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After Death / Unaussprechlichen Kulten – "Dwellers Of The Deep / Chapter-V: The Madness From The Sea"

30. April 2017 | Matthias | Musikrezensionen | 318 mal gelesen

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Düstere Legenden

After Death / Unaussprechlichen Kulten - "Split"Es ist ein wenig aus der Mode gekommen, eine Split-Veröffentlichung herauszubringen, was wohl mit der Lukrativität der Aktion zu tun hat. Früher ging es dabei vordergründig darum, durch die Kooperation bzw. das Split-Format, seinen Bandnamen bekannt(er) zu machen und letztendlich Geld zu sparen. Heutzutage kann man seine Musik ganz bequem und günstig über das Internet verbreiten und man ist im Grunde nicht mehr auf Tonträger angewiesen. Split-EPs oder -Alben sind mittlerweile also mehr ein Liebhaberprodukt, als eine tatsächlich nützliche Angelegenheit. Den Amerikanern AFTER DEATH und den Chilenen UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN scheint das ziemlich Piepe zu sein, denn sie haben sich 2012 zusammengetan und eben ein solches Split-Album veröffentlicht. Tradition und alte Schule also, nicht nur nach außen (Format), sondern auch nach innen (Musik).

After Death - "Dwellers Of The Deep"Schlagzeuger Mike Browning wurde bekannt durch sein Mitwirken bei NOCTURNUS, einer der wohl einflussreichsten (Technical) Death-Metal-Bands der frühen 1990er Jahre. Sie haben als eine der Ersten komplexe Riffstrukturen in Kombination mit Keyboards eingesetzt. Zudem haben sie die Themen Science Fiction und Antichristentum auf ein erstaunlich kompatibles Level gebracht, das bis heute nachhallt. Nach seinem Abgang gründete er 1999 erst NOCTURNUS A.D. und ein Jahr später AFTER DEATH, die an den Sound von NOCTURNUS anknüpfen. Leider finden sie kaum bis gar keine Beachtung in der Szene, was vielleicht auch daran liegt, dass bis dato kein vollständiges Album vorliegt.

Auf dieser Split wird sehr eindrucksvoll deutlich, dass AFTER DEATH die logische Entwicklung von NOCTURNUS sind. Betrachtet man dazu das dritte Album von NOCTURNUS, das sang- und klanglos unterging und die Qualitäten der ersten beiden Alben "The Key" (1990) und "Thresholds" (1992) nicht halten konnte, ist der AFTER-DEATH-Anteil der Split, "Dwellers Of The Deep" benannt, deutlich mehr NOCTURNUS als deren eben erwähntes, drittes Album "Ethereal Tomb" (1999). Aufgrund des Untergrundstatus' der Band und den geringen Mitteln ist die Produktion entsprechend ausgefallen, was man von AFTER DEATH zwar kennt, die Sachlage jedoch leider nicht verbessert.

Die sechs Songs sind allesamt richtig gut gelungen und es werden beim Anhören nicht nur eine, sondern unzählige Erinnerungen an "The Key" wach. Selbst der Gitarrensound, die Song-Aufbauten, die Sci-Fi-Soli, der Keyboard-Sound, alles NOCTURNUS pur. Zudem gibt es mit "Chapel Of Ghouls" ein gelungenes, weil vom Original abweichendes MORBID-ANGEL-Cover, in deren Frühphase Browning bekanntlich ebenfalls hinter den Fellen saß.

Unaussprechlichen Kulten - "The Madness From The Sea"Die Chilenen von UNAUSSPRECHLICHEN KULTEN beschleicht eine leicht andere Problematik, mal ganz abgesehen vom eher amüsant gewählten Bandnamen. Auch hier ist die Produktion roh und kernig gehalten, klingt dadurch leider aber auch ein wenig anstrengend, da die Gitarren sehr laut und direkt ausgesteuert sind und das Schlagzeug eher im hinteren Klangbereich poltert. Dabei haben die Südamerikaner auf ihrem Split-Anteil, betitelt "The Madness From The Sea", einiges zu bieten. Sie komponieren abwechslungsreich, bauen Dynamiken ein, die die einzelnen Stücke aufwerten und besitzen eine gute Gabe für den richtigen Augenblick. Kein Hau-drauf-Death-Metal, sondern durchdacht und stimmig. Man merkt der Musik an, dass die Band schon länger am Werk ist. Auch im Falle dieser Truppe ist es allerdings sehr schade, dass sie bislang nie die Chance auf gute Produktionskonditionen bekommen haben. Die Qualitäten der Feinheiten sprechen für sich. Die Musik hat was und spannenderweise ist es auch der rohe Charme, der hier ein paar Sympathien verleiht. Trotzdem: Eine bessere Produktion hätte aus den Songs noch viel mehr herausholen können.

Wir käuen also wieder: Wenn hier professionelle und vielleicht sogar etablierte Leute mit entsprechender Erfahrung an den Reglern gewesen wären und einen stimmigen Sound gebastelt hätten, würde die Musik beider Bands bei Fans der frühen Stunde mit Sicherheit einschlagen wie eine Bombe.

» After Death / Unaussprechlichen Kulten

INFO-BOX
Künstler After Death / Unaussprechlichen Kulten
Titel Dwellers Of The Deep / Chapter-V The Madness From The Sea
Format Split-Doppelalbum
Länge 12 Tracks | 29:46 / 21:26
Label Proselytism
03.03.2012

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