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Ensiferum – "Two Paths"

17. September 2017 | ME | Musikrezensionen | 389 mal gelesen

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Tomorrow I'll Drink

Ensiferum - "Two Paths""Ajattomasta Unesta" führt atmosphärisch in die aktuelle CD "Two Paths" von ENSIFERUM. Ein Intro mit Elbenstimme und Fanfaren im Hintergrund. Das konnte man erwarten. "For Those About To Fight For Metal" eröffnet in AC/DC-Manier, Ennio Morricone gesellt sich dazu, dann faucht Petri. "Fire, Fiiire, Fiiiiiiire" und "Hardeeeer" schrauben sich die Finnen zum Höhepunkt, dem mächtigen, überkitschigen, typischen ENSIFERUM-Chorus. Es klackert, rumst und böllert. Und wie immer zuletzt, halten sie sich nicht ans Strophe-Chorus-Schema, zumindest nicht wirklich. Ein Break, kurze Silence, Trinkhörner kreisen, "Ooohoooo" und noch einmal Refrain. Finito.

Kampf ist das nicht, eher Beschwörung ewiger Regression, Stagnation, Selbstfeier und Onan im morgendlichen Mai. "Way Of The Warrior" ballert mit Folk und ordentlich Speed, so wie es sein soll und seit "Ahti" immer wieder beschworen wurde. Golden glänzt der Hain, Schellen singen fröhlich ihr Liedchen und Maiglöckchen swingen mit. Der Helm liegt im noch taufeuchten Gras, das Kettenhemd aus Mithriel-Silber glänzt im erwachenden Tage, im aufsteigenden Frühnebel. Der Chorus am Ende ist derart geraten, dass echte Kämpen auf den Rappen springen, um sich ihrer unendlichen Power zu vergewissern. Die versteckten Schergen werden wie üblich übersehen; hier wird geschwelgt, nicht gefightet.

"Two Paths" setzt zunächst auf Clean Vox, um sodann die von den Finnen zuletzt mehrfach erprobte Wendung in eine andere Richtung zu nehmen, Zickzack ist hier Methode. Selbstplagiat inbegriffen, steuert das inzwischen bestiegene Drachenboot in Richtung Piratenhafen. Doch vorher, an diesem glitzernden Tage, müssen wir noch fein unsere neuen gelb-grün-roten Banner herumschwenken. Den Umstehenden gefällt es, unsere gute Laune, man lässt sich gern anstecken, alle sind fein gestimmt und huldigen dem "King Of Storms", welcher sich allerdings nur erahnen lässt, denn zu klar, windstill und maigrün ist der Wettergott. "The Louder The Better" war früher, "The Schepper The Better" ist heute.

"Feast With Valkyries" führt intensiv die neue Dame am Akkordeon ein. Die Elfe ködert sirenenhaft die wackeren Seefahrer. Der Chorus deutet es an, wir nähern uns Port Royal. Dort angekommen, "Don't You Say", werden im Black Hand Inn trinkfreudige Damen zu den besten Gefährtinnen, zumindest für diese Nacht. Den Track und "God Is Dead", einen smashigen Rocker, gibt es als Bonus auch mit wildbärtigen Growls. Nicht schlechter, übrigens. "I Will Never Kneel" setzt noch einmal auf diese seltsame Achterbahnfahrt, welche seit "Unsung Heroes" das Bild bestimmt. Folk, Gift, Galle, Geträller, Soli, dann Death Metal, ein einprägsamer Chorus. Die sind dieses Male nicht so überbordend russisch ausgefallen wie beim Vorgänger, danke, Merkel! Ach ja, inzwischen hat die feierfreundliche Meute den heimeligen Gasthof verlassen, kurz das Schwertchen gen neuerlichen Morgen geschwenkt, und alles beginnt von vorn.

In "Hail To The Victor" besingt man sich selbst, elegisch, melancholisch, gleichzeitig enthusiastisch. Im Galopp geht es über Land weiter. Das Meer an der Seite, in der Ferne das "Tänzelnde Pony". Eine Aussicht, klar. Wildschwein, Met und dunkler Toskaner sind allemal besser als sich jetzt um irgendwelche Rebellen in heimischen Gestaden zu kümmern. Bei Odin, sollen sie nach ihrer Laune selig werden, wir wollen feiern, Wein, Weib und Minnesang. "Too Old Too Cold"?. Gibts nicht, hier regiert eingefrorene digitale Jugend, forever.

Wie immer also, überproduziert, very clean, tackernd, simpel, dabei zerrissen, fragmentartig, überwürzt, zu Experimenten jedoch immer bereit, auch auf die Gefahr, den schwarzen Bogen zu überspannen. Hauptsache, alles rin da und ordentlich rühren. Da sind schon einmal Schierlinge neben Gerste und Holundermuß zu finden, who cares, es bringt einen nicht um.

» Ensiferum

INFO-BOX
Künstler Ensiferum
Titel Two Paths
Format Album
Länge 13 Tracks | 53:30
Label Metal Blade Records
15.09.2017

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