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Insomnium – "One For Sorrow"

10. Oktober 2011 | ME | Musikrezensionen | 3.696 mal gelesen

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Zum Heulen

"Inertia" nennt sich das überlange Intro, (man könnte es auch einen Song nennen, denn es setzt auch dunkle Growls) des neuen Albums "One For Sorrow" der finnischen Vorzeigetrauerweiden INSOMNIUM. Die Gitarren singen schwebend, wie wir es kennen. Sie bieten diese eigentümliche sehr melancholische Atmosphäre, welche uns abwechselnd in Euphorie versetzt und todtraurig stimmt. Das als Video vorab ausgekoppelte "Through The Shadows" wartet nach Donnergrollen mit einer Refrainlinie auf, welche beinahe modern anmutet,  etwas nach den Schweden BORKNAGAR (mit Vintersorg) tönt und wie ein verhalltes Echo in die herbstliche Monotonie schneidet. Anfangs habe ich mich durchaus mit diesem (ungewohnten) Chorus schwer getan, nun jedoch höre ich auch den Opener sehr gern.

Mit "Song Of The Blackest Bird" servieren uns INSOMNIUM dann einen Überlängesong, wie wir ihn kennen (und lieben!). Die lange vermisste Wisperstimme taucht wieder auf und wir vermeinen Raben am Firmament kreisen zu sehen (und zu hören); die singenden Gitarren entführen in das dunkelste Zentrum skandinawischer Wälder, Zauberstimmen ertönen, der dramatische Gesang und die Heavyness der Rhythmusabteilung schaffen eine ähnlich schwere Opulenz, wie sie einst OPETH (noch in Höchstform!) mit "Blackwater Park" kreierten. "Only One Who Waits" (Supermetalsolo am Ende!) läutet ein zusammenhängendes Trio von Fünfminutensongs ein, welches in genau richtiger Reihenfolge arrangiert wurde, was Dramatik und weitausgreifende Melodien angeht. Härte und typische Leads, welche sich nicht nur im formidablen "Unsung" (Strophenphase und Chorus sind so dermaßen gut!) auch stark nach Schweden orientieren, führen dazu, dass der Rezensent den Lautstärkeregler hart nach rechts dreht, denn diese Power braucht Lautstärke, die Klarstimme, welche sich in der Songmitte meldet, will den Raum ausfüllen.

"Every Hour Wounds" ist dann ein richtiger Härtner; INSOMNIUM sicheln sich auch hier in schwedischem Fahrwasser durchs Schilf der tausend Seen, um erneut einen Chorus einzuläuten, welcher zu Tränen rührt. Ohnehin, manchmal ist diese Regenatmosphäre kaum zu ertragen, zum Sterben schön sozusagen. Das still fließende Instrumental "Decoherence" lässt kurz durchatmen. Denn "Lay The Ghost To Rest" ist wieder so ein Überlängesongungetüm, welches alle Facetten der Band abdeckt, alle Register zieht. Veredelt wird das Ganze von einer in OPETHscher Manier vorgetragenen Klargesangspassage. Überhaupt, hier ist die Nähe der beiden Bands spürbar. Man sollte ergänzen die Nähe zu OPETHs "Blackwater Park"-Zeiten, wie eingangs erwähnt. Nachdem wir nun herrlich angeschlagen sind, folgt mit "Regain The Fire" ein knapperer Track mit Klarrefrain. "When The Rain Keeps Falling Down From The Sky…" intoniert Gitarrist Ville Friman, der dieses Mal alle Klarvocals übernommen hat und einen ziemlich guten Eindruck dabei hinterlässt. Nun, der Regen trommelte schon vorher unaufhaltsam, das müssen wir konstatieren, das Szenario ist Teil dieser Musikform. Mit dem Finale "One For Sorrow" überraschen INSOMNIUM mit Clean Vocals in der Strophenphase zu Akustikheavyness, um dann im Chorus mit warmen Growls fein einzulullen.

Nun, wir sind ziemlich fertig, gleichzeitig auf angenehme Weise enthusiasmiert. Nur SWALLOW THE SUN und BARREN EARTH kommen da mit. GHOST BRIGADE und neuere OPETH nicht. Zum Heulen.

» Insomnium

INFO-BOX
Künstler Insomnium
Titel One For Sorrow
Format Album
Länge 10 Tracks | 53:46
Label Century Media
17.10.2011

Leserwertung:

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