• Napalm Death – „Smear Campaign“Mit etwas Abstand kann ich ganz eindeutig sagen, dass dieses Album einen der allerbesten ND-Tracks an Bord hat. „Sink Fast Let... (Matthias)
  • U2 – „No Line On The Horizon“Nach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu hören (der sich bis heute leider... (Matthias)
  • David Bowie – „★“ (Blackstar)Meine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem Pop-Appeal, wenn der Meister... (ME)

Collapse Under The Empire – "Sacrifice & Isolation"

17. September 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 1.154 mal gelesen

Tags: , ,

Ganz großes Kino

Collapse Under The Empire - "Sacrifice & Isolation"Das zweiteilige Konzeptwerk, welches mit "Shoulders & Giants" begann, findet nun nach einigen Zwischenstationen seinen würdigen Abschluß – der, hört man das letzte Stück "The Path", so gar nicht wie ein Abschluß klingen will. Wenn sich über die Jahre eins ganz klar im Sound des deutschen Duos gezeigt hat, dann die Eintracht aus Kontinuität und Weiterentwicklung. COLLAPSE UNDER THE EMPIRE folgen ihrem abgesteckten Weg, auf dem sie immer wieder kleine Experimente wagen, während als Fundament ihre nunmehr unverkennbare Handschrift steht.

Dadurch gerät "Sacrifice & Isolation" nicht zu einer großen Überraschung, denn was sich u.a. mit "Fragments Of A Prayer" versprochen hat, wird hier auch gehalten. Soll heißen: ganz großes Klangkino, mit dem sich CUTE vielleicht so weit wie noch nie vom Post-Rock-Paradigma fortbewegt haben. Das Soundtrack-Gleichnis wird im Kontext zu Post-Rock ja immer gerne bemüht, auf "Sacrifice & Isolation" bezogen scheint das objektiv die genaueste Einschätzung zu sein. Noch stärker als auf allen Vorgängern wird man beim Hören des Albums das Gefühl nicht los, dass sich die Hamburger Soundtüftler Chris Burda und Martin Grimm vom klassischen Songschema verabschiedet haben. Am deutlichsten schlägt sich das nieder im monumentalen Charakter, den das Album größtenteils ausströmt. Da wäre das – nach dem ohnehin schon stimmungsvollen Einstieg "Sacrifice" – erste Achtungszeichen mit "Isolation". Schon im Titeltrack-Duo offenbaren sich aufwändige orchestrale Arrangements, die den Hörer auch in den folgenden Stücken "Massif" und "Lost" begleiten.

CUTE scheinen sich regelrecht verliebt zu haben in diese opulente Klangmasse aus Saiteninstrumenten, Streichern, Synthflächen, Perkussion und bebendem Schlagwerk. Der Rhythmus, mehr als nur Taktgeber, sondern Pulsschlag, ständiges Vibrieren, der musikalische Adrenalinpegel. All das führt zum großartigen "Awakening", welches mit imposanten Streicherriffs und großem Drama abermals Assoziationen zu Soundtrackkünstlern wie TWO STEPS FROM HELL weckt. Das klingt nicht nur nach großem Kino, das ist großes Kino! Mit keinem anderen Stück empfehlen sich CUTE mehr für bewegte Bilder, schnelle Schnitte und Zeitlupenoptik. Ein Wahnsinnsstück, das erstmal verdaut werden muss.

Weiter geht es mit spannungsgeladenen Stücken wie "A Broken Silence", welches seine ganz eigene Geschichte zu erzählen scheint (eine Mischung aus Mystery und Action), dann "Stairs To Redemption", eingeleitet mit sanften Ambientklängen, pulsierenden Bässen, ein konstantes, aurales Anschwellen. Mit seinem fernöstlichen Touch und harten Gitarrenriffs erinnert es mich sehr an Hans Zimmers Soundtrack zu "Black Hawk Down" – kulturelle Tradition trifft auf technische Moderne.
Mit "What The Heart Craves For" kehren sie dann doch zurück zum instrumentalen Post-Rock-Paradigma, mit einer wunderschönen Melodie, verhallten Gitarren und prägnanten Pianoanschlägen. Die Sehnsucht und Melancholie, die in den vorherigen Tracks bisweilen durchschimmerte, findet hier ihr großes Echo. Und dann sind wir bei "The Path", dem vor allem eine Botschaft innewohnt: immer weiter, weiter…

Wir haben COLLAPSE UNDER THE EMPIRE über die Jahre beobachtet, als Hörer begleitet. Wenn man nun mit "Sacrifice & Isolation" ein Fazit ziehen soll, fallen mir zwei Dinge ein: Es gibt nur wenige deutsche Bands im Post-Rock-Sektor, die auf einem hohen Niveau eingestiegen sind und kontinuierlich hohe Qualität abgeliefert haben. Zudem haben sich die Hamburger durch beharrliches Arbeiten, Experimentierfreude und eine klare Vision auch international in der großen Masse instrumentaler Bands als feste Größe etabliert. Die Früchte dieser Mühen und des Reifeprozesses, den die Band seit Gründung durchlaufen hat, hört man in jeder Minute von "Sacrifice & Isolation" – ein Album, das in meinen Ohren eben kein 'klassisches' Rockalbum mehr ist, sondern ein Soundtrack, zu dem die Bilder ganz automatisch entstehen.

8/10

» Collapse Under The Empire

INFO-BOX
Künstler Collapse Under The Empire
Titel Sacrifice & Isolation
Format Album
Länge 10 Tracks | 58:16
Label Finaltune
23.05.2014

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (3 Wertungen, Ø 9,33 von 10)
Loading...


Ähnliche Artikel:
» Collapse Under The Empire – "The Sirens Sound"
» Collapse Under The Empire – "The Silent Cry"
» Collapse Under The Empire – "Find A Place To Be Safe"
» Collapse Under The Empire vs. Cato – "The Remixes"
» Collapse Under The Empire – "Shoulders & Giants"
» Collapse Under The Empire – "Fragments Of A Prayer"
» Collapse Under The Empire / Mooncake – "Black Moon Empire"

No comments yet.

Leave a comment

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *