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Ira – "Ghost Tones"

15. September 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 1.374 mal gelesen

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Das "erwachsene" Album

Ira - "Ghost Tones"Mit ihrem Mini-Album "These Are The Arms" waren die deutschen IRA für mich Rockpoeten. Der Eindruck hat sich nach gut drei Jahren mehr als verfestigt, denn diese Jahre haben auf "Ghost Tones" eindeutig Spuren hinterlassen. Man sagt Bands gern im Verlauf der Zeit einen Reifeprozess nach, während andere gerne auf der Stelle treten (was nicht immer etwas schlechtes sein muss). Ich weiß nicht, ob es verfehlt oder zutreffend ist, aber meine ersten Eindrücke von "Ghost Tones" waren tatsächlich die eines gereiften Klangbildes – eines Albums, das "erwachsener" klingt, oder sagen wir lieber gestandener?

"Ghost Tones" lässt eine Nachdenklichkeit spüren, die nicht notwendigerweise in Melancholie und tiefsten Denkfalten auf der Stirn enden muss, die aber vor allem nach einer gründlichen Reflektion über das Leben an sich klingt. Ihre Songs lassen sie bis zum letzten Echo ausklingen, so wie sie ihre Gedanken bis zum letzten Punkt verfolgen und in Worte und Töne kleiden. Keine Hast, keine Hektik, keine Häkchen auf der Liste, kein Rezept mit genau abgewogenen Zutaten. IRA sind anno 2014 Indierocker, die sich nicht lautstark austoben müssen, um Ausrufezeichen zu setzen, und genau diese "erwachsene" Gelassenheit macht diese Platte so wertvoll, weil so emotional tiefgründig.

In Songs wie "I Am My Neighbor" oder "My Mind Is An Algorithm" klingt das wie INTERPOL ohne Post-Punk-Vibe, während die Band in einem Stück wie "Camera" Ruhe und Adrenalin fast gleichzeitig verabreichen. "What Is All This Noise About" lädt ein zu einer Reise durch Tag und Träume, ebenso das Titelstück, welches mit warmen Orgelklängen ausblendet, oder auch "She Said" mit seinem weitläufigen Refrain. Die Songs des Albums entwickeln sich, entfalten sich in vielschichtiger Schönheit. Mal schwebt man wie auf Shoegazewolken, mal wird man von einem ganz eindringlichen Motiv gepackt, bei "Repeat Until Death" alles in einem Song.

So groß und eindrucksvoll haben sie bisher nicht geklungen, und auch nicht so intensiv. Mit "Ghost Tones" ist IRA in meinen Augen der ganz große Wurf gelungen – und stehen damit bisher ohne Label da. Man kann der Band wirklich nur einen mutigen Verleger mit langem Atem wünschen, der sich dieser großartigen Platte annimmt.

8/10

» Ira

INFO-BOX
Künstler Ira
Titel Ghost Tones
Format Album
Länge 10 Tracks | 54:34
Label Eigenproduktion
07.03.2014

Leserwertung:

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