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Anathema – "We're Here Because We're Here"

5. Juni 2010 | ME | Musikrezensionen | 1.404 mal gelesen

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Melancholische Schwelgerei

Anathema - "We're Here Because We're Here"Die Briten ANATHEMA sind zurück. "We're Here Because We're Here" nennt sich das neue Album: soll das jetzt ein philosophisches Statement sein nach dem Motto "Das Leben birgt den Sinn in sich selbst"? Vielleicht. Und wieder einmal hat der umtriebige Workaholic Steven Wilson (PORCUPINE TREE) die Finger im Spiel, diesmal im Mix. Und den leidenden Vile Valo (HIM) hören wir auch in einem Track, kann das gut gehen, wo doch schon Vincent Cavanagh unentwegt stimmlich Tränen vergießt?

Mit wolkiger Stimme, immer atmosphärisch aufgeladen, schwebt Vincent durch seine neuen Songs. Bruder Danny steuert seine melancholischen Leads bei und der dritte im Bunde, Jamie, unterlegt das Liedgut mit sanften Bassakkorden. Überlang wird gelitten, ergreift eine bleierne Traurigkeit den Hörer, Regentropfen wollen nicht aufhören, "Colossal Rain"…

Kann es sein, dass der Gesang noch heller geworden ist? ANATHEMA haben sich ja sehr verändert, wildern in Gefilden von RADIOHEAD, Sphären von PORCUPINE TREE und den DEFTONES, wenn diese ihre ruhigen Momente haben. Die überlangen Kompositionen sind nichts zum Nebenherhören. Elektroloops und Stimmenverzerrer ("Universal") werden von Streichern überthront; der Gesang ertönt aus dem Off, bevor es richtig losgeht. ANATHEMA wissen, wie man stille Emotionen ausdrucksvoll musikalisch umsetzt.

Traurigkeit, auch Wut äußert sich nicht in hektischen rifforientierten Passagen, sondern als dissonante Zuspitzung, zumeist zu verorten am Ende von Strophenphasen. Und ANATHEMA sind gut, ihre Arrangements lassen Interpretationen Raum, Entdeckungen, Schwelgerei. Ich habe sie live gesehen; da hatten sie einen ihrer magischen Momente und setzten das Songmaterial auf den Schwingen einer spätsommerlichen Euphorie getragen formidabel um.

"We're Here Because We're Here" bietet zehn zumeist überlange Songs, welche Melancholie zelebrieren. Das kann durchaus auch einmal etwas steril oder künstlich wirken. Gut gefallen mir die sanft sich entfaltenden Keyboard-Sequenzen ("Dreaming Light") und die Gitarrenakkorde, wenn sie sich verfestigen, härtere Konturen annehmen, stählerne Form gewinnen, siehe und höre "A Simple Mistake". Das geschieht nicht oft, aber wenn, dann wirkungsvoll. Das könnte die Band durchaus häufiger einsetzen, diese sich hochschraubenden Riffs, welche live so eindringlich funktionieren. Insgesamt haben ANATHEMA ein gutes Album komponiert, welches mir aber so manches Mal zu wolkig und gesanglich zu weinerlich ausgefallen ist. Und Ville? Der heult wie immer mit den Wölfen…

7/10

» Anathema

INFO-BOX
Künstler Anathema
Titel We're Here Because We're Here
Format Album
Länge 10 Tracks | 60:23
Label Kscope Music
31.05.2010

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (4 Wertungen, Ø 7,75 von 10)
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