieg, wie er besser nicht sein kann. Wenn man Felix Leiter und James Bond in Nassau begegnet, dann zu solcher Musik.

Gitarren werden sanft einlullend angestimmt, ganz die Nassauische Art. Dazu swingt ein Xylophon zu feinen Percussions; all diese Wohlklänge werden von JEANIE BRYSON genutzt, ihre Stimme entspannt wellenförmig säuseln zu lassen. Wir lehnen uns zurück und genießen Sonne, das Treiben im Wasser, die bunten Farben von Menschen und außerordentlich beschwingter Landschaft. Unsere Strandbar ist nah; der Cocktail ist süß, schwer von Alkohol und dennoch macht uns diese Mischung leicht, verträumt.

Nun, Felix Leiters weißer Anzug und seine schwarze Sonnenbrille sorgen für sehnsuchtsvolle Blicke seitens der Bikinischönheiten; auch JEANIE kann nicht umhin, ihn anzuschmachten: "It's So Nice To Have a Man Around The House" flötet sie. Inzwischen ist James dabei, die schöne Domino einer freundlichen Prüfung zu unterziehen; leider führt Largo sein Mündel alsbald auf die Diskovolante, seine herrschaftliche Yacht. "Sadness" macht sich breit, jedoch nicht lange. Denn die Bahamas sind karnevalistisch auf der Höhe; Musik, Tanz, Vergnügen, aber auch Gefahren warten im "Kiss Kiss-Club". Uns interessiert hier nur die Musik, daher verlassen wir James nun; wie wir wissen, kommt er gut allein klar.

JEANIE BRYSON wird von der elektrischen Jazzgitarre begleitet; akustische Saiten setzen Bossa Nova-Akzente, das Klavier swingt munter und Flötenklänge malen den Palmenhintergrund; klar, Palmyra ist nicht weit entfernt. Obwohl JEANIE mit ihrem Gesang gleichmäßig diese lässige Eleganz ausstrahlt, ohne welche am Strand und in der Bar kein Blumenkranz zu gewinnen wäre, die Atmosphäre kaum variiert wird, sind wir fein gestimmt. Das liegt u. a. daran, dass diese wärmenden Sonnenstrahlen auch über längere Zeit angenehm sind; an Sonnenbrand müssen wir keine Gedanken verschwenden und kantige Felsen können von anderen besungen werden. Hier haben wir ein treffliches Gleichmaß erreicht, befinden uns im Einklang mit den Menschen, der Landschaft, Sonne, Wasser, Zeit. Stiller Genuss kann herrlich sein.

9/10

» Jeanie Bryson

INFO-BOX
Künstler Jeanie Bryson
Titel Deja Blue
Format Album
Länge 12 Tracks | 51:26
Label Koch Records
10.07.2001

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 9,00 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Nicholas Payton – "Into The Blue"
» Ron Carter – "Dear Miles"
» Ron Carter – "Jazz & Bossa"
» Roy Hargrove – "Earfood"
» Roy Hargrove Big Band – "Emergence"
» Madeleine Peyroux – "Bare Bones"
» Diana Krall – "Quiet Nights"

1 Kommentar zu Jeanie Bryson – "Deja Blue"

Matt Sick
12. März 2010

Yes! Der beste Teaser den wir bisher hatten 🙂 Die Musik muss ich unbedingt testen. Leider stellt diese Art eine große Lücke in meiner Musikkenntnis dar…

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *