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Human Waste Project – "E-Lux"

16. Juli 2010 | Bastian | Forgotten Nu Stuff » Musikrezensionen | 1.984 mal gelesen

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Forgotten Nu Stuff - Teil VIII

Human Waste Project - "E-Lux"Es war 1993, und sie waren gerade auf dem Weg zum Lollapalooza, da dachten sich Scott Ellis und Jeff Schartoff, dass sie doch eine Band gründen könnten. Wenig später holten sie sich Rockröhre Aimee Echo und Studiotechniker und Gitarrist Mike Tempesta an Bord. Im sonnigen Kalifornien wurden die ersten Demos eingespielt bis sich ihr einprägsamer Name langsam in der lokalen Szene verbreitete. Irgendwann spielten sie den Support für Bands wie HELMET, DEFTONES und KORN, bis endlich Hollywood Records anklopften und ihnen einen Plattenvertrag vor die Nase hielt.

Mit etwas Verspätung, an der u.a. volle Terminkalender und brennende Wälder beteiligt waren, erschien dann im Sommer/Herbst 1997 das Debüt und gleichzeitig einzige Album "E-Lux". HUMAN WASTE PROJECT, das war erst einmal ungezügelte Spielfreude und Energie. Irgendwo zwischen JACK OFF JILL und MY RUIN brach sich eine deftige Mischung aus Metal und Alternative Rock Bahn, angereichert durch eine gehörige Prise Punk. Der rohe Sound, den Ross Robinson gezaubert hatte, tat sein übriges. "E-Lux" ist eine sehr dynamische Platte mit vielen Facetten. Rau, ungestüm und wütend einerseits, emotional, melancholisch und verletztlich andererseits.

Das unverkennbare Markenzeichen der Band war Frontfrau Aimee Echo, die mit purer Aggression auf die Bühne steigt, und gleichzeitig fragil wirken kann. Und zwischendurch blitzt immer der listige Charme einer anmutigen Katze durch. Highlights gibt es auf "E-Lux" zuhauf. Nach dem schrägen Intro kommt mit "Disease" der erste Kracher, "Exit Wound" schlägt schwermütige, hardrockende Töne an, "Shine" wirft den Hörer zunächst ins Kinderzimmer und dann ins Stadion mit Breitwandsound. Der Refrain von meinem persönlichen Albumhit "Electra" ist nahezu unschlagbar, was für ein Hammersong, viel besser als die trotzdem gute Single "Powerstrip". Einen weiteren coolen Chorus gibt's bei "One Night In Spain…", wo man soundmäßig wieder auf richtig dicke Hose macht. Robinson hat hier die optimale Balance zwischen einer bodenständigen Underground-Produktion und fetten Sounds gefunden. Mit "Dog" bekommt man dann noch eine Nummer geliefert, die schon beim ersten Riff das Adrenalin hochpeitscht, bevor der Rhythmus des Schlagzeugs das Herz antreibt.

In ihrem Heimatland blieb das Album eher ein Geheimtip, erst mit ihrer Tour nach Europa kam ihnen plötzlich die Aufmerksamkeit der hiesigen Presse zu. Leider trennten sich schon bald die Wege der Musiker, doch anders als im Fall von Bands, bei denen sich alle Spuren verlieren, wurde das HUMAN WASTE PROJECT zum Sprungbrett vier hochtalentierter Musiker, die noch viel von sich hören machten.

8/10

» Human Waste Project

Was sie heute machen:

Echo und Ellis haben theSTART geformt, bei denen Echo bis heute ist, Ellis spielte später noch für SHE WANTS REVENGE. Schartoff gründete PROFESSIONAL MURDER MUSIC, Mike Tempesta wechselte zu POWERMAN 5000 wo er bis 2005 blieb und danach mit seinem Bruder John bei SCUM OF THE EARTH spielte.

Im März und Oktober 2008 gab es zwei exklusive Reunion-Shows, eine weitere (und bis dato letzte) folgte im Juli 2009.

Audio: "Dog"

INFO-BOX
Künstler Human Waste Project
Titel E-Lux
Format Album
Länge 14 Tracks | 47:51
Label Hollywood Records
10.07.1997

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