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Electric Moon – "Mind Explosion"

19. Mai 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 1.283 mal gelesen

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Space-Acid-Psycho-Kernschmelze

Electric Moon - "Mind Explosion"Kann es sein, dass Spaceguru Dave und Frau Komet sich in Studios nicht sehr wohl fühlen? Unter dem Banner ELECTRIC MOON sind seit "Lunatics" (2010) über zehn Alben entstanden, die wenigsten davon wurden jedoch im klassischen Studiosetting aufgenommen – sondern live, wo die Band zur Space-Acid-Psycho-Kernschmelze ansetzt. Ich habe noch ihre konservierten Auftritte im Epplehaus oder im Immerhin in Erinnerung, mit Stücken wie "Demoon", "Doomsday Machine" oder "Sleepwalker", in denen sie mal locker eine ganze Stunde runterzocken können, ohne das der Trip enden will. Stücke unter einer Viertelstunde gibt's da nicht, wir sind ja hier schließlich nicht auf der Flucht oder in einer Chartsshow.

Natürlich gibt es sie auch, die "regulären Alben", aber ELECTRIC MOON frönen einer Tradition, die schon in der Vergangenheit nur selten von Bands verfolgt wurde. Für die meisten sind Live-Alben nämlich nur ein Begleitdokument, eine nette Ergänzung zum Tourprogramm, eine Art Abschluß unter eine bestimmte Epoche, oder mehr oder weniger lieblos eingesetztes 'Bonusmaterial', das sich halt angehäuft hat. Bands wie PEARL JAM scheinen dagegen keine Sekunde ihres Schaffens undokumentiert lassen zu können. Und der Livekatalog von TANGERINE DREAM… ach, hört bloß auf. Da kann man sich zwei Menschenleben lang satthören und sich aus den ganzen Bootlegs ein Haus bauen.
Nein, für Bands wie ELECTRIC MOON ist die Liveperformance ein Ritus, eine Feier, eine Transformation von musikalischen Stücken, von denen nie einer gesagt hat, dass sie unbedingt im Kontext eines Albums, brav aufgenommen mit dem Produzenten, erscheinen sollen. Hört man ELECTRIC MOON, scheinen sie sogar live zu komponieren, nicht nur zu jammen – die Band verschmelzt, mit sich selbst, mit ihren Instrumenten, mit ihrem Publikum in einer brodelnden, wabernden, farbenfrohen Suppe, die selbst in konservierter Form ihre Wirkung entfaltet.

ELECTRIC MOON brauchen keine endlosen Takes, brauchen nicht das Attribut "live im Studio", ihnen liegt die Musik so im Blut wie sie ihnen von der Hand geht. Deshalb sind Alben wie "Mind Explosion" auch nicht einfach "nur" ein Livemitschnitt von Songs, die man mit ihren Studiopendants vergleichen könnte (sofern es sie überhaupt in dieser Form gibt). Sie werden gerade durch ihre Art, den Kontext der Aufnahme und damit auch die Anwesenheit von Hörern ein Stück lebendiger.
Vier Songs finden sich auf "Mind Explosion", vier Epen in 80 Minuten, Epen wie "Trip To The Moon" wo ich immer mal wieder gefährliche Planetengirls vor meinem geistigen Auge vorbeihuschen sehe. Komet Lulus Bass dröhnt wunderbar bis in die kleinsten Fasern, während sich Daves hypnotische Riffmonster in den Kopf schrauben. Qualität made in Space. Sollte man wie gewöhnlich auch schnell beim Beschaffen sein, wenn man nicht in ein paar Monaten horrende Sammlerpreise zahlen möchte.

8/10

» Electric Moon

INFO-BOX
Künstler Electric Moon
Titel Mind Explosion
Format Album
Länge 4 Tracks | 79:52
Label Sulatron Records
07.03.2014

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