• Aquilus – „Griseus“Ein richtig schönes Album (sofern man das überhaupt bei dieser Art Musik so sagen darf), majestätisch, erhaben, schwermütig, aber auch bitter und... (Matthias)
  • Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)

False Mirror – "Derelict World"

30. Dezember 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 1.949 mal gelesen

Tags: ,

Vertontes Endzeitepos

False Mirror - "Derelict World"Es gibt Musik, die ist zur Untermalung der nächtlichen Stunden einfach wie geschaffen, weil sie entweder nur dann wirklich funktioniert und/oder weil sie dann auch am besten wirkt. Der musikalische Endzeitroman "Derelict World" von FALSE MIRROR ist eher letzterem zuzuordnen, denn auch wenn man diese Musik tagsüber laufen lassen kann, wird sie zu strahlender Sonne, beziehungsweise hellem, freundlichem Tageslicht mit großer Sicherheit niemals dieselbe einvernehmende Wirkung entfalten wie zu nächtlicher, getragener Stunde, wenn die Schatten herrschen.

Leise und oftmals dezente Flächen wabern zu einer fast schon unheimlichen Geräuschkulisse. Verschiedene Klangfarben, manchmal wie die Vertonung pulsierender Sonnen, abgründiger Tiefen und sterbender Landschaften, erschaffen eine musikalische Welt, die einen voll ung ganz in ihren Bann zieht. "Derelict World" ist der Klang des Untergangs, der Auflösung und auch darüber hinaus. Die Leere, das angsteinflößende Dunkel, die beklemmende Einsamkeit und die Erkenntnis, am Ende des kosmischen Weges angelangt zu sein. So wie hier scheint es zu klingen, wenn das Hier und Jetzt sich auflöst, Zeit und Raum ineinander verschmelzen und der totale Nullpunkt erreicht wird.

Auch wenn im Booklet von "Derelict World" ein Rahmen, eine Geschichte, eine Basis zu den Tracks mitgeliefert wird (über die ich hier absichtlich nicht schreiben möchte, denn sie gilt es selbst zu ergründen!), lassen die Tracks genügend Raum zur Eigeninterpretation. So lässt sich das Album und die transportierte Atmosphäre in eigene, surreale Traumwelten übertragen, die man beliebig gestalten darf. "Derelict World" funktioniert wunderbar zu verschiedenen (Endzeit-)Themen, mit denen man sich ein groß angelegtes Gedankenkonstrukt aufbauen und selbst darin aufgehen kann.

Dieses Album erfordert intensive Auseinandersetzung. Es stellt im Gesamtpaket (Artwork, Booklet, Story inklusive Liner Notes, Musik) ein dichtes musikalisches Konzeptwerk dar, das man in seiner Gesamtheit aufnehmen muss, um die Mischung aus unheimlichem Ambiente mit surreal einwirkender Endzeitstimmung zu ergründen und ausgiebig zu erfühlen.

Nach anfänglichen, leichten Schwierigkeiten und dem ersten (und klar falschen) Eindruck, dass die einzelnen Songs insgesamt zu gleichförmig geraten sind, kann ich nun, nach mehrmaligem intensiven Hören voller Überzeugund behaupten, dass "Derelict World" ein kleines Dark-Ambient-Meisterwerk geworden ist, das man definitiv im Ganzen sehen und natürlich hören sollte, nein, muss! Einzelne Songs zu separieren wäre absolut falsch, denn dieses wahrhaftige Monster bietet einen langen und stetigen Fluss an beeindruckender Musik und berauschender Atmosphäre. Ein Album, das man erleben muss.
Genial!

9/10

» False Mirror

INFO-BOX
Künstler False Mirror
Titel Derelict World
Format Album
Länge 8 Tracks | 73:55
Label Malignant Records
08.10.2010

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (2 Wertungen, Ø 9,50 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Control Human Delete – "Terminal World Perspective"
» Visions – "Summoning The Void"
» Tholen – "Neuropol"
» Triangular Ascension – "Leviathan Device"
» Therradaemon – "Den Mørke Munnens Språk"
» Treha Sektori – "Severh Sehenh"
» Shrine – "Nihil"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *