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Bosnian Rainbows – "Bosnian Rainbows"

4. September 2014 | Matthias | Musikrezensionen | 1.061 mal gelesen

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Verträumtes Poppen von Ex-Marsianern

Bosnian Rainbows - "Bosnian Rainbows"Es hat nicht lange gedauert, bis der aus Puerto-Rico stammende Songwriting-Meister und Gitarren-Freak Omar Rodríguez-López nach dem plötzlichen Ableben von THE MARS VOLTA eine neue Band an den Start gebracht hat. Mit seinem ex-marsianischen Kollegen Deantoni Parks am Schlagzeug, Tastenspezialist Nicci Kasper sowie Sängerin Teri Gender Bender, die bereits in der Garage-Punk-Band LE BUTCHERETTES sang, hat er BOSNIAN RAINBOWS ins Leben gerufen und strebt ganz andere Töne an als mit seiner vorigen Band. In einer Schnittmenge aus Rock, Pop, Dream Pop, Avantgarde und etwas experimentelleren Klanggefilden wagt sich der Vierer auf sehr spannende musikalische Pfade, die man so eher in den 1980er Jahren hätte entdecken können als heutzutage. Aber genau das ist es ja, was eine gute Band bzw. gute Musik ausmacht, eben nicht so zu klingen wie das, was gerade angesagt ist und wie das, was irgendwie alle machen. Sehr interessant ist wohl noch zu erwähnen, dass die Band auf einen Bassisten verzichtet und Drummer Deantoni Parks die Bassparts auf seinem Keyboard während des Schlagzeugspielens (!) ebenfalls mit einer Hand spielt.

Das mit melancholisch mysteriösen Gesangslinien ausgestattete "Eli" inklusive dem tragenden Satz "why do you smile at me" beschert dem Album einen großen Auftakt und zudem gleich eines der Highlights. "Worthless" erinnert an die seligen 80er jahre inklusive deutlicher Nuancen in Richtung Dream Pop, während "Dig Right In Me" und "The Eye Fell In Love" diesen Schritt komplett vollziehen. Immer wieder schwingen experimentelle Töne mit, die irgendwo zwischen Noise und Avantgarde einzustufen sind, jedoch nie störend oder zu dominant wirken. Man könnte sagen, dass sie das Gesamtbild der Musik als eine Klangerweiterung ergänzen. "I Cry For You" ist fast schon ein Post-Punk-Stück und das folgende "Morning Sickness" bewegt sich danach wieder in Richtung Dream Pop, während "Torn Maps" noch einmal poppigen Post-Punk zelebriert.

Ein weiteres Highlight dürfte das im Refrain schön verträumte "Turtle Neck" sein, zu dem die Band auch ein Video am Start hat. Wenn beim kurzen und knackigen Post-Punk-Pop-Stück "Always On The Run" in der zweiten Hälfte des Albums nochmal richtig Schwung in den Laden kommt, schmeichelt das mit einem wunderschönen Refrain ausgestattete "Red" allen Dream-Pop-Liebhabern ein zweites Herz in die Brust. "Mother, Father, Set Us Free" bildet den sehr gelungenen Ausklang eines mutigen Albums, das ein Genre abdeckt, welches man fast schon für tot gehalten hat.

"Bosnian Rainbows" ist eingängig und herausfordernd zugleich, minimalistisch und doch voller Nuancen, die es zu entdecken gilt. Ruhig und entspannt wirkt die Musik auf der einen, rebellisch und punkig auf der anderen Seite, meistens aber beides zugleich ohne jedoch gegensätzlich zu wirken. Von allen etwas aber vor allem eines: Saustark!

9/10

» Bosnian Rainbows

INFO-BOX
Künstler Bosnian Rainbows
Titel Bosnian Rainbows
Format Album
Länge 11 Tracks | 48:34
Label Clouds Hill Recordings
28.06.2013

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