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International Karate – "More Of What We've Heard Before Than We've Ever Heard Before"

14. November 2011 | Bastian | Musikrezensionen | 1.665 mal gelesen

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Es gibt ein Leben nach dem Post-Rock

International Karate - "More Of What We've Heard Before Than We've Ever Heard Before"Sie mussten sich verändern. Nicht weil sie es nötig gehabt hätten, sondern weil sie es wollten. Den Australiern hat es nach einigen rein instrumentalen Alben im Standard Post-rock-Format so sehr in den Händen und Füßen gekribbelt, dass fortan neue Wege beschritten werden sollten. Wege, die dabei viel tiefer in die Materie und viel stärker in die Menschen an den Instrumenten eindringt. Das Ergebnis kann sich absolut hören lassen, denn "More of What We've Heard Before Than We've Ever Heard Before" ist ein gelungener Ausbruch aus dem steifen Korsett von Post-Rock Klischees und instrumentalem Singsang.

Wenn die Band aus Melbourne in ihrer privaten Diskographie gegraben hat, so hat diese inspirierende Musikarchäologie vor allem die 80er Jahre wachgerüttelt. Schon die ersten Klänge des Albums entführen uns auf die Pfade von Indie Rock, Shoegaze und Post-Punk. "Only Good Will Come Out Of This" z. B. begeistert durch seine simple, schöne Synthmelodie, in die man sich glatt verlieben könnte – poppig, eingängig, leichtfüßig. Zwischendurch gibt es zarten Gesang wie von Hope Sandoval zu MAZZY STAR Zeiten, aber auch Reminiszenzen an frühe Idole, wie sie auch von den EDITORS oder INTERPOL zelebriert werden. Die Songs leben, blühen auf und peitschen mitunter das Adrenalin ziemlich hoch, und dass, obwohl das generell sehr dynamische Album kein bißchen aggressiv vorgeht.

Es lebt von schönen Kontrasten aus harten Riffs und großartiger Atmosphäre, und in Songs wie "The Future's Not What It Used To Be" von der gelungenen Symbiose aus Mensch und Instrumenten, die sich zum Ende hin harmonisch vereinen. Das gelingt ihnen zwar nicht immer, doch in einigen Momenten wie z.B. "Geography" laufen sie zur Höchstform auf, ohne sich dabei groß in Szene zu setzen. Wenn sie eine Fertigkeit wirklich beherrschen, dann die der kleinen Töne mit großer Wirkung. Und dank teils bestechend einfacher Riffs mit hypnotischer Wirkung ("A Night Without Sleep") werfen sie uns äußerst erfolgreich Anker in die Gehörgänge. Ohrwürmer mit Kuschelbedürfnis.

INTERNATIONAL KARATE – A Night Without Sleep

INFO-BOX
Künstler International Karate
Titel More Of What We've Heard Before Than We've Ever Heard Before
Format Album
Länge 11 Tracks | 45:53
Label Sensory Projects
2007

Leserwertung:

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