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30 Seconds To Mars – "This Is War"

17. Dezember 2009 | ME | Musikrezensionen | 1.498 mal gelesen

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Traumschiff statt Raumschiff

30 Seconds To Mars - "This Is War"Leider hatten sich 30 SECONDS TO MARS ja schon mit "A Beautiful Lie" vom schweren Space-Future-Rock ihres Debuts verabschiedet, obwohl gerade diese Ausrichtung der US Band um Hollywood-Jungfrauenschwarm Jared Leto einigermaßen Profil verlieh. Kurz, Mainstream hielt Einzug. Und das setzt sich auf unheilvolle Weise mit der neuen Veröffentlichung "This Is War" fort. Häufig eingesetzte "Ohhhhh", "Ahhhh" schon zu Beginn des Werkes zu mittig-spannungsfrei komponierten Tracks können mir keine Begeisterung abringen. Die Elektronics sind gefällig platziert, der Gesang poppig und die Melodien sollen an U2 erinnern, doch die Altmeister schweben woanders, klar.

"Night Of The Hunter" und "Kings And Queens" bewegen sich in der Schnittmenge aus COLDPLAY, U2 und Achtzigerpop; alles tönt professionell, plastisch produziert, glasklar, jedoch vermisse ich die Melodien des Debuts, welche längst nicht so geglättet waren und Gitarren enthielten. Selbige kommen hier nur als Computervariante zum Einsatz; schwelgerisch überbordende Keys dominieren das Hörbild. Der Titelsong "This Is War" eröffnet atmosphärischer, ruhiger. Doch ohne einen U2-Chorus geht es nicht. Klar, die Brüder Leto wollen den Hauptstrom bedienen, ganz unverblümt; dabei streifen sie auch die sich selbst bemitleidende Schönlings-Emo-Schiene und setzen sogar beinahe weihnachtliche Gesänge und opulente Kitschchöre ein. Das haben PINK FLOYD auf "The Wall" besser gemacht. Manchmal verbeugen sie sich vor QUEEN, dann wieder vor DEPECHE MODE, immer harmlos, epigonenhaft zitierend, nicht augenzwinkernd, erst recht nicht etwas Neues kreierend.

Wartete das Debut noch mit dem raffinierten Gegensatz von Gitarrenakkorden zu Synthspielereien und Elektrotupfern auf, welche diese einzigartige Raumschiffatmosphäre heraufbeschworen, so sind 30 SECONDS TO MARS nun ganz im Sülzpop angekommen. Der Kinder-Chorus in "Closer To The Edge" ist grässlich uninspiriert, der beinahe identisch eingesetzte in "Call To Arms" nicht minder. Und den Leadgesang habe ich viel besser in Erinnerung, meine Güte, da scharwenzelt Jared aber auch um die Schwiegermutti herum, gruselig. In "Alibi" versucht die Band wieder, wie eine U2-Coverband zu klingen. Einzig "Stranger In A Strange Land" kann überzeugen, denn hier erinnert die Kombo an das Debut. Alles in allem jedoch ist das Langeweile pur und schmalztriefend wie eine Folge "Baywatch".

4/10

» 30 Seconds To Mars

INFO-BOX
Künstler 30 Seconds To Mars
Titel This Is War
Format Album
Länge 13 Tracks | 65:21
Label Virgin
07.12.2009

Leserwertung:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (6 Wertungen, Ø 9,33 von 10)
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1 Kommentar zu 30 Seconds To Mars – "This Is War"

Eschi
17. Dezember 2009

Schade. Bestes Beispiel dafür, wie man den Rockanteil aus der Musik komplett herausfiltern kann, ihn anderen Bands zum Verwursten anbietet, und selbst mit dem übriggebliebenen Rest versucht, etwas antständiges zu kreieren. This Is War ist Kalkulation, Gefühl ist keines mehr da. Jared Leto – Schauspieler lieber wieder.

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