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Alice In The Cities – "Of The Lines"

25. Juni 2015 | Bastian | Musikrezensionen | 661 mal gelesen

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Instrumentales Roadmovie

Alice In The Cities - "Of The Lines"Ein wahrhaft europäisches Trio: Die Musiker von ALICE IN THE CITIES kommen aus Italien, Belgien und Frankreich; vereint sind sie allerdings in Berlin. Warum die Art und Weise, wie sie Post-Rock interpretieren, dann doch nicht so "minimal" ist, wie sie selbst angeben, will ich kurz erklären, denn ihr Debütalbum "Of The Lines" ist ein wirklich hörenswertes Kleinod instrumentaler Musik geworden.

In den sieben Songs unternimmt das Trio, benannt nach dem Schicksals-Roadmovie von Wim Wenders, ausgerüstet mit Schlagzeug, Saiteninstrumenten und Synthesizer, eine Städtereise durch ganz Europa. Ein paar der Stationen hatten sie schon auf ihrer ersten EP "Five Cities" besucht. Es ist nicht nur ein Trip durch unterschiedliche Städte-Mentalitäten, sondern auch eine Reise durch die Rockmusik, auf der die Musiker ihre zahlreichen Einflüsse offenbaren. In den Stücken "Odessa", "Valencia", "Zagreb" gibt es verspielten Post-Rock mit sympathischer Live-Atmosphäre – nicht einfach nur Reverb als atmosphärischer Kleister, sondern eine gelungene Balance, die Studio und Clubbühne zusammenbringt. Meister Plotkin hat es an dieser Stelle mal wieder verstanden, die dynamischen Qualitäten aus den Songs herauszuholen.
Während diese drei Stücke schon recht aussagekräftig das Kopfkino bewegen, geht es in vier anderen Städten ganz faszinierend zu. "Wien" z.B. hat nichts von der Lockerheit der österreichischen Großstadt – ALICE IN THE CITIES unterstreichen das mit einem verträumten, regenverhangenem Score, der sich auch in "Beiruth" fortsetzt und dort später in noisige Ambient-Klangexperimente mündet. Diese unerwarteten Wendungen passen auch irgendwie zur Filmvorlage, bei der einst CAN Musik für Bilder komponieren mussten, die sie noch gar nicht gesehen hatten.

Klares Highlight ist "Krákow": Zu Beginn erscheint der Song elektromäßig, dann geht es regelrecht space-rockig voran und packt den Hörer spätestens bei seinem großartigen, melodischen Refrain. Schon in den vorherigen Tracks wurden psychedelische Spuren ausgelegt, Krautelemente verarbeitet, aber alles noch sehr subtil. Hier kommen sie richtig zum Tragen. Und dann wäre da noch "Jaffa", ein bebender Track mit einer hochansteckenden Synthie-Bassline aus besten New-Wave-Zeiten. Das live zu erleben, muss noch eine ganz andere Dimension sein.

Mit "minimal" kann keineswegs das Erscheinungsbild der Songs gemeint sein, denn die wirken ziemlich groß. Aber ALICE IN THE CITIES beherrschen das Spiel mit den kleinen Tönen, den behutsamen Umgang mit Details und vor allem zeigen sie Gespür für unkomplexe Rhythmen und Melodien, die sich sehr schnell im Ohr festhaken. Und auch wenn sie durchaus Gelegenheit zum Träumen bieten, sind sie irgendwie ständig in Bewegung.

7/10

» Alice In The Cities

INFO-BOX
Künstler Alice In The Cities
Titel Of The Lines
Format Album
Länge 7 Tracks | 34:50
Label Fakiri Records
21.05.2015

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