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Sula Bassana & Modulfix – “Brain Wash” (10,00 / 10)
forheksetDas Original ist wunderbar trashig und lebt in meinen Augen auch nur davon, so hanebüchen...
TobiasHallo Bastian, vielen Dank für die geniale Beschreibung ! Finde ich extrem passend ausgedrück und geht auch in...
MEDas hymnische, kratzige, sehr melancholische ‘Atter Pä Malmtings Blodige Voll’ (welches durchaus an...
Magazine
Musikrezensionen
Therradaemon – “Den Mørke Munnens Språk”
In den Abgrund
Hærleif Langås scheint mit seinen diversen Projekten (darunter v.a. NORTHAUNT) noch nicht ausgelastet zu sein. Sein neuestes Alter Ego ist THERRADAEMON, welches jedoch das vertraute Terrain von intonierter Finsternis bewohnt. Warum er sein aktuelles Werk nicht als NORTHAUNT veröffentlicht hat, liegt vielleicht daran, dass “Den Mørke Munnens Språk” ein Konzeptalbum von eindringlicher Intensität und kompromissloser Linientreue geworden ist. Die ‘Sprache des schwarzen Mundes’ ist eine schöne Metapher für die wohl massivsten Dark Ambient Klangwelten und Drones, die Langås bisher geschaffen hat. 
Les Fragments De La Nuit – “Musique De Nuit”
Klassischer Score für die Mondfahrt
Von der Dämmerung zur Nacht: Seit Jahren musizieren nun schon die französischen ‘Fragmente der Nacht’, vorrangig als Komponisten für die heimische Indie-Filmszene. Was die Arbeiten von Michel Villar und Ombeline Chardes vor allem auszeichnet, ist der Kammermusik-Charakter. Das Ensemble ist sehr bescheiden, bewusst reduziert gehalten, aber nicht minder intensiv, verglichen mit großen Orchestern. Vor allem die Streicher, mit Violine und Cello, dominieren das Klangbild, welches schon relativ schnell an akustische Begegnungen mit Philip Glass und dem Kronos Quartet und ganz ähnlich ausgerichteten Ensembles erinnert. Wenn LES FRAGMENTS DE LA NUIT ihre zweite melancholische Reise zum Mond antreten, dann bringt mich das auch zu Ben Houges Soundtrack zum Computerspiel “Arcanum”, der ebenfalls auf Bombast und barocken Pomp verzichtet. 
Petrels – “Haeligewielle”
Drones, Noises und Glockenspiel
Drone mit Silberblick. Das war eine meiner ersten Assoziationen. Was PETRELS’ Oliver Barrett (BLEEDING HEART NARRATIVE) auf “Haeligewielle” fabriziert hat, erinnert mich an eine ganze Reihe von Dronekünstlern, die beim US-Label Silber Records beheimatet sind. Vor allem Namen wie AARKTICA, REMORA oder SMALL LIFE FORM kommen mir da in den Sinn, aber auch Fans von Aidan Baker oder STARS OF THE LID sollten mal kurz weiterlesen.
Das Album, bereits 2011 als limitierte Auflage beim britischen Label Tartaruga Records erschienen, kennzeichnet sich durch weitläufige Drones, experimentellen Noise und diffuse Klangflächen, die sich trotz einiger Frequenzstörungen wie eine warme Decke über den Hörer legen. 
Canyons Of Static – “Farewell Shadows”
Vertraute Klänge
Es gibt Alben, über die man kaum noch Worte verlieren kann. Nicht, weil einem die Sprache versagt, nicht weil sie keinen Anreiz zum gedanklichen Austausch bieten würden. Vielmehr treffen sie auf schlichte wie auch faszinierende Weise genau den Nerv, den magischen Punkt, es klickt sofort und man steht als Hörer schon mitten im Geschehen, auch wenn die Band gerade erst mit der Erzählung angefangen hat.
CANYONS OF STATIC gelingt das mit “Farewell Shadows”, einem Album für Post-Rock-Kenner und -liebhaber, die hier ein atmosphärisches Kleinod bekommen, welches alle bescheidenen Erwartungen erfüllt. Wenn es Post-Rock entlang der Pfade alter Größen wie MOGWAI oder EXPLOSIONS IN THE SKY sein darf, dann bewegt man sich mit “Farewell Shadows” auf vertrautem Terrain. 
Electro Baby – “Evilution”
Staub in der Auslaufrille
Ich kann mir nicht helfen, aber wenn El Matador losröhrt, erinnert mich das irgendwie an ‘Marshl’ von den deutschen Brachialdoomstern UNBOUND. So richtig brachial geht es bei ELECTRO BABYs neuester Platte allerdings nicht zu, dafür eher mit einer Arschcoolness, die nur durch das passende Bandfoto im kultigen 70er BMW getoppt wird. “Speye” war schon ein deftiger Roadmovie-Soundtrack, aber für “Evilution” haben sich die fünf Rocker endlich mal die passende Karre ausgewählt.
Aus den Lautsprechern dampft es derweil in gewohnter Lautstärke. Auch wenn manchen Leuten bei ihnen der spezielle Kick fehlt, so schätze ich an ELECTRO BABY ihre Gesamtwirkung. 
Toundra – “(II)”
Post-rockende Metalboten
Dem Hardcore entwachsen, dem Horizont entgegen. Die vier Musiker aus Spaniens Hauptstadt sind einen Weg gegangen, der ziemlich typisch für viele gleichartige Bands ist, die sich irgendwann in ihrem vormals beackerten Genre zu eingeengt gefühlt haben. Heftig und energisch war es, doch irgend etwas anderes musste doch noch möglich sein! Ein ebenso interessantes Phänomen ist es, wenn plötzlich der Gesang verstimmt und dafür die anderen Instrumente ihren zweiten Frühling erleben. 
Scofferlane – “Veto”
Post-Punk mit Exotenbonus
Post-Punk aus Russland. Ich habe ja schon viele Dinge aus Russland gehört, aber bei Post-Punk habe ich gänzlich andere regionale Assoziationen. Natürlich wäre es vermessen anzunehmen, es gäbe nicht ähnliche Szenen wie im westlichen Europa, doch es dauert im Osten erfahrungsgemäß immer etwas länger, bis etwas von dort hier rüberschwappt. Eine von diesen Bands, gekommen um zu bleiben, ist SCOFFERLANE.
Das Quartett begnügt sich längst nicht mit der Post-Punk’schen Schattenkopie, die mit den Originalwurzeln kaum etwas zu tun hat. Auf “Veto” zitiert man einerseits BAUHAUS und Peter Murphy, geht weit zu den Ursprüngen zurück, sondern entgeht auch elegant dem Zwang, sich auf eine stilistische Schiene festfahren zu müssen. 
Bridges Of Königsberg – “The Five Colors”
Zuviele Farben für das Post-Rock-Display
Bands wie BRIDGES OF KÖNIGSBERG zeigen, dass “vielversprechend” nicht nur eine Floskel ist. In meiner Rezension zu ihrer EP habe ich denn auch darauf verzichtet, wohl mit dem Bauchgefühl, dass die Brückenbauer weniger versprechen, als mehr in die Tat umsetzen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer nach “We Have Many Faces” Blut geleckt hat, darf jetzt mit “The Five Colors” zum Hauptgang ansetzen.
Zu Beginn darf ich dann auch gleich noch ein Lob servieren, denn wenn dieses Album eins zeigt und bezeugt, dann ist es der besondere Weg, den einige wenige Bands im großen Post-Rock Dschungel seit kurzem einschlagen. Ein Pfad abseits Instrumental-Autobahn, hinweg von Klischees zu echter musikalischer Identität. 
Swallow The Sun – “Emerald Forest And The Blackbird”
Frostmortem
“Swallow”, “Unhallow” und “Shallow” sind ihre lyrisch klingenden Lieblingswörter an Zeilenenden; das haben sie mit Kombos wie PARADISE LOST oder OPETH gemeinsam. Sie zelebrieren eine atmosphärische Mischung aus Doom, Death, Black, Gothic, Akustik und Rock, wobei sie immer die Balance zwischen Tradition und Moderne halten. Es setzt Flüstergesänge, Wispern, Growls, Gefauche und Klarstimmen, manchmal auch zweistimmige; auch sparsam akzentuierte Female-Vocals bereichern manch eine Komposition. Wir werden an PORCUPINE TREE ebenso erinnert wie an die bereits eingangs zitierten OPETH, PARADISE LOST oder KATATONIA. Auch IRON MAIDEN in ihrer frühesten Phase schwingen im ein- oder anderen Akkord mit. Nach diesem opulenten Intro kann es sich, der Leser hat es längst erraten, nur noch um die neueste Veröffentlichung der finnischen Trauerweiden SWALLOW THE SUN handeln, welche jüngst ihr neuestes Opus “Emerald Forest And The Blackbird” veröffentlichten. 
Susanne Sundfør – “The Brothel”
Norwegische Leichtigkeit und Mystik
Die norwegische Zeitung “Dagbladet” soll geschrieben haben, dass andere junge Künstler weinen müssten, wenn sie Susanne Sundfør hören. Wenn schon Norwegens aufstrebende Musikergeneration in Tränen ausbricht, dann müssten im Popstars-verseuchten Deutschland sämtliche Brücken geschlossen und der Verkauf von Barbituraten verboten werden. Ganz im Ernst, so gut ist junge Multiinstrumentalistin und Sängerin aus dem beschaulichen Haugesund.
Sundfør hat eine klassische Ausbildung genossen, die sie mittlerweile so gut kaschiert, dass einem beim Hören nur der Mund vor Erstaunen offenbleibt. 
Sonar Lodge – “Sound Effects & Side Effects”
Lässig und cool wie John Barry im Aston Martin
STRANGE ATTRACTOR sind nicht komplett ohne SONAR LODGE, dem Duo-Projekt von Richard und Marie. Die Rezeptur und Einflüsse sind ähnlich, machte doch “Sound Effects” ursprünglich den Anfang, bevor es mit STRANGE ATTRACTOR dann erstmal richtig jazzig wurde.
Bei SONAR LODGE dagegen regieren vor allem die Beats. Trip-Hop, Scratches, Downtempo und dazu Richards Sammlung bewährter Synthesizer aus dem Hause Korg und Moog ergeben zusammen mit dem Soul von Marie eine beeindruckende Mischung. “No Words” oder “L.O.V.E.” sind da nur zwei spontane Anspieltipps einer äußerst vielseitigen Platte, die so gut ist, dass sie selbst MASSIVE ATTACKs Klassiker “Blue Lines” locker in die Tasche stecken könnte. 
Strange Attractor – “Everything Is Closer” / “Mettle”
Niederländische Jazz-Soundtracks
Als Fan der deutschen Industriallegende (ich erhebe sie einfach mal in diesen Status) PHALLUS DEI war ich vor vielen Jahren natürlich daran interessiert, was die Herren sonst noch treiben, wenn sie schon keine neuen Alben unter diesem Namen aufnehmen. Und wie der Zufall es so wollte, stieß ich wenig später auf ein Projekt, welches meine Durststrecke nach dem Verschwinden von Matt Coopers OUTSIDE beendete: STRANGE ATTRACTOR.
Der Name liebäugelt mit Mathematik und Chaostheorie, die Songtitel bisweilen mit Psychologie. Von kalten, maschinellen Klängen ist hier unter den Händen von Richard Van Kruysdijk und Niels van Hoorn jedoch nichts zu spüren, aber die Synthesizer sind quicklebendig. 
Sonores – “Elefanten”
Schwebende Schweden
Verschwende Sonntags deine Zeit. Bleib liegen oder sitzen, lass alles stehen. Hol dir barfuß die Natur ins Wohnzimmer und hör dir dieses Album an. Was das schwedische Trio hier bespielt und besingt, ist eigentlich nebensächlich. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass ‘Elefanten’ ein altes, schwedisches Kriegsschiff war. Die Grauhäuter tragen übrigens den gleichen Namen. Die Wirkung ist weniger massiv und schwerfällig, sondern lädt zum Schwelgen ein, frei von Pflichten und Terminen.
“Elefanten” ist ein Sammelsurium akustischer Klänge und kleinen elektronischen Spielereien, die von Anfang an klassische Genregrenzen überschreiten. Ist es Rock? Ist es Ambient? Was die drei mit Piano, Harfe, Saxophon, Streichern und Gitarren hier auf Konserve gebannt haben, ist vor allem bezaubernd. 
The Eternal Fall – “Emptiness Vol. 1 & 2″
Neuauflage im Doppelpack
Ein Doppelalbum für Hartgesottene oder Die-Hard-Fans. Oder solche, die es werden wollen. Mit der Neuauflage der beiden “Emptiness”-Alben, die wie ihre Vorgänger komplett in Eigenregie auf CDr veröffentlicht worden sind, können die Spanier THE ETERNAL FALL nun endlich auch ein größeres Publikum, über die Landesgrenzen hinaus, ansprechen. Wer sich wie die Band eher in der Vergangenheit wohlfühlt, könnte schnell Gefallen an der Band finden. Wenn Darkwave, Post-Punk und gothic-rockende Melancholie sich harmonisch vereinen, dann ist man hier an der richtigen Adresse. 
Kimota! – “Kimota!”
Netter Versuch
Bei KIMOTA! handelt es sich um ein italienisches Post-Rock-Projekt, das sich am Feeling und auch am Sound von EXPLOSIONS IN THE SKY orientiert. Zwar klingen KIMOTA! nicht durchgängig gleich, die Tendenzen sind aber unüberhörbar. Über Sinn und Zweck von Nachahmern möchte ich hier jedoch nicht sinnieren, sondern versuchen herauszufinden, ob es sich trotz aller Ähnlichkeiten lohnt, KIMOTA! mehr Beachtung zu schenken, als ihnen bislang zuteil wurde. Heutzutage lässt sich ohnehin nicht mehr etwas eindeutig frisches und ungehörtes herstellen, alles wurde in selber oder ähnlicher Form schon einmal gehört. Die Frage ist nur, ob die Qualität stimmt und ob die Band rein musikalisch sowie kompositorisch etwas zu sagen hat oder in der Langeweile oder schlimmstenfalls unter dem Mittelmaß verschwindet. 







