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Godflesh – "A World Lit Only By Fire"

16. April 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 370 mal gelesen

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Die Welt brennt lichterloh

Godflesh - "A World Lit Only By Fire"Das Jahr 2014 dürfte für Anhänger von Justin K. Broadrick und insbesondere von GODFLESH, der Band, die er mit seinem Kumpel und Bassisten Ben G.C. Green 1988 ins Leben gerufen hat, eine Art Erlösung dargestellt haben, denn  die Auflösung 2002 kam so erschreckend wie unerwartet. Irgendwie war die Situation um das Ende und die folgende Zeit der Stille völlig unbefriedigend. Es kam plötzlich, unverhofft und es schien endgültig. Als dann im Sommer 2010 überraschend ein Auftritt auf dem Hellfest bekannt gegeben wurde, durfte man langsam wieder kribbelig werden, selbst dann, wenn Broadrick seinerzeit noch betonte, dass es sich lediglich um einen Auftritt handele, nicht mehr, nicht weniger. Es hat dann auch tatsächlich noch vier Jahre gedauert, bis das wiederentfachte Feuer zu einem kompletten, neuen Album wurde. Angeheizt durch die vorangegangene EP "Decline & Fall" stand die (Industrial-Metal-)Welt wieder in Flammen.

"A World Lit Only By Fire" ist ein deutlicher Schritt zurück in die Vergangenheit der Band. Minimalistisch, hart, kühl und wenig verspielt. Es gibt keine Hip-Hop-Beats, keine Experimente und auch keine unnötigen Samples mehr. Broadrick und Green haben sich auf das besonnen, was sie meinen, am besten zu können. Harte Rhythmen, direkt ans Kinn, pumpende, satte Bässe, simple und extreme Riffs sowie melancholische Melodien zeichnen das musikalische Bild. Verzweifelter Schrei- und Klargesang, der von seelischem Schmerz aber auch von aufkeimender Hoffnung im Elend der Depression zeugt, erinnert ebenfalls an die frühen Veröffentlichungen der Band.

Der Opener "New Dark Ages" ist dann auch gleich die vertonte Sturheit. Unermüdlich zieht das Duo seinen donnernden Beat durch und macht sofort deutlich, dass mit ihnen auf diesem Album nicht zu spaßen ist. Auch die folgenden Brecher "Deadend", "Shut Me Down", "Life Giver Life Taker", "Obeyed", "Curse Us All" und das sehr garstige und wuchtige "Carrion" zeugen von aufgestauter Aggression und stellenweise beängstigender Weltuntergangsstimmung. Das mit Tom-Rhythmen und verhalltem Klargesang versehene "Imperator" hätte auch auf dem Meilenstein "Streetcleaner" stehen können, während die beiden Abschlussstücke noch einmal alles in die Waagschale werfen, wofür GODFLESH heute stehen.

"Towers Of Emptiness" punktet mit wuchtigen Beats, leicht verzerrtem Aggro-Gesang und einer latent melancholischen Tiefe, die nicht unbedingt auf den ersten Eindruck offenbar wird. Bevor das Album endet, stampft sich noch die Depri-Orgie "Forgive Our Fathers" den Weg in den Gehörgang und macht deutlich, dass Broadrick und Green alle Facetten ihrer Band im Sinn behalten haben und gewillt sind, diese auch weiterhin zu nutzen. Mit einem vorzüglichen, im positiven Sinne, stringent geführten Rhythmus inklusive passender Melodie und den nachhallenden Worten des Songtitels, wird das Gesamtwerk stimmig beendet.

Die Produktion ist einwandfrei gelungen. Der Sound ist so super fett, dass man davon ausgehen kann, dass hier die Grenze des Möglichen erreicht wurde. Noch mehr Bass und es wäre regelrecht unangenehm geworden. Schön zu hören ist, dass der obligatorische Drumcomputer immer noch als solcher zu erkennen ist, was natürlich Absicht ist, denn dieser gehört zu GODFLESH wie seine beiden lebendigen Mitstreiter.

Justin Broadrick sagte damals 2002 in einem Interview, kurz nach dem Ausstieg Ben Greens und der folgenden Auflösung der Band, dass es GODFLESH nur mit ihm und Green geben würde; alles andere würde nicht funktionieren. Hoffen wir also, dass die beiden noch lange zusammenarbeiten und noch einige weitere starke Alben veröffentlichen werden.

8/10

» Godflesh

INFO-BOX
Künstler Godflesh
Titel A World Lit Only By Fire
Format Album
Länge 10 Tracks | 53:57
Label Avalanche Recordings
06.10.2014

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 9,00 von 10)
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