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Guns Of Brixton – "Inlandsis"

26. September 2012 | Bastian | Musikrezensionen | 2.818 mal gelesen

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Zwischen Schwerlastigkeit und Melancholie

Die GUNS OF BRIXTON sind zurück – bei mir feiern sie allerdings Premiere. Von den französischen Post-Rockern hatte ich bisher noch nichts vernommen, wurde dann aber mit dem Song "Tephrás" blitzschnell auf ihre Seite gezogen. Der befindet sich nämlich auf ihrem neuen Album "Inlandsis" und bietet all das, was man von gutem Post-Rock erwartet: Monumentale Größe und instrumentale Stärke. Apropos instrumental: GUNS OF BRIXTON gehören auch zu der nicht mehr ganz so neuen Strömung von Bands, die wieder zum Gesang zurückgefunden haben, auch wenn dieser die Songs längst nicht so dominiert, wie in anderen Genres. Aber wenn Sprachsamples auf Hardcore-Shouts treffen, dann gehört das zum Prinzip des Auslotens aller Möglichkeiten, die Rockmusik zu bieten hat und die kaum woanders als im Post-Rock so deutlich werden.

War man beim Vorgänger wohl noch recht dub-lastig, hat man diese Jacke wieder ausgezogen, um sich einer sehr weitläufigen Spielart zu öffnen. Die Dub-Einflüsse sind natürlich noch vereinzelt zu hören, auch der Einsatz von elektronischen Detailspielereien zeugt von dieser interessanten Stilkombination, aber vor allem scheint den GUNS OF BRIXTON nun die Mixtur aus facettenreichem Instrumentalrock und epochaler Härte á la NEUROSIS zu liegen ("Porte close"). Was vielen Bands oftmals fehlt, nämlich kernige Stromgitarrenriffs, genau das liefern die Franzosen. Sie bauen ihre epischen Klangfundamente nicht auf, um darauf nur ein wenig Luft und Leichtherzigkeit zu balancieren, sondern verbinden melancholische Töne ("Retour du Japon") mit energetischer Schwerlastigkeit, die das Adrenalin angenehm hochpeitscht.

Auf diese Weise gelingen ihnen bisweilen echte Post-Rock-Hymnen, die sowohl auf kurzer Strecke wie über die lange Distanz von bis zu 13 Minuten ("Terraform") überzeugen. Sie vermeiden unnötiges Instrumentalgeplänkel und Banalitäten, sondern spannen ihre Bögen genau so, wie sie sie brauchen. Entweder direkt auf den Punkt ("Du bist mir vollkommen egal") oder mal ganz ausladend wie bei "Alger", bei dem der weibliche Gesang die Sahnehaube ist. Die Band verlässt dabei gekonnt den klassischen Post-Rock-Rahmen, von dem ich ohnehin langsam das Gefühl bekomme, dass er überholt ist. Bleibt die spannende Frage: was kommt danach? GUNS OF BRIXTON entwerfen mit "Inlandsis" jedenfalls eine überzeugende Antwort, wie das klingen könnte. Tolles Album!

» Guns Of Brixton

INFO-BOX
Künstler Guns Of Brixton
Titel Inlandsis
Format Album
Länge 9 Tracks | 57:10
Label Æntitainment Records
13.09.2012

Leserwertung:

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