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Electric Moon – "Lunatics"

8. Oktober 2010 | ME | Musikrezensionen | 3.072 mal gelesen

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Planetengirls sind gefährlich

Electric Moon - "Lunatics"Für die nächste rustikale Kifferparty unter rosa Palmen, hingestreckt inmitten grün-gelb gestreifter Kissen und unter der verwirrenden Beleuchtung orangefarben-blinkender Leuchtdioden in Form von grinsenden Totenköpfen, in Gegenwart unvermeidlicher türkisfarbener Batikshirts und ihrer bärtigen Trägerschaft, herrlichen Kaurischneckenketten um knochige weibliche Hälse und umgeben von wabernd-wanderndem Patschulidunst sind die Berliner von ELECTRIC MOON als erste Wahl zu nennen, wenn es um den musikalischen Hintergrund geht.

Das Trio umgibt uns arme Sünder mit flächig-monotonen Sounds, welche nur von Gitarre, Bass und Schlagzeug hervorgebracht werden. Manchmal hört man, dass die Band eine Vorliebe für doomartige Lava zu erkennen gibt, spacig werden die hintergründigen Akkorde mit Noise/Ambient und Industrial zu einem bunten Klangteppich verwoben, von dem zumindest ich den Eindruck habe, dass er mich bald hinfort trägt, ein fliegender Perser sozusagen, kein Iraker!

Zwar bin ich durchaus der Ansicht, dass Gesang keine schlechte Idee in der Rockmusik ist, aber bei ELECTRIC MOON mache ich eine Ausnahme. Hier fehlt nichts. Die Überlängesongs versetzen in Trance (falls wir nicht vorher schon breit sind), sie sind sehr clever arrangiert, die Steigerung erfolgt in kleinen Schritten, von einem Level zum anderen, von einer Zigarette zur nächsten. Den Titel des Jahres haben sie ohnehin sicher: "Gefaehrliche Planetengirls", der Opener, macht seinem Namen alle Ehre: die Prachtmädels vom anderen Stern sprechen eine Körpersprache, die wir verstehen, da können wir noch so zu sein.

Mein Favorit ist "Moon Love" (mit Stimmen!), denn hier gehen wir allmählich dazu über, uns mit unserer Nachbarin zu beschäftigen, welche so außerordentlich wenig am Leibe trägt, dass es uns zu Erkundigungen nur so einlädt. Da wir gerade, etwas verzögert vielleicht, bemerken, dass unser Moonfräulein neben uns seit einiger Zeit wohl sich im Zustande natürlichster Nacktheit befindet und ihre umflorten Äuglein seltsamste Signale geben, breche ich hier ab und sage nur: geile Mucke!

8/10

» Electric Moon

INFO-BOX
Künstler Electric Moon
Titel Lunatics
Format Album
Länge 5 Tracks | 72:10
Label Nasoni Records
26.09.2010

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (15 Wertungen, Ø 8,93 von 10)
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2 Comments zu Electric Moon – "Lunatics"

Bastian
8. Oktober 2010

Ein Hammeralbum! "Moon Love" ist knisternde Erotik pur! 🙂

Electric Moon
10. Oktober 2010

jaja. wo ist die mondfrau jetzt? ist sie wieder angezogen? hat sie euren überfall gut überstanden? ist das booklet wieder getrocknet? und ist sonst auch alles fit? Fragen über fragen… 😉

danke für die warmen worte

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