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Cat Power – "Jukebox"

23. März 2010 | ME | Musikrezensionen | 1.646 mal gelesen

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Jukebox Heroes

Cat Power - "Jukebox"Als Kind mochte ich die schon damals selten gewordene Gattung der Jukebox. Man warf ein paar Pfennige in den Zauberkasten, suchte sich einen Singletitel aus ("Juke Box Hero") und alle Besucher der Lokalität kamen in den Genuss des gewählten Songs. Man konnte auch mehrere anwählen; ich erinnere mich an BACHMANN TURNER OVERDRIVE und THE ANIMALS. Chan Marshall alias CAT POWER hat den Titel "Jukebox" für ihr vor zwei Jahren erschienenes Album nicht umsonst gewählt.

Denn Chan hat sich ein hohes Ziel gesetzt: unverwechselbare Songs, welche wir für immer mit Hank Williams, Frankieboy Sinatra, James Brown, Billie Holiday, Janis Joplin und Joni Mitchell verbinden, werden von CAT POWER neu interpretiert. Der Opener "New York" gehört Frankieboy; tausende Male wurde der Song kopiert, jedoch nie auch nur ansatzweise die Qualität und Ausstrahlung des Mafia-Maestros erreicht. Mit Ausnahme von Harald Juhnke natürlich… Doch was CAT POWER hier auf nur zwei Minuten veranstaltet, ist eine solch lässig-beschwingte Jazz-Adaption des Chansons, dass man sozusagen von einem quasineuen Song ausgehen kann. Für mich ist dieser Song einer der besten der letzten Jahre überhaupt.

Unendlich cool auch "Ramblin (Wo)Man": die spärlichen Gitarrenlicks markieren Grenzsteine von Einsamkeit, Melancholie und Sehnsucht; derartig gemischte Emotionen muss man ausdrücken können, ohne in Sentimentalität oder Kitsch zu verfallen; Chan kann es. Mit "Metal Heart" (nein, nicht ACCEPT- glücklicherweise) folgt sodann einer von zwei Songs ("Song For Bobby" ist der andere) aus ihrer eigenen Feder, welcher Chans fragile, dennoch starke, das zerbrechliche streifende und stets festen Grund erreichende Stimme zu Höchstleistungen ermuntert. Klavier und Gitarre begleiten, sprechen mit der sanften Stimme. "Silver Stallion" berührt durch Songwriter-Atmosphäre und Country-Vibes.

"Aretha, Sing One For Me" schleppt den Blues aus der Jukebox der Gasoline in den Kreuzer auf der Route 66. Das Radio tönt laut, wir atmen Sonne, Wind, Geschwindigkeit, Musik. Und diese Musik von Chans unglaublich guter Band DIRTY DELTA BLUE übt sich in Zurückhaltung, setzt auf sparsam dosierte Akzente. Sie berührt wie rätselhafter Nebel, Regen vor der Hotellobby, Zigarettenrauch von den Lippen der Femme Fatale. Beinahe wird so etwas wie Intimität erzeugt, seelische sozusagen. Oder doch noch mehr? Niemand haucht so anrührend "I Love You" wie Chan ("Blue" und "Ramblin' (Wo)Man"). Und wo CASH mit "Personal Jesus" aufhörte, setzt CAT POWERs "Lord, Help The Poor & Needy" an. Was rede ich. Man höre das Album und verstehe. Für mich ist das eines der großen Alben der jüngsten Zeit.

9/10

» Cat Power

INFO-BOX
Künstler Cat Power
Titel Jukebox
Format Album
Länge 12 Tracks | 38:36
Label Matador
22.01.2008

Leserwertung:

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