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ICS Vortex – "Storm Seeker"

23. Oktober 2011 | ME | Musikrezensionen | 2.490 mal gelesen

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Der den Sturm sucht

Ich muss es gleich zu Anfang sagen: ICS Vortex alias Simen Hestnæs ist mit seinem "Soloalbum" ein wirklich vortreffliches Kleinod gelungen! Der ehemalige BORKNAGAR- und DIMMU BORGIR-Mitstreiter mit der pathosgeschwängerten eigenwilligen Stimmlage hat, unterstützt von BORKNAGAR-Musikern, ein richtig gutes Album eingespielt. Dabei setzt er auf seinen sehr ausdrucksstarken, etwas nasalen Gesang, sehr melodische, jedoch immer neugierig und somit unerwartet ausschweifende Akkorde sowie eine druckvolle Produktion, welche schon an die Siebziger erinnert, als spaciger Pomp noch als "Instrument" Verwendung fand.

"The Blackmobile" eröffnet das norwegische Schneetreiben furios; Simen Hestnæs singt das "Oh Yeaaaahh" klassisch an OZZY's Nölgesang angelehnt, was den Rezensenten sehr fein stimmt. Auch die Instrumentalabteilung agiert auf Top-Niveau, kein Wunder, es sind, wie schon erwähnt, BORKNAGAR-Leute, welche hier aufdrehen. "Odins Tree" erinnert dann auch an diese Band, doch vorsicht! ICS VORTEX schlägt facettenreich Haken, jedoch verbleibt er immer sehr gekonnt im zugänglichen, nachvollziebaren Bereich, ohne sich jedoch anzubiedern: aus dem Fenster lehnen ist erlaubt, aber nur soweit es dem Song dient. Und so finden auch die Neunziger Eingang in den Klangkosmos, versteckt hinter dornigen Zweigen sogar Indierrock.

"Skoal" entführt in skaldische Gefilde; Norwegischer Folk unterwandert den sehr kurzen typischen Simen Hestnæs-Track. Und so gut geht es weiter: mit "Dogsmacked", "Aces", "Windward", "Shuffled" (Highlight) oder "Oil In Water" (sägende Klampfen) gelingen dem Nordmann ganz ausgezeichnete Rocksongs mit einerseits modernem Appeal, andererseits netten Verweisen auf die Historie der Siebziger, immer mit einem Schuss Progressivität versehen, Reminiszenzen an die Kultband ARCTURUS und dieser melancholischen Grundausrichtung, ohne welche diese Musikform nicht als typisch norwegische denkbar wäre.

Ganz ungewöhnlich, diese Vorgehensweise, denn Black Metal findet sich überhaupt nicht mehr; der Focus justiert sich auf die Vermengung von alt und neu, es setzt Hammonds, Groove, nicht zu weit aus dem Song führende Experimente und atmosphärische Parts. Der Titeltrack, das perlende, beinahe MARILLION-artige "Storm Seeker" erinnert wunderbar an vergangene Zeiten großer Bombastbands. Klasse wie die Rhythmusabteilung in "Flaskeskipper" unentwegt Druck macht; auch dieser wuchtige Midtempo-Song ist großartig geraten mit seinen melodischen Gesängen zu schweren Akkorden. Balladen sucht man somit vergebens, anbiedernd geht anders. Und so endet das Album mit einem Instrumental, das ein wenig an das Jahrzent erinnert, als der unheilvolle Pac Man drohte unsere Seelen aufzufressen. So, soll heißen ohne die Verrenkungen der Interpolation und die Tragik der Vektorrechnung kann man auch Solo-Alben produzieren, Herr Vintersorg!

» ICS Vortex

INFO-BOX
Künstler ICS Vortex
Titel Storm Seeker
Format Album
Länge 11 Tracks | 45:14
Label Century Media
22.08.2011

Leserwertung:

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