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Drecksau – "Brecher"

23. Februar 2010 | Bastian | Musikrezensionen | 2.731 mal gelesen

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Deutschlands laute Antwort auf CROWBAR

Drecksau - "Brecher"Was sind DRECKSAU nicht verrissen worden. Als die Nürnberger Band 1998 ihr brachiales Debüt vorstellte, fiel die deutsche Musikpresse fast in geeinter Front über das Doomcore-Trio her. Man störte sich vor allem am markigen Namen (und das von zahlreichen Metalmagazinen, die ansonsten mit anderen Bands ähnlicher Couleur keine Berührungsängste zeigen), aber es gab noch andere Dinge, die im Medienwald für saures Aufstoßen sorgten. Deutsche Texte, provokante Ansagen, brachiale Klänge. DRECKSAU wurden in die völlig unpassende 'Neue Deutsche Härte'-Schublade gesteckt und weggeschoben. Es hagelte reihenweise negative Kritiken, viele Rezensenten übten sich wahrscheinlich im Wettbewerb, sich gegenseitig mit ihrer Häme zu überbieten. An einer Band wie DRECKSAU konnte das nur abprallen.

Doch nicht überall fielen sie durch. Entgegen aller Stimmungsmache und Verrisse konnte sich "Brecher" behaupten, verkaufte sich für Undergroundverhältnisse extrem gut, und verschaffte der Band schnell den einzigartigen Status, das deutsche Pendant zu CROWBAR, ferner auch CARNIVORE zu sein. "Brecher", das waren massivste Gitarrenriffs, so tief in die Magengrube, dass man die Einschläge noch Wochen später spürte. Die ganze Produktion der Platte war auf brachial getrimmt. Ob schwerfällig und schleppend, wie schon im Intro "Kreuzgang", oder wutschnaubend und rasend wie bei "Grey Suit" – DRECKSAU lassen den Hammer kreisen, dass es eine Wucht ist, und kommen dabei noch mit Texten an, die intellektuell wohl einige Kritiker überfordert haben dürften. Da war eine Band mit brutalem Image, die keinen grenzdebilen Schwachfug von sich gab, sondern ganz klare Ansagen machte und kritische Themen wie Mißbrauch, Fremdenhass und Rechtsextremismus anpackte. Das konnte doch nicht sein, dass eine Band so ganz und gar nicht dem gewünschten Klischee entsprach! So offen waren und sind nur selten Bands in Deutschland, und wie DRECKSAU müssen viele dafür einen wahren Spießrutenlauf absolvieren.

Keine andere deutsche Band war so hart unterwegs, und wenn man sich mal umschaut, was in der von vielen Kritiken angedichteten Verwandschaft der NDH so herumschwirrte, konnte man nur müde lächeln. Neue deutsche Härte? Neue deutsche Warmduscher-Fraktion! DRECKSAU zeigten 1998 ganz eindeutig und lautstark, wo der Hammer hängt. Leider konnten sie ihr Nischendasein nie ganz hinter sich bringen. DRECKSAU waren immer Underground, kämpften mit den gleichen Problemen, die tausend andere Bands haben. 2005 warfen sie das Handtuch. Zurück bleiben Alben wie "Brecher", für die man sich heute wie damals begeistern kann. Und das liegt auch ein bißchen an der Tatsache, dass es nie eine würdige Nachfolgerband gegeben hat. Bis heute.

8/10

» Drecksau

INFO-BOX
Künstler Drecksau
Titel Brecher
Format Album
Länge 13 Tracks | 44:03
Label Nuclear Blast Records
26.10.1998

Leserwertung:

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