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Barren Earth – "The Devil's Resolve"

23. März 2012 | ME | Musikrezensionen | 2.792 mal gelesen

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Blackwater Folk

Die ersten Takte von "Passing Off The Crimson Shadows", der neuen BARREN EARTH-CD "The Devil's Resolve", erinnern schon an AMORPHIS in ihrer "Tuonela"-Phase. BARREN EARTH haben es sich nach ihrem sensationellen Debüt "Curse Of The Red River" (2010) mit dem Nachfolger nicht leicht gemacht, denn in der Folge mäandert der Eröffnungstrack verschlungen durchs musikalische Dickicht. Klargesänge (Mikko Kotamäkki ist da ganz wunderbar in seinem Element!), progressive Einschübe und Soli, vertrackte Drum-Beats und rockige ausufernde Passagen lassen den Song zu einem Gourmet-Monster mutieren, wenn ich das mal so unverblümt anachronistisch sagen darf. Natürlich bietet Mikko auch wieder seine düster verhallten, sehr tiefen Growls auf, kontrastiert die sanften Sequenzen damit trefflich.

"The Rains Begin" lotet die Schnittpunkte zum Folk aus. Und SIMON & GARFUNKEL sind in der Strophenphase auch nicht weit entfernt. Und das scheint plausibel, denn hatte dieses legendäre Gesangsduo bei allem Popappeal nicht immer auch eine starke Affinität zu Folklängen? Klar, dass (Ex-)Mitglieder von SWALLOW THE SUN, MOONSORROW und AMORPHIS sich mit skandinavischer Folklore auskennen und sie ins musikalische Konzept gern integrieren. Der Song verbreitet die ganze Zeit Gänsehaut, er tönt euphorisch und melancholisch zugleich, ein Geheimrezept der Finnen, wie wir wissen. Die Hammonds hämmern wie zu tief purpurnen Zeiten, sind ein so geiles Instrument, welches überraschenderweise immer noch einen so exklusiven Status im Metal innehat, weil es so selten eingesetzt wird. Dabei schafft es ungeheure Heavyness. Auch der führend-wummernde Bass übrigens. Die sehr feinen hellen Akkorde, welche die Gitarren anschlagen, setzen riffende Kontraste, ufern aber auch gerne in den Nachbarfluss.

"Vintage Warlords" wendet sich mehr dem Death Metal zu, wartet nach dramatischer Eröffnung mit weiten Klarvocals auf. Ein wenig erinnert es an OPETH und PINK FLOYD, was BARREN EARTH hier veranstalten, auch die Sixties mit Happyness und Gras melden sich, mediterranes Zupfen einer Eastcoastklampfe führt an den White Sand Beach, bei Wah Wah-Gesäge und mächtig Hall kommen wir in Schwung, hören in der Ferne Dudelsäcke, oh, wir merken, das ist ein neuer Song ("As It Is Written"), ein verführerisches Folklore-Motiv setzt sich in den Gehörgängen fest, von hartem Riffing durchsetzt, "Rain, As it is Written" intoniert Mikko mit Klarstimme (Growls setzt es auch, keine Sorge!), ein Klavier meldet sich, ein flirrendes Solo, alles wiegt in goldenem Fluss. Der Track gerät großartig, man muss es sagen!

"The Dead Exiles" führt wieder hart und knüppelnd in die Gefilde der Toteninsel, ohne jedoch auf das Drama zu verzichten. Schwere Gitarrenwände bilden eine feine Melange zu melancholischem, äußerst feinem Chorus. "Oriental Pyre" bietet wieder "Tuonela-Stimmung: seltsam wie gut skandinavische Folklore sich mit orientalischen Klängen vereinen kann. Das Solo-Break in der Mitte des Songs… hach ja, ich liebe Metal, wenn er so kreativ und voller Spielfreude vorgetragen wird!

Beim Hören von "Where All Stories End" werde ich auch an INSOMNIUM erinnert. Klasse das tighte Zusammenspiel, die wabernden Hammonds, die mehrstimmigen Gesänge, der wirklich gemeine Ausbruch zorniger Grunts, welche der friedlich-stillen Atmosphäre die Stirn bieten. "Martyrs Of Devotion" ist dann der erste von zwei Bonustracks der vorliegenden Limited Edition. Der knappe Song ist ein flotter Rocker im ETERNAL TEARS OF SORROW-Gewand, melodisch, eingängig, dennoch mit Biss. "World In Haze", Bonustrack Nummer Zwei, gehört auch unbedingt auf das Album; mir unverständlich, wie Plattenfirmen solche Songs vom Album abkoppeln, damit man eine Limited Version herausbringen kann. Kann sich vielleicht jemand vorstellen, wie man einen PINK FLOYD oder OPETH-Track einfach wegschneidet? "World In Haze" mit seinem Bassspiel, welches an die Di Anno-Phase von IRON MAIDEN erinnert, weil Olli Pekka sein Instrument wie eine Leadgitarre spielt, immer im Vordergrund, nicht nur begleitend, dazu diese getragene Abschieds-Atmosphäre, die traurigen Gesänge, das finale Solo, dieser Song ist wie geschaffen, das Album exzellent abzuschließen. Also holt Euch UNBEDINGT die Limited Edition!

» Barren Earth

INFO-BOX
Künstler Barren Earth
Titel The Devil's Resolve
Format Album
Länge 10 Tracks | 56:42
Label Peaceville Records
07.03.2012

Leserwertung:

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1 Kommentar zu Barren Earth – "The Devil's Resolve"

Ghosti
23. März 2012

Komplexer, melodischer Dark Metal, durchsetzt mit Death Growls, dazu hammonder 70er Prog Rock, hier und da gar mit orientalischem Einschlag, etwas Folk und finnische Melancholie. Absolut phantastisch!

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