• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Insomnium – "Shadows Of The Dying Sun"

26. April 2014 | ME | Musikrezensionen | 1.934 mal gelesen

Tags: ,

AWESOMNIUM

Insomnium - "Shadows Of The Dying Sun"Schwebend leicht zunächst der Einstieg. "The Primeval Dark" flirrt herbei, Schmetterlingsflügel und schwere Drums, sage noch einer, das ginge nicht zusammen. Der Auftritt von Niilo Sevänen. Das Drama ist eröffnet. "While We Sleep" eröffnet mit diesen melodisch sich übereinanderlegenden Leads, Klargesang, Pathos, Epik, Hall, Death Metal. Das können sie, diese finnischen Buben. Und der Chorus von einer herbstlichen Melancholie, in welcher schon die die Saat gelegt ist, die Euphorie des Frühlings gleichsam mitschwingt. Der Flüsterpart führt zu den Wurzeln der Band zurück. Und das leichte ätherische Solo betont progressive Aspekte.

INSOMNIUM 2014. Das bedeutet noch mehr Farbe, noch mehr Melodie und noch mehr Kontraste. "Revelation" setzt diesen Kurs unbeirrt fort. Wenn Niilo singt "I Hear The Unsand Words – The Silence Through The Storm" möchte man zugleich Tränen vergießen und in den Kampf gegen die Schergen der grauen Eminenz ziehen. Oder einfach der Sonne huldigen, dem Ausbruch des Frühlings Referenz erweisen. Sie sind raffiniert. Denn trotz aller Melancholie gibt es immer Hoffnung statt Resignation, Freude statt Trauer.

"Black Heart Rebellion" hämmert mit Black-Metal-Riff in den kurz vor der Blüte stehenden Park. Sichelnde Gitarren überschütten mit schwarzen Pfeilen. Niilo growlt episch, hymnisch ankern die Leads, die Drums führen die Vorhut an. Der Song gehört zu den Härtesten der CD. Und die sanfte Passage am Ende… genial! "Lose To Night" gefällt durch den wehmütigen Klarrrefrain, welcher sich im Stammhirn festsetzt und einen den Tag über begleitet. "Collapsing Words" eröffnet wie "Wheather The Storm", dieser Hammersong mit Stanne von DARK TRANQUILLITY, der weit ausholende Chorus jagt Schauer der Verzückung über die versammelte Fanschar. Sonne und Regen gleichzeitig, es ist dies der faszinierende Punkt vor dem Regenbogen, Innehalten vor majestätischer Größe.

Der längste Song des Albums, "The River" ist eine Art Fixpunkt des Dramas. Black Metal-Versatzstücke, geheimnisvolles Flüstern, schwerer Death Metal, die Kunst verführenden Arrangements, die unausweichliche Zuspitzung und diese phantastische Passage am Ende, wenn der einsame Wanderer sich den Sternen zuwendet wendet ("Stars Fade Away…"), Leads, welche kurz aber eindrücklich an ein Akkordeon erinnern, dieses betörende Finale, das muss man erst enmal verkraften.  Der anschließende Hit "Ephemeral" bringt es knapper auf den Nenner. Er lebt von melodischen Licks und Nilos ausdrucksstarken, warmen Growls.

Kontraste, Schattierungen, die versteckten Farben im Grau der 1000 Seen, das zelebrieren die Finnen musikalisch wie keine andere Band aus Skandinavien. Im Gegensatz zu ihren Landsleuten von AMORPHIS setzt die Band nicht auf poppigen Klargesang und zuckersüße Melodien. Bei Insomnium lauert immer Schwere, Tiefe, Abgrund. Die Musikalität erfährt keine Klammer. "The Promethean Song" lebt von dieser Vielfalt. INSOMNIUM loten die Grenzen aus und bleiben sich gleichzeitig treu. Soli, herrliche Clean Vocals, anklagende Growls, ein Hauch Folk, unprätentiös eingeflochten, das finale ein Hauch schwebender Klavierklänge.

Der Titelsong "Shadows Of The Dying Sun" ist das Ying und Yang zum Abschluss des Albums. Wispernde Strophenphase zu kehligen Growls, der sich schichtende Chorus, Schnee und Berge, Sommer und Meer, Grau und Farbenvielfalt, alles kann parallel existieren. Der Kreis schließt sich. Sie sind unverwechselbar. AWESOMNIUM.

9/10

» Insomnium

INFO-BOX
Künstler Insomnium
Titel Shadows Of The Dying Sun
Format Album
Länge 10 Tracks | 56:26
Label Century Media
25.04.2014

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (6 Wertungen, Ø 7,33 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Insomnium – "One For Sorrow"
» Insomnium – "Across The Dark"
» Shadows Fall – "Retribution"
» Black Sun Aeon – "Routa"
» Black Sun Aeon – "Darkness Walks Beside Me"
» Unanimated – "In The Light Of Darkness"
» This Ending – "Dead Harvest"

1 Kommentar zu Insomnium – "Shadows Of The Dying Sun"

Rianna
31. Juli 2014

guter Review!
nur am Rande: in Finnland gibt es (nahezu) keine Berge. Und die Seen sind blau, nicht grau. Und es gehört auch nicht zu Skandinavien (sondern zu den Nordischen Ländern).
Musikalisch stimme ich aber voll und ganz zu (nur dass ich 10 statt 9 Sterne vergeben hätte). 😉

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *