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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Musikrezensionen
Lönndom – “Till Trevaren”
Schwacher Kurzurlaub im Wald
Fast 20 Minuten neue Musik von LÖNNDOM? Naja, eigentlich sind es nur 15, zieht man mal das wirklich überflüssige Intro und Outro ab, welches kaum mehr als das Quietschen einer Tür zu bieten hat. Das man es sich in einer verlassenen Waldhütte gemütlich machen kann, um dann zu später Stunde noch ein paar Lieder auf der Akustikklampfe zum Besten zu geben, ist ja was Feines, aber so inhaltsleere “Stücke” stehen den Schweden überhaupt nicht gut zu Gesicht. 
Atlantis – “Mistress Of Ghosts”
Ein gelungener Hybrid
Den Stil von ATLANTIS korrekt in eine oder zwei Kategorien zusammenzufassen ist nicht unbedingt einfach und erfordert schon ein wenig Phantasie. Benutzt werden Elemente aus dem Post-Rock und -Metal, diverse Electronic-Varianten Industrial, etwas Ambient, ansatzweise IDM sowie einer Prise hartem Groove und auch Griffigkeit. Hinzu kommt zurückhaltender, oft schwebend atmosphärischer Gesang, gerne auch mit himmlischen, weiblichen Stimmen, was dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz verleiht, da hier also nicht nur die Musik für sich spricht, bzw. spielt. 
Brother Sun, Sister Moon – “Brother Sun, Sister Moon”
Alicia Merz meets advanced electronics
Mal abgesehen vom renommierten Label, welches diesen Ruf schon lange genießt – der Name Alicia Merz scheint sich allmählich als Qualitätsgarant zu erweisen. Mit ihrem eigenen Projekt BIRDS OF PASSAGE hat sie bereits äußerst hörenswerte Arbeiten abgeliefert, und wenn sie mit anderen Musikern zusammenarbeitet, läuft das ziemlich fruchtbar und vielversprechend. BROTHER SUN, SISTER MOON ist nun die neueste Kollaboration, inspiriert vom Film über Franz von Assisi, dieses Mal mit Gareth Munday (ROOF LIGHT), der vor allem für Trip-hop, erwachsen gewordenen Dubstep und Garagesounds bekannt ist. Wer jetzt denkt, “Merz’ verträumte Klanglandschaften und Mundays Elektronik?” – richtig, das könnte nicht nur interessant werden, das ist es auch. 
Goatpsalm – “Erset La Tari”
Pestrituale
Krankheit, Tod und Hölle. In diesem Bermudadreieck fischen GOATPSALM, und ihre Klänge sind alles andere als versöhnlich. Das illustre Kollektiv, dessen Musiker auch in zahlreichen anderen Projekten ihr Unwesen treiben (u.a. KARNA) hat sich selbst dem ‘death industrial’ verschrieben. Nimmt man noch die als Einflüsse zitierten Bands hinzu (In Slaughter Natives, Archon Satani, Karjallan Sissit), ahnt man, was damit gemeint sein könnte.
GOATPSALM entfachen auf ihrem Album “Erset La Tari” eine giftige Melange schwarzer Tonkunst, die man zuletzt u.a. auch auf ADERLATINGs aktuellem Album “Spear Of Gold And Seraphim Bone” hören kann. 
Emerald Park – “Absolute Zero”
Ein paar Streicheleinheiten zuviel
Seichtwasserkapitäne aller Länder, aufgepasst, hier kommt der Soundtrack zur nächsten Kuschelfahrt! Die Schweden von EMERALD PARK bleiben auf ihrem neuen Album zwar ihrem Indie Rock Metier treu, doch alle Ecken und Kanten wurden abgehobelt und mit Stoffpolstern versehen. “Absolute Zero” ist eine dermaßen handzahme Indie Pop-Platte geworden, dass mir die Streicheleinheiten nach einiger Zeit bald zuviel werden – und ich bin beileibe kein rauher Seebär.
Um keine falschen Eindrücke zu wecken: Mit ihren teils balladesken und leichtherzigen Songs fahren die Schweden eine wirklich angenehme Tour, vor allem, wenn man als Hörer mal gerade keine Lust auf Action, Adrenalin oder Chaos hat. 
We Came From Waters – “Unfamous Quotes”
Farbloser Post-Punk Verschnitt
Ich kann nicht genau sagen, wie lange der Zug schon fährt, aber er nimmt deutlich an Fahrt auf. Post-Punk und Gothic Rock der alten Bauart ist jedenfalls seit einiger Zeit so schwer im Kommen, dass die ersten Bands bereits arge Probleme bekommen, überhaupt noch auf den Zug aufzuspringen. Und das auch nicht unbedingt, weil er schon ein zu hohes Tempo draufhätte, sondern weil man nur noch mit Originalität einen Sitzplatz bekommt.
Bei den Griechen von WE CAME FROM WATERS sieht es diesbezüglich nicht so spektakulär aus. 
Borknagar – “Urd”
Ode an Jotunheimen
Der Opener “Epochalyse” fuhrwerkt bereits mit allen Stilmitteln durchs nordisch-kahle Geäst, majestätisch, bombastisch, opulent. Die Norweger BORKNAGAR huldigen der ungezähmten Natur mit ihrer neuen Veröffentlichung “Urd” wieder einmal in Form dieser eigentümlichen Mixtur aus Psychedelic, Seventies Rock, Prog und Black Metal. Die diesmal aufgebotenen drei Vocalisten Simen “ICS Vortex” Hestnæs, Andreas “Vintersorg” Hedlund und Lars “Lazare” Nedland liefern sich von Anfang an packende Gesangsduelle. Auffallend ist der monumentale Touch, Klassik tönt im Hintergrund, man hat den Eindruck, direkt vor einen Lawinensteilhang auf die Nordseite eines Bergmassivs ungeheuren Ausmaßes versetzt zu werden. 
Naglfar – “Téras”
Damoklesschwert
Die sensend-sichelnden, sägend-schnitternden Black Metaller NAGLFAR aus Umeå in Sverige melden sich nach fünf langen Jahren mit “Téras” zurück. Und wie gehabt setzt es atmosphärisch-melodischen Schwarzmetall mit orgelnden Gitarren in Soli und hinter Chorussen. Klar dass DISSECTION weiterhin Pate stehen was diese eigenartige Verschmelzung von Black- und Death Metal der Spätneunziger angeht, welcher in dieser Art ja nur diesen beiden Bands und UNANIMATED, in Anflügen noch WATAIN, BLOT MINE und SETHERIAL gelang. 
Barren Earth – “The Devil’s Resolve”
Blackwater Folk
Die ersten Takte von “Passing Off The Crimson Shadows”, der neuen BARREN EARTH-CD “The Devil’s Resolve”, erinnern schon an AMORPHIS in ihrer “Tuonela”-Phase. BARREN EARTH haben es sich nach ihrem sensationellen Debüt “Curse Of The Red River” (2010) mit dem Nachfolger nicht leicht gemacht, denn in der Folge mäandert der Eröffnungstrack verschlungen durchs musikalische Dickicht. Klargesänge (Mikko Kotamäkki ist da ganz wunderbar in seinem Element!), progressive Einschübe und Soli, vertrackte Drum-Beats und rockige ausufernde Passagen lassen den Song zu einem Gourmet-Monster mutieren, wenn ich das mal so unverblümt anachronistisch sagen darf. Natürlich bietet Mikko auch wieder seine düster verhallten, sehr tiefen Growls auf, kontrastiert die sanften Sequenzen damit trefflich. 
Germ – “Wish”
Atmosphärischer Black-Metal-Synth-Rock
Ich habe “Wish” erstmal eingeworfen, bevor ich mich überhaupt damit beschäftigt habe, wer GERM eigentlich sein soll. Äußerst vertraute Klänge leiteten dann meine Vermutung aber auf die todsichere Fährte: Wenn jemand mit atmosphärischen Klängen Black Metal Kälte und analoge Rockwärme so charakteristisch verbinden kann, dann nur jemand aus dem australischen Kollektiv, in dem auch AUSTERE und GREY WATERS unterwegs sind. “Wish” klingt wie die aurale Vermählung dieser Acts, und so verwundert es nicht mehr, dass hinter GERM kein geringerer (und auch kein anderer) als Tim Yatras steht. 
Francis – “This Must Be Blood”
Feines Indie Kleinod
Kennt ihr das, wenn Musik sich ganz locker zu euch auf’s Sofa legt, ganz unprätentiös, aber weder harmlos noch unschuldig? So ungefähr fühlt sich die neue EP von FRANCIS an. Die Schweden spielen unbeschwerten Indie-Pop-Rock mit Verve, und bohren sich mit unerhörter Leichtigkeit in die Gehörgänge. Schon die ersten beiden Stücke “Creek Of Lonesome Town” und v.a. “Traktor” mit seinem gelungenen Video sind schon cool genug für eigene Singles. Bestechende Gitarrenmotive, treibendes Schlagzeug und dazu die Stimme von Petra Mases, die mal wieder meine Theorie bekräftigt, dass vor allem skandinavische Bands ein ausgesprochen gutes Händchen für ihre Frontfrauen haben. 
Peter Bjärgö – “The Architecture Of Melancholy”
Melancholisches Meisterwerk
Es gibt Musiker, die beherrschen ihr Handwerk oder zeichnen sich durch besonderes Talent aus. Manche aber scheinen eine Art musikalischer DNA zu besitzen, eine genetische Handschrift, die sich durch all ihre Werke zieht, unverkennbar, einzigartig. Peter Bjärgö (früher Pettersson) ist einer dieser Musiker. Man kennt sein Schaffen vor allem durch seine Projekte SOPHIA und ARCANA, mit denen er auf Traditionslabels wie Cold Meat Industries schon seit fast zwei Jahrzehnten veröffentlicht. Traumhaftes, Experimentelles aber vor allem Musik mit derart emotionaler Intensität, die einem dem Atem raubt und Gänseschauer auf der Haut verursacht. Musikalische Schönheit, kaum in Worte zu fassen, aber im ganzen Körper spürbar. 
The Last 3 Lines – “Visions From Oniria”
Indie Space Trip
Irgendwie hatte ich ja was ganz anderes erwartet. Der Bandname, der Albumtitel und dazu das kosmische Cover – alles an diesem Album sah irgendwie nach sphärischen, Weltraumverliebten Ambientklängen aus. Oder so ähnlich. Aber nix da. Keine Enttäuschung, das auf keinen Fall, sondern eine äußerst angenehme Überraschung! THE LAST 3 LINES, das sind sechs hungrige Spanier, die sämtliche Berührungsängste auf den Mond geschossen haben.
Nach einem behutsamen Intro stürmen sie nämlich erstmal ziemlich lässig Richtung 70er vor, aber trotz cooler Sonnenbrillen ohne Retrobedürfnisse, die hier gestillt werden müssten. Nein, irgendwie kriegen sie in “Your Bruising Charm” die Verschmelzung von analoger Rockwärme aus dem Plattenschrank der Eltern mit dem Indiecharm ihrer eigenen Jugend so gut hin, dass man fast meinen könnte, das Indie Rock schon in den 90ern Retro war. 
Exxasens – “Eleven Miles”
Exxallentes Instrumental-Album
Pyramiden haben etwas Magisches an sich, eignen sich daher eigentlich immer für ein Covermotiv. Die einen denken an Pink Floyd, ich denke gerade an den Film “Immortal” und EXXASENS hatten sicherlich noch etwas anderes im Sinn. Unzweifelhaft aber, dass so ein Cover kein großartiges Album bedeckt, oder? Mit “Science Will Save Us” legen die Spanier denn auch einen derart genialen Einstieg vor, dass man sich dem Rest der Platte am liebsten gleich ohne Widerstand ergeben will. 
Povarovo – “Tchernovik”
Horror Jazz im Abgrund
Düstere Jazzklänge und klaustrophobische Kammermusik ist längst kein Phänomen mehr und scheint auch langsam seinen Exotenstatus abzuschütteln. Immer mehr Bands und Soloprojekte treten seit Jahren hervor um den Hörer auf die dunkle Seite der Straße zu ziehen, auf der einst nur Bohren & Der Club of Gore flaniert sind. Als bei denen nach Death Metal, Hardcore und einer aggressiven Jazzplatte die Lichter ausgingen, ging vielen Musikern verstreut über Europa offenbar ein Licht auf. Bohren zeigten, wie man Dunkelheit vertonte und fanden begeisterte Nachahmer.
Ziemlich obskure Vertreter dieser Klangkunst findet man in Form von POVAROVO, einem russischen Trio, die gerne mal mit Bergsteigerlampen vor dem Laptop abhängen, aber ansonsten ihre Personen in den Hintergrund stellen. 








