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Dark Fortress – "Venereal Dawn"

1. September 2014 | ME | Musikrezensionen | 1.515 mal gelesen

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Dirge for September

Dark Fortress - "Venereal Dawn"Was für eine Entwicklung. Hatten DARK FORTRESS in ihren Anfangstagen noch gemeinen Black Metal vorgelegt, zeigen uns die Bayern mit  "Venereal Dawn", wie vielseitig sie geworden sind. Sicher, das hatte sich über die Jahre angekündigt, aber dass die Band nun so einen schwarzen Hammer raushaut, wer hätte das gedacht?

Der Titelsong geht über elf Minuten, was ja als Statement aufgefasst werden darf. Dunkel, hypnotisch, sensend und mit düsterem Unterton sicheln sich die Buben durch den Forst, melodisch, mit Groove und dennoch fein altruistisch, archaisch. Einen komplexen Opener zu wählen, nötigt mir immer Hochachtung ab. Und der ist auch noch richtig geil. Übrigens wir auch gesanglich eine feine durchgängig lässige Bandbreite an Stimmlagen aufgeboten. Das postrockige Finale ist auch nicht zu verachten.

Ihr wollt mehr? Könnt ihr haben, denn "Lloigor" entführt in den "Blackwater Park" im November. Was haben sie sich nur hierbei gedacht?  Stimmung, Aufbau, Vocals und Steigerung sind so sehr OPETH, wie die Schweden seit Jahren nicht. Und diese Growls, cool! Eine feine Liebeserklärung ist das, die sie da eingezimmert haben. Hammersong, "Dirge For September" sozusagen. "Betrayal And Vengeance" kommt mit hypnotischem Riffing regelrecht anmarschiert. Übrigens auch fein, dass düsteren Chören, verspilten Soli und schrägen Einschüben stets eine nicht zu vernachlässigende Bedeutung beigemessen wird.

Hach ja, kristallkare Eröffnungen haben etwas. "Chrysalis" kommt zunächst mit leicht experimenteller, jedoch außerordentlich melodischer Note angeschlendert, verwirrt ob seiner Schönheit und führt uns tiefer in  den karstigen Herbstwald. Diese seltsamen Hintergrundakkorde tönen unheilvoll. Diese Akustikpassagen, das Sphärensolo, großartig. Plötzlich Gesichel, Sensen ziehen über unsere arglosen Schädel hinweg. Ducken und Schwung mitnehmen. "I Am The Jigsaw Of A Madgod" gibt uns Speed, Heavyness, alles, was Melodic Black Metal auszeichnet. Wunderbar, voll Nineties, allerdings nicht ohne den Kick von heute.

Die Arrangements gefallen mir in ihrer Dichte und als Gesamtwerk besser als die von SECRETS OF THE MOON, SATYRICON oder ähnlichen Härtnern. Die Abwechslung ist größer, die Dramatik intensiver. "The Deep" kommt basslastig-akustisch, lässt uns innehalten. Es braut sich etwas zusammen, noch sind wir sicher. "Odem" haucht uns dann schwarze Wurfsternchen in den Nacken. No prisoners taken. Autumn storm come, und das bis in die letzte Nische. Der Ausklang jedoch gerät weich, die Blätter verwirbeln und schweben in Richtung Moor, der Forst atmet aus. Das Rezitativ eines Hohepriesters intoniert "Luciform", ein schleppendes Monstrum räudigen Metals, fieser Flüsterstimme und gewieften Gitarrenparts.

OPETH mögen sie. Auch FIELDS OF THE NEPHILIM? Kann sein. Das ehrt sie. Das Finale "On Fever's Wings" erhebt sich auf schwarzen Schwingen, eine Ode an die Nacht, inklusive orientalisch anmutendem Frauengesang, verträumten Klavierklängen und einer toll gelungenen Reminiszenz an SANCTUARY bzw. NEVERMORE.

Sehr unterhaltsam, diese Elegy In Black!

8/10

» Dark Fortress

INFO-BOX
Künstler Dark Fortress
Titel Venereal Dawn
Format Album
Länge 9 Tracks | 68:37
Label Century Media
29.08.2014

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (4 Wertungen, Ø 8,75 von 10)
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