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Casualties Of Cool – "Casualties Of Cool"

6. Juli 2014 | Bastian | Musikrezensionen | 1.490 mal gelesen

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Casualties of Ghosts

Casualties Of Cool - "Casualties Of Cool"Am Anfang stand nur die vage Idee, das viele Material, was sich im Zuge seines DEVIN TOWNSEND PROJECT vor allem zum Abschnitt "Ghost" angesammelt hatte, noch irgendwie zu veröffentlichen. Doch das vierteilige Projekt war vorerst abgeschlossen, und das Boxset "Contain Us" deckte in Sachen Bonusmaterial eine ganze Menge ab. Doch Devin Townsend, Multiinstrumentalist und schlicht gesagt, musikalisches Genie aus Kanada, plante schon etwas neues mit Sängerin Ché Aimee Dorval, die schon auf "Ki" gesungen hatte. Ein gutes Jahr später, und nach einer mehr als erfolgreichen Pledgemusic-Kampagne, die mit weit über 500% völlig durch die Decke ging, ist das Duo vereint als CASUALTIES OF COOL.

Es ist nicht einfach nur ein neuer Name zum Selbstzweck, sondern soll deutlich machen, dass dieses Projekt keine Halde für B-Material, kein Townsend-featuring-Soundso-Album sein soll, sondern ein Werk völlig unabhängig von den beteiligten Namen und Personen. Mit an Bord ist Ausnahmeschlagzeuger Morgan Ågren, auch Kat Epple ist wieder dabei sowie der Sångkraft Chamber Choir. Auch bei den Instrumenten kann einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, neben Holz- und Blechblasinstrumenten gehört auch ein großes Streicherensemble aus Celli, Violas und Violinen dazu.

Da dieser Text bereits vielsagend mit dem Verweis auf "Ghost", dem Ruhepol-Album vom DTP, begann: Was darf der Hörer von CASUALTIES OF COOL erwarten? Nun, wer mit "Ki" gut konnte und eben auch "Ghost" in sein Herz schließen konnte, für den wird das Album hier zur Offenbarung. Townsend hat mit Dorval eine kongeniale Partnerin gefunden, mit der er den Weg dieser Alben fortführt, bzw. beide Stränge zusammenfließen lässt. Country trifft auf Rock trifft auf akustische Gitarren, jazzig-beschwingtes Schlagzeug mit zarten Anschlägen und Besen, die umwerfende und wandlungsfähige Stimme einer mehr als überzeugenden Solistin sowie ein atmosphärisches Grundklanggerüst, das den Hörer wie schon bei "Ghost" sehr schnell gefangen nimmt. Atmosphärisches und Ambientelemente sind hier nicht einfach nur Werkstücke und Effekte, sondern verweben die gesamte Welt dieses Konzeptalbums über eine mitreißende Liebesgeschichte.

Townsend hat den Charakter des Albums in Interviews als "late night music" und "haunted Johnny Cash songs" beschrieben. Das trifft das weite Spektrum der mehr als einstündigen Reise gut. Das Album zelebriert seine ruhigen Momente der Einkehr ebenso wie die der Freude, der Melancholie, der Sehnsucht und der Befreiung der Seele. Und immer wieder Gänsehautgarantie, etwa beim verträumten "The Code", oder den intensiven Chorpassagen von "Broken", oder Townsendscher Bombast in "The Bridge", oder wenn uns Ché Aimee mit ihrem wunderschönen, leicht souligem Gesang umgarnt ("The Field") – Devins Gesang natürlich eingeschlossen. Favoriten oder einzelne Highlights herauszupicken, ist schwer, da sich das Konzept auch musikalisch äußerst dicht und geschlossen präsentiert – eine Reise ohne Durchhänger. Dennoch, als lose Empfehlung die Songs, die man auf diesem Weg nicht verpassen sollte: "Daddy", "Moon", "Ether", "Forgive Me", "Bones".

An das reguläre Album schließt sich in der Deluxe Edition eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Demos und Outtakes an, sowie eine Handvoll weiterer Songs, die ursprünglich für den zweiten Teil von "Ghost" geplant waren. Als Hörer kann man damit noch mal für mehr als eine Stunde in die Verlängerung gehen, die Geschichte weiterspinnen, sich einfach treiben lassen.

Wer eher den härteren Klängen aus dem Townsend-Universum zugetan ist, der wird mit CASUALTIES OF COOL wahrscheinlich nicht glücklich werden. Für mich persönlich ist es eine fast schon logische Weiterentwicklung seines Spektrums, die sich schon vor Jahren mit seinen Ambientexperimenten leise angekündigt hatte. Ich bin mir sicher, dass der Meister auch in Zukunft noch weitere Überraschungen für uns bereithält.

Übrigens: Wer sich in Chés Stimme verliebt hat: Bereits 2009 hat sie ihr Solodebüt mit "Underachiever" gegeben. Das wird in Kürze in einer limitierten Auflage nochmal als CD erscheinen.

9/10

» Devin Townsend

INFO-BOX
Künstler Casualties Of Cool
Titel Casualties Of Cool
Format Doppel-Album
Länge 15 + 13 Tracks | 73:47 + 65:05
Label HevyDevy Records
14.05.2014

Leserwertung:

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