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Backyard Tire Fire – "Vagabonds And Hooligans"

11. Mai 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.646 mal gelesen

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An der Tanke und Tarantino ist weit weg...

Backyard Tire Fire - "Vagabonds And Hooligans""Vagabonds And Hooligans" nannte sich die dritte Veröffentlichung von BACKYARD TIRE FIRE, einer US-Band, die es in den Staaten schon zu einiger Reputation gebracht hat. Inzwischen gibt es Album Nummer vier: „The Places We Lived“, eine Besprechung der gelungenen neuen CD folgt, versprochen!

Nun, um es vorweg zu nehmen: Dieses dritte Werk, welches ja oft als wegweisend für eine Band bezeichnet wird, ist endlich mal eine Oase der Ruhe und Stille inmitten all der dröhnenden Veröffentlichungen der letzten Zeit. Denn hier wird nicht mit Fanfaren um sich geworfen, produktionstechnisch aufgebläht oder irgendwelche 0815-Licks nachgespielt. Vielmehr steht die Musik der Band im Zeichen solcher Acts wie NEIL YOUNG, CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL oder MARCY PLAYGROUND. Blues, Alternative-Country, Southern Rock, Folk, Indie reichen sich aufs angenehmste die sonnenbeschienene Klinke in die Hand.

Der Opener "Vagabonds And Hooligans" eröffnet nach Art des unvergessenen JEFF BUCKLEY. Die Intonation, traurige Vocals zu stiller Violine und Akustikklängen, das alles stimmt nachdenklich. Hier ist jemand wirklich melancholisch, erlebt im Déjà-vu schmerzende Augenblicke des eigenen Lebens. Nichts hier mit inszenierter Gothic-Trauerweidenromantik. Das hier ist authentische Musik. An MARCY PLAYGROUND erinnert mich "Undecided", ein großartiger Song. Muß man gehört haben, lässig, cool, den Sechs-Schüssigen im Halfter, die Kippe im Mundwinkel, provozierend, geil! "Green Eyed Soul" bietet lupenreinen Southern Rock, ein wenig "Mrs. Jones" der COUNTING CROWS ist auch dabei. Und sphärische Töne sind der Band auch nicht abhold: "Corinne" ist der Beweis. "A Long Time" bietet ruhige Piano-Parts, eine zarte Annäherung an die große Zeit des friedlichen End-Sechziger- und Anfang-Siebziger-Rocks findet statt.

ROY ORBISON und der legendäre "Second Album"-Song der STONE TEMPLE PILOTS werden in "Tom Petty" gerne zitiert, natürlich auch der Namensgeber des Songs selbst. Und weiter geht das Namedropping: LYNARD SKYNARD taucht als Inspiration in "The Wrong Hand" auf; einen guten Blues haben BACKYARD TIRE FIRE da geschaffen. "Get Wise" ist ein Track, wie ihn TRAGICALLY HIP gerne mal komponiert hätten. Country-Vibes der angenehmen Art, weil unaufdringlich und unkitschig durchziehen den Song, den auch CASH (R.I.P.) sicher gerne auf seinem nächsten Album gecovert haben würde. Unspektakulär, milde, leise, sanft klingt der Song aus. "Downtime" zeigt die Vorliebe der Band für Alternative Music; Blues wird natürlich dazugemischt, warum auch nicht? Der Gesang tönt lässig, staubig, nölend, die Gasoline nimmt Gestalt an, ebenso der Van mit Tarantino, Clooney, Keitel und Lolita Juliette Lewis auf dem Weg in die Titty Twister-Bar… Einer der besten Tracks des Albums, auch gerade wegen der allgegenwärtigen "Sweet Home Alabama"-Vibes.

Das ist Musik zum Innehalten, ausatmen, schreddernde Gitarren, Tod und Verderben bleiben außen vor. Nicht jedoch Verlust, Trennung, Abschied, Melancholie. BACKYARD TIRE FIRE haben eine erdige, gut durchkomponierte, typisch amerikanische Blues-Country-Rockscheibe aufgenommen, die zu hören sich lohnt. "Hooligans And Vagabonds" ist intelligent eingespielt von talentierten Musikern; die Unsicherheit und Melancholie des sich immer auf Reisen befindenden Vagabunden hat die Band musikalisch adäquat umgesetzt. Für mich die Überraschung im März. Sie haben es wirklich verdient, bekannter zu werden.

8/10

» Backyard Tire Fire

INFO-BOX
Künstler Backyard Tire Fire
Titel Vagabonds And Hooligans
Format Album
Länge 12 Tracks | 43:01
Label O.I.E. Records
06.02.2007

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