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Fallout – "Spit On The Innocent"

12. September 2010 | Matthias | Musikrezensionen | 2.174 mal gelesen

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Frau Mahlzahns alte Schule

Fallout - "Spit On The Innocent"Heutzutage hat selbst das Genre Grindcore, ebenso wie die meisten anderen Kategorien harter Musik, viele Gesichter. Der klassische Grindcore, der vor vielen Jahren aus den Wurzeln des Punk, bzw. Hardcore geboren wurde, ist in seiner ursprünglichen Form nur noch sehr selten anzutreffen. Man muss mittlerweile schon einige Jahre zurückblättern, um die letzten Ausläufer in Sachen 'Grindcore mit Ursprungsqualitäten' zu finden. 1998 haben FALLOUT aus Australien ein Album veröffentlicht, welches stilistisch zu dieser frühen Grind-Generation gehört und sich damit weitestgehend der alten Schule verschrieben. Sicherlich merkt man auch ihnen an, dass sie nicht in den 80er Jahren musizieren, aber das räudige und ungestüme Feeling der alten Zeiten ist in ihrer Musik allgegenwärtig.

Auf "Spit On The Innocent" gibt es keinen Metal zu hören, sondern genau das, wofür der (eben ursprüngliche) Grindcore steht: Fuck-You-Attitüde und räudiges Gemetzel, immer mit einem Hauch Punkfeeling im Bein. Knallharter Hardcore, wie er besonders im vereinten Königreich angesagt war, scheppern FALLOUT über die Bühne und verfallen immer wieder in aberwitzig schnelles und aggressives Getöse und Gerumpel. Das ist Grindcore, Leute! Metal hat da nichts zu suchen!

Die CD beinhaltet die 30 ungestümen Tracks des Albums und 16 Live-Stücke, die als Bonus draufgepackt wurden, um die Spielzeit etwas aufzubessern, denn wie es im Grindcore so üblich ist, darf der geneigte Hörer hier keine Spielzeiten von drei bis fünf Minuten pro Song erwarten. FALLOUT knüppeln dann auch schon mal in 30 oder 40 Sekunden ein Lied runter, pendeln sich aber in der Regel bei einer durchschnittlichen Spielzeit von 1:30 Minuten ein.

Die Gitarren sind Punk-, bzw. Hardcore-typisch ausgesteuert und klingen wie eine getunte Kettensäge, der Bass blubbert und brummelt sehr dienlich dazu und das Schlagzeug fegt, fetzt, donnert und rumpelt, was die Felle hergeben. Gesanglich wird hier weder gegrunzt noch gekreischt, sondern schön straight aggressiv schreiend um sich geschlagen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich FALLOUT attestieren, dass sie Ende der 80er, bzw. Anfang der 90er Jahre "Spit On The Innocent" aufgenommen haben, so konsequent und im Endeffekt erfolgreich haben sie sich von der Moderne ferngehalten.

Dieses Album, das meines Wissens nach leider die einzige öffentliche Veröffentlichung von FALLOUT ist (im Übrigen nicht zu verwechseln mit den amerikanischen THE FALLOUT), dient absolut Perfekt dazu, mal wieder richtig die Grind-Sau rauszulassen. Freunde der knüppelnden Zunft, schmeißt diese Scheibe in den Schacht, dreht den Hahn hoch, reißt die Fenster auf, zieht euch nackig aus und ruft mal wieder ein befreiendes "Fuck You" in die spießige Nachbarsgemeinde!

8/10

INFO-BOX
Künstler Fallout
Titel Spit On The Innocent
Format Album
Länge 46 Tracks | 41:52
Label Grand Theft Audio
1998

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (2 Wertungen, Ø 8,50 von 10)
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