• MatthiasNach langer Zeit mal wieder aufgelegt. Was für ein Müll! Es tut fast schon weh, U2 in diesem Zustand zu...
  • MEMeine Zustimmung, absolut! Geniales Album, seltsame Stimmung, androgyn, enthoben, warm, jazzig, mit sensationellem...
  • GhostiDas Album geht vom ersten Hör an dermaßen geil rein, daß man befürchtet, daß es sich ebenso schnell wieder...

Amorphis – "Under The Red Cloud"

21. September 2015 | ME | Musikrezensionen | 1.579 mal gelesen

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Scheherazade ist Finnin

Amorphis - "Under The Red Cloud"Als AMORPHIS auf dem Summer Breeze ihr Debüt komplett spielten, konnte der geneigte Fan ja schon ahnen, dass das neue Album mehr Growls enthalten würde. Und diese Hoffnung wird mit "Under The Red Cloud" eindrucksvoll bestätigt. Denn die Band liefert mit ihrem neuen Album die Abwechslung und Dynamik, welche auf den letzten Alben nicht zu finden war. Gerade der variable Gesang von Joutsen kann nämlich diesen Finnen-Hymnen den entscheidenden Touch ins Knallharte, Dunkle oder Pathetische verpassen und wirkungsvolle Kontraste setzen. Lediglich in "Sacrifice" setzt es keine Grunts, in allen anderen Songs holt der Vocalist immer auch seine düstere Gesangeskunst aus den Tiefen seiner 1000 Seelen.

Resultat ist das beste Album der Band seit langen Zeiten, ein Rausch der Superlative. Es beginnt mit dem Titelsong "Under The Red Cloud" in typischer AMORPHIS-Manier. Groove, Pathos und Folk-Melodie und im Chorus dann "Whhhoooooooaaaaoooo", Growls der Extraklasse. So hart, heavy und rasant und drückend wie in "The Four Wise Ones" hat man die Kombo lange nicht erlebt. Hier giftet Joutsen im zeitweise fast blackmetallisch, übrigens kann er das auch formidabel. Einfach geil geil geil! Und er wird das einmal erwachte Talent in zwei weiteren Songs aufgreifen. Atmosphärisch, dunkel und mit typischem Forest-Flair auch "Bad Blood": Im ergreifenden Chorus wird vor uns die Weite der Suomi-Landschaft ausgebreitet, endlose Seen, Wälder, grüne Auen. Hier erinnern AMORPHIS an selige "Tuonela"-Zeiten.

Dass sie ihre Landsleute von ENSIFERUM mögen, zeigen sie überdeutlich in "The Skull". Der Chorus erinnert aber sowas von an diese Buben, dass es eine wahre Wonne ist. Ein stiller Part mit beinahe jazzigen Keys und dann setzt es wieder Death Metal. Meine Güte, wie lässig komponiert ist das! Nach lupenreinem MELECHESH-Intro Flötenklänge zu Growls? Das geht! So höret "Death Is A King", orientalisch anmutende Klänge entführen ins Reich Sindbads und Harun Al Rashids, um letztendlich den Reigen auf einem der 1000 Seen fortzusetzen. "Sacrifice" ist eine typische Band-Hymne, eingängig, flott und im Öhrchen hängenbleibend. "Dark Path" ist noch so ein ultraharter Brocken, wieder mit Blackie-Schlagseite. Natürlich mit Melodie, Hall und der nötigen Portion Pathos. Ein Hammersong! Atmosphäre, Drive, Härte, ein Chorus zum Niederknien. Wie gut die sein können!

Und so geht das Wechselbad weiter. "Enemy At The Gates" entführt nach Nahost, KING DIAMOND wäre begeistert. Und im Refrain kommt der Löwe der Wüste, grollend, zornig, fordert das schwarze Amulett zurück. Folk und Death, "Tree Of Ages" lässt sich nicht so einfach fällen wie die Donareiche einst. Da steht die Band davor, grimmig, grollend, giftend und lässt sich nix erzählen. Im Finale "White Night" ertönt ein Burgfräulein mit lässiger Stimme, eben nicht nur Elfe, eher eine, welche das Morgenland und 1000 und eine Nacht kennt und den Morgenstern 60 Meter werfen kann. Der Chorus ist überirdisch, DAS Ding. Was soll ich sagen, seit 15 Jahren ist das die Beste AMORPHIS.

Awesome, durch und durch.

9/10

» Amorphis

INFO-BOX
Künstler Amorphis
Titel Under The Red Cloud
Format Album
Länge 10 / 12 (Deluxe Version) Tracks | 49:56 / (60:23)
Label Nuclear Blast
04.09.2015

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (4 Wertungen, Ø 8,25 von 10)
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1 Kommentar zu Amorphis – "Under The Red Cloud"

Ghosti
8. November 2015

Das Album geht vom ersten Hör an dermaßen geil rein, daß man befürchtet, daß es sich ebenso schnell wieder abnutzt. Aber das Gegenteil ist der Fall, es wird immer besser!
Irgendwie ist (natürlich) die typisch finnische Melancholie auch drin, aber die zieht einen hier (anders als z.B. bei INSOMNIUM) nie auch nur ein Stück weit runter, sondern – sofern man eh schon guter Stimmung ist – steigert die Euphorie ins Unermeßliche. Das ist unglaublich, diese grandiosen Melodien, dieses (für die Art Musik) nahezu perfekte Songwriting, die Keyboards passen so brillant in den Sound, die Gitarren und Vocals (in allen Lagen) sind absolut genial – das ist alles so unfaßbar großartig, vom ersten bis zum letzten Song…
Der Rezensent übertreibt nicht – "Under The Red Cloud" ist der Hammer!

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