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Faith No More – "Sol Invictus"

3. Mai 2015 | ME | Musikrezensionen | 1.257 mal gelesen

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Summer Parade '96

Faith No More - "Sol Invictus"Du hasst Namedropping? Die Neunziger sind nichts für dich, da du mit RUNNING WILD aus dem Metal ausgestiegen bist? Lies woanders weiter. Andere kommen am besten rein. Ja, dahin, wo Platz ist. Genau hier. Eine rotierende Diskokugel schickt ihre Laserstrahlen abgehackt durch den sehr dunklen Raum, überall Gewimmel, Hormon, Adrenalin, Endorphin. Plüschige Sofas, abgeranzte Kissen. Und wir mittendrin. Neunziger-Sound. NIRVANA. SOUNDGARDEN. ALICE IN CHAINS. Und FAITH NO MORE. "Sol Invictus" gibt uns PEPPERS, California über alles, Sonne, Sonne, Sonne. TOM WAITS. FUN LOVIN' CRIMINALS. Diese geile Stimme von Mike, dem härtesten Patton aller Zeiten.

Wir checken die Lage. Stilechte 501, Jeansjacken, Girlies, Schlaghosen, auch Chucks, Plateaus, Buffalos. Miami Vice ist lang vorbei, all smells like teen spirit, atmet Grunge. Wir sind "Superheroes", leader of men. Groove, Rhythmus, Funk, killing vibes. "Sunny Side Up" fordert zum Tanze, nicht trotz, gerade wegen der Midlife Crisis. Forever Summer, da knallt uns die US-Kombo das düstere "Separation Axiety" vor den Latz. MARILYN MANSON? Beautiful People sind wir alle hier in diesem temple of love. Und da können wir Synthetik ab, geben uns neugierig, hören auch einmal hin, genauer, das macht auch interessanter. Und es lohnt sich. Klavier, TOM WAITS, Staub, ein erdiges ultrageiles Finale, das ist "Cone Of Shame". Das Girlie neben mir wippt mit, entdeckt die Coolness alter Männer. Musiker natürlich, ihr… Lausbuben. Zu geil, wie FAITH NO MORE hier den alten Spirit heraufbeschwören.

Und so geht das weiter. Die Zutaten werden variiert, neu gemischt, beschwingt, lässig und immer mit der Selbstgedrehtem in der Hinterhand (gab es damals noch, sowas, jawoll) geht es in Richtung Beach, Surfer, Bikini, Tankini, Lamborghini. Eigentlich ist immer Party-Time, ein inthronisiertes carpe noctem, welches den Tag wie selbstverständlich einschließt. Und weil es so schön ist, wird den Eltern noch kurz ein herzliches "Motherfucker" hingerotzt, der Mittelfinger war seinerzeit noch in seiner Trotzphase, nicht so ausgelutscht, ein Statement, beinahe politisch. Those were the times. Nach 40 Minuten endet unser Retro-Traum. Wir erwachen. Verdammt, das Girlie ist 43 und kein Girlie! Oh fuckin' great music, schnell die Skip-Taste. Und es beginnt von vorn. Plüschige Sofas, abgeranzte Kissen. Und wir mittendrin. Neunziger-Sound.

9/10

» Faith No More

INFO-BOX
Künstler Faith No More
Titel Sol Invictus
Format Album
Länge 10 Tracks | 39:30
Label Reclamation Records / Ipecac
19.05.2015

Leserwertung:

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