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Filter – "Anthems For The Damned" / "Remixes For The Damned"

20. Januar 2009 | Bastian | Musikrezensionen | 1.772 mal gelesen

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Richard's Glanzstück

Filter - "Anthems For The Damned"Zur Feier des Tages gleich zwei Reviews zur nun nicht mehr ganz so neuen Scheibe von FILTER. Lange Zeit war es fast schon sicher, dass "The Amalgamut" das Letzte sein sollte, was man von Richard Patrick zu hören bekam. Einige persönliche Probleme mussten aus der Welt geschafft werden, die der Musik keinen Raum mehr ließen. Doch dann kam plötzlich neues Material in Form von ARMY OF ANYONE, und von da an war es nur noch eine Frage der Zeit, bis man ein neues Album unter dem Namen FILTER hören würde – so hofften es jedenfalls die Fans, und sie wurden nicht enttäuscht.

Mit "Anthems For The Damned" haben FILTER ihr vermutlich bestes Album vorgelegt. Es vereint die rauhe Härte von "Short Bus", den Perfektionismus von "Title Of Record" und den massiven Sound von "The Amalgamut". Die Trademarks sind die gleichen geblieben: starke, erdige Rocksongs; gefühlvolle, balladeske Stücke und melancholische Akustikklänge, dazu wieder reichlich elektronische Detailarbeiten, Effekte und Akzentuierungen. Patrick war schon immer einer der Musiker, die lieber alle paar Jahre ein vollkommen ausgereiftes und in sich geschlossenes Werk vorlegen, als sich jedes Jahr zu einem neuen, halbgaren Album zu zwingen. FILTER-Alben sind für erklärte Liebhaber von offenherzigem und experimentierfreudigem Rock immer wieder eine Offenbarung, und nicht weniger verhält es sich mit "Anthems For The Damned".

Das zeigt der grandiose Opener "Soldiers Of Misfortune", der sich schon zu Beginn des Albums wie ein fulminantes Finale aufbläst, so als ob Patrick damit sagen möchte "Hey Leute, ich bin wieder da!"; das zeigen echte Kracher wie "What's Next", "The Take" (aus dem man ganz klar JOHN 5s Gitarrenstil heraushören kann) und "In Dreams"; das zeigen die großen Melodien und Refrains von "The Wake" und "Kill The Day"; das zeigen die wunderschönen Halbakustiksongs "Lie After Lie" und "Only You" – kurzum: Das Album macht keine Pausen, zeigt unvermindert Hitqualitäten und offenbart nicht mal ansatzweise irgendwelche Schwachpunkte. Zudem bietet es wieder diesen typisch fetten, Gitarren- und Schlagzeugbetonten FILTER-Sound im Breitformat. In einem Wort: Großartig!

Filter - "Remixes For The Damned"Zu den 12 Stücken des Albums gesellen sich auf der europäischen Version noch drei Remixes, die wie fast alle bisherigen FILTER-Remixes deutlich Elektronik-betont ausgefallen sind. Wer jedoch dachte, dass die bisher übliche Menge verschiedener Mixe mangels Singles ausbleibt, musste sich bald eines Besseren belehren lassen. Gleich ein ganzes Remixalbum inklusive aller Songs sollte es werden, welches FILTER unter dem Namen "Remixes For The Damned" ein knappes halbes Jahr später nachschoben.

Was neben der Anzahl der Remixes besticht, ist die Herangehensweise der beteiligten Künstler. Denn dieses Mal dominieren nicht die cluborientierten Tanznummern, die an den Originalsongs streckenweise völlig vorbeigingen und sie nur noch erahnen ließen, gibt es hier eine ganze Menge, die deutlich rock- und industriallastiger sind. "The Take", der schon im Original durch John 5s Markenriff auffällt, kann dieses auch in remixter Form wunderbar zur Geltung bringen. Pure Energie! Der "Blood And Sand"-Mix hat ein bißchen was von MANSON und KMFDM, und wurde u.a. auf dem "Soundtrack" zu Saw V verwendet.

Unter die Remixe fallen aber auch Experimente mit leichten Variationen, die trotz ihrer simplen Natur einen großen Effekt ausstrahlen. "Soldiers Of Misfortune" überzeugt auch in völlig minimierter, akustischer Form, einfach durch seine wunderbaren Melodielinien und Harmonien, ebenso wie die "stripped" Versionen von "Only You" und "Lie After Lie".

Zu schade, dass es dieses Album nur als Download gibt. Sicher, für $8.99 ist das auf jeden Fall ein verdientes Schnäppchen, aber als Liebhaber echter Kunstwerke will man solche eben auch in den Händen halten können. Viele Remixes, die für Rock oder Metalsongs gemacht werden, sind schlicht überflüssig und verdienen keine eigene Veröffentlichung, aber "Remixes Of The Damned" beweist die nötigen Qualitäten. Endlich mal eine Remix-LP, und dann keine CD! Vielleicht lässt sich Richard oder sein Label ja doch noch irgendwann dazu erweichen, selbst wenn es eine streng limitierte, unaufwendige Miniauflage sein sollte – ich wäre dabei!

» Filter

INFO-BOX
Künstler Filter
Titel Anthems For The Damned / Remixes For The Damned
Format Album / Remix-Album
Länge 15 / 15 Tracks | 65:08 / 68:16
Label Pulse Recordings
06.06.2008 / 07.11.2008

Leserwertung:

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