• forheksetDas Original ist wunderbar trashig und lebt in meinen Augen auch nur davon, so hanebüchen...
  • TobiasHallo Bastian, vielen Dank für die geniale Beschreibung ! Finde ich extrem passend ausgedrück und geht auch in...
  • MEDas hymnische, kratzige, sehr melancholische ‘Atter Pä Malmtings Blodige Voll’ (welches durchaus an...

Filmrezensionen

Death Race: Original (1975) vs. Remake (2008)

Wenn die alten Römer das noch miterlebt hätten. Nicht nur lassen die Filmschaffenden immer mal wieder römische Legionen auferstehen, sondern holen auch die Gladiatoren zurück ins Leben. Und manchmal auch in ganz neue Zeiten und Umgebungen, ganz ohne Sandalen und Kolosseum. An ihrer Natur hat sich indes nichts geändert: Sie sind Unfreie, Gefangene, die der Gnade ihrer Herrscher und Herren ausgeliefert sind, sowie der Unbarmherzigkeit ihrer Gegner. In Verbindung mit Gefängnis, Polizeistaat, “Sport” und Freakshow gab es in der Vergangenheit schon einige Filme, die in dieses Raster passen, u.a. Rollerball (1975), The Running Man (1987), Wedlock (1991), The Condemned (2007) und Gamer (2009).

Auch wenn jeder dieser Filme seine ganz eigene Geschichte erzählt, haben alle eines gemeinsam: Sie spielen in einer nicht allzu fernen, dystopischen Welt, in der sämtliche Ideen von Freiheit durch ein faschistisches System hinweggefegt wurde, und moralische Wertvorstellungen obsolet geworden sind. Menschlichkeit ist nur in dieser Welt nur noch ein Etikett der Vergangenheit, ein Luxus, der allein das Überleben scheinbar nicht mehr möglich macht.

Tags: ,

The Lazarus Project (2008)

19. Januar 2012 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

Leben um zu Sterben. Sterben um Aufzuerstehen. Wer seine Bibeltexte gut kennt, dem wird der Titel dieses Dramas vermutlich zuviele Hinweise geben, aber ohnehin bemüht sich der Film nicht um große Geheimnisse.
Dennoch fängt die Geschichte gut an: Ben Garvey hat eine längere Haftstrafe und damit auch seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gebracht. Zumindest glaubt er das, weil zuhause Frau und Tochter auf ihn warten, und er zudem in einem Holzverarbeitungsbetrieb gute Arbeit findet.

Doch das Schicksal will es offenbar anders: Seinen Job verliert er unverschuldet, und dann kann ihn sein alter Kumpel zu einem Einbruch überreden. Was als gewaltfreie, todsichere Angelegenheit geplant war, endet in einem tödlichen Fiasko – und Ben steht plötzlich als Dreifachmörder da. Sein Leben, seine Träume – alles vorbei, und am Ende wartet die Giftspritze.

Tags: , ,

El Sicario, Room 164 (2010)

17. Januar 2012 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

Ein Mann, eine Maske, ein Notizblock. In einem Hotelzimmer unweit der mexikanischen Grenze erzählt ein Mann mit klobigen Händen seine Lebensgeschichte. Den Drogenkartellen in der Ciudad Juarez ist diese Geschichte 250 000 Dollar Kopfgeld wert, denn es ist die eines Auftragskillers, der in 20 Jahren vorgeblich mehrere hundert Menschen ermordet hat. Für Kartellbosse, für Drogen, für Geld – und ein Leben auf der Flucht.

Der namenlose, maskierte Killer spricht ruhig über seine “Arbeit”, über seine Mitgliedschaft in der mexikanischen Polizei, über Training beim FBI und die Korruption, die das Land in Geiselhaft hält. In Juarez sterben täglich über 18 Menschen durch den Drogenkrieg, dem nicht einmal das Militär Einhalt gebieten kann. Je höher gerüstet sich der Staat zu wehren scheint, desto heftiger fällt die Antwort aus.

Tags:

Jon Lord – “With Pictures”

11. November 2011 | Filmrezensionen | Keine Kommentare
“Das war eine tolle Sache…”

Den meisten dürfte JON LORD vor allem als Keyboarder bzw. Organist der Hard-Rock-Legende DEEP PURPLE bekannt sein, doch LORD hat stets Zeit und Wege gefunden, sich auf Solopfaden auszutoben. Als PURPLE Mitte der Siebziger bis Mitte der Achtziger inaktiv waren, veröffentlichte der Tastenkünstler eine Reihe von Soloalben, die eher in den Bereich der Klassik einzuordnen sind. Keine Überraschung – schließlich hat JON LORD bereits 1969 auf dem selbstbetitelten dritten Album von DEEP PURPLE und vor allem mit seinem “Concerto For Group And Orchestra” ungewöhnliche Kompositionen vorgelegt, in denen Klassik und Rockmusik nebeneinander stehen bzw. miteinander verschmelzen.

Tags: , , ,

Breach (2007)

7. November 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

BreachIn der paranoiden Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist eine Angst wohl noch größer, als die vor Terroranschlägen: die Angst vor Verrätern im eigenen Land. Als der damalige US Justizminister und Hobbysänger John Ashcroft im Frühjahr 2001 die Festnahme von Robert Hanssen vermeldete, war dies der vorläufige Schlussstrich unter dem wohl größten Spionageskandal in der US Geschichte. Hanssen, damals seit mehr als 25 Jahren im Dienste der amerikanischen Bundespolizei FBI und nur wenige Wochen von seiner Pensionierung entfernt, hatte seit den frühen 80er Jahren streng geheime Informationen an die Sowjetunion weitergeleitet. Bei der letzten geplanten Übergabe von vertraulichem Material im Februar 2001 wurde er dann festgenommen. Ashcrofts Meldung ist der Auftakt zu Breach, der die letzten zwei Monate bis zur Festnahme von Robert Hanssen behandelt.

Tags: , ,

What Is It? (2005)

29. Oktober 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

What Is It?“Was ist es? – Es ist gut! – Und alles gehört mir!” vs. “Mum, it was a joke!” Nun, wer bei Crispin Glover nicht nur an den nerdigen George McFly aus Back To The Future denken muss, der weiß, was für eine interessante Persönlichkeit er ist. Glover ist kein Blockbusterheld, und Perez Hilton kann vermutlich noch nicht mal seinen Namen buchstabieren, aber wenn man seine Filme sieht (sehr schön z.B. seine Rolle als Willard im gleichnamigen Film) und ihn bei Letterman oder Tom Green über sein Werk reden hört, merkt man, was für ein vielseitiger Künstler in ihm steckt – und der weitaus mehr Intellekt besitzt, als gefühlte 90% der Hollywood-Bewohner.

Was aber hat er sich bei seinem kruden ‘art movie’ What Is It? wohl gedacht? Walkürenritt mit Wagner, Schauspieler mit Down-Syndrom, fröhliches Sit-in zu Charles Mansons morbid-faszinierender Musik, überdeutliches Spiel mit Symbolen, Kulissentheater…

Tags:

The Signal (2007)

27. Oktober 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

The SignalUnterschwellige Botschaften, versteckt in den Frequenzen von Fernsehbildern. Wenn man sich mal mit abstrusen “Forschungsprogrammen” der weltweiten Geheimdienste vertraut macht, dann wird man feststellen, dass das keine Akte-X-Fantasie für die Abendunterhaltung ist, sondern nüchterne Realität. The Signal passt wunderbar in die Welt des 21. Jahrhunderts, mit ihrer Technikgläubigkeit und Paranoia. Ein seltsames Bildsignal bringt Menschen plötzlich dazu, sich gegenseitig umzubringen. Aber nicht auf der Suche nach “braaains!” wie bei jedem üblichen Zombiegemetzel, sondern ganz bewusst und gezielt. Das Signal hat sie sozusagen nicht zum Töten animiert, wie rückwärts abgespielte Botschaften auf Heavy-Metal-Platten, sondern nur die schmale Kruste der Zivilisation aufgebrochen, die uns tagtäglich daran hindert, einander hemmungslos den Schädel einzuschlagen.

Tags: ,

Wanted (2008)

23. Oktober 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

WantedWenn das Schicksal will, dass Du Profikiller wirst, dann ist es dem Schicksal egal, ob Du eine Weichflöte von Bankangestellter bist, die sich mit Angstkomplexen, fetten Vorgesetzten und untreuen Freundinnen herumplagt. Tja, und so ergeht James McAvoy alias Wesley, dem man wohl eher sämtliche Virginia Woolf Romanzen im englischen Edelfrack zutrauen würde, als eine taffe Actionrolle – und das noch an der Seite der in jeder Sekunde erbarmungslos sexy wirkenden Angelina “ich bin verdammt nochmal sexy” Jolie.

Zusammenfassen lässt sich der Film etwa so: Man nehme je gleiche Teile von Crank, Shoot ‘Em Up, The Professional, präsentiere das in einer möglichst coolen Matrix-Ästhetik und runde es zum Abschluß mit etwas The Da Vinci Code Geheimnis-Würze ab

Tags: , ,

The Other Guys (2010)

21. Oktober 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

The Other GuysHighsmith und Danson (brilliant: Samuel L. Jackson und Dwayne Johnson) sind die Stars in New Yorks Polizeibehörde. Sie sind Gaunerschreck und Frauenhelden, erfolgreich in allem was sie tun, selbst wenn sie dabei ganze Straßenzüge in Schutt und Asche legen. Gamble und Hoitz dagegen (ebenso brilliant: Will Ferrell und Mark Wahlberg) sind das genaue Gegenteil: Schreibtischtäter. Aber während Gamble sich in dieser Rolle wohlfühlt, möchte Hoitz endlich auch etwas von der Action der beiden Supercops. Eine überraschende Wendung des Schicksals – und des Films! – sorgt bald für willkommene Abwechslung.

Entgegen der Trailer, die noch eine typische Rivalitätsgeschichte á la Police Academy oder Super Troopers suggerierten, werden Gamble und Hoitz plötzlich zu den alleinigen Hauptdarstellern dieser abgedrehten und witzigen Komödie.

Tags: , ,

Suck (2009)

20. September 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

SuckRockende Vampire – das hat uns gerade noch gefehlt, möchte man meinen, vor allem in einer Zeit, in der die halbe Welt von “Twilight” infiziert zu sein scheint. Doch Regisseur und Hauptdarsteller Rob Stefaniuk lag es fern, präpubertären Spoof-Quark zu produzieren, wie man ihn von den zwei schlechtesten Regisseuren Hollywoods, Jason Friedberg und Aaron Seltzer (“Vampires Suck” a.k.a. “Beilight”), kennt. Die kanadische Indieproduktion bringt das Thema aus einer ganz neuen Perspektive auf die Leinwand, die ausnahmsweise sogar denen gefallen könnte, die mit der ganzen Welt der Vampire rein gar nichts anfangen können.

Tags: ,

The Expendables (2010)

15. September 2010 | Filmrezensionen | 1 Kommentar

The ExpendablesIn diesem Sommer gab es ohne Zweifel zwei absolute Action-Highlights: Die Neuauflage vom A-Team, mit der man den Geist der kultigen 80er TV-Serie erfolgreich wiederbelebte, und Sylvester Stallones Mammutprojekt The Expendables, vermutlich dem ersten echten Action-Ensemblefilm der Filmgeschichte. Der Mammutcharakter liegt dabei nicht im Budget, dem Bodycount oder der Zahl der Explosionen, sondern der Aufgabe, echte Actionikonen  der Vergangenheit und Gegenwart gemeinsam auf die Leinwand zu bringen. Das Problem solcher Stars liegt nämlich in ihrem Ego: Wenn man es gewöhnt ist, die Hauptrolle zu spielen, fällt das Teilen schwer. Zu einem unlösbaren Problem wurde das z.B. für Steven Seagal oder Jean-Claude Van Damme. Dafür hat man sich allerdings Dolph Lundgren sichern und sogar Arnold Schwarzenegger zu einem kleinen Cameo-Auftritt bewegen können.

Tags:

Under Suspicion (2000)

13. September 2010 | Filmrezensionen | 2 Kommentare

Under SuspicionEin hoch angesehener Rechtsanwalt (Gene Hackman) gerät plötzlich ins Visier der Polizeibehörden von Puerto Rico, die in den Mordfällen von zwei jungen Mädchen ermitteln. Aus der anfänglich nur kurz angedachten Befragung wird jedoch ein stundenlanges, quälendes Verhör, bei dem die beiden Kommissare (Morgan Freeman, Thomas Jane) den Anwalt und sein Alibi wie ein Filetstück sezieren. Nun selbst unter konkretem Mordverdacht stehend, muss der Anwalt mitansehen, wie jedes Detail seines Privatlebens und seiner Ehe ans Licht gezerrt und hinterfragt werden. Während er um seine Reputation kämpft, versuchen die Kommissare das schwierige Puzzle zu lösen, bis es plötzlich zu einer überraschenden Wende des Falles kommt.

Tags: ,

Vantage Point (2008)

10. September 2010 | Filmrezensionen | 2 Kommentare

Vantage PointWie verpackt man eine knappe halbe Stunde Handlung in einen Film, der gleich drei Mal so lang ist? Ganz einfach: Man erzählt die Geschichte jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven. Für DVDs gibt es ein Feature, welches sich Multi-Angle-View nennt, welches aber fast nie genutzt wird. Vantage Point ist quasi die filmgewordene Variante dieser Funktion. Der Zuschauer startet zunächst aus der Perspektive eines Fernsehsenders, der die Ansprache des US-Präsidenten auf einem Antiterrorkongress überträgt. Plötzlich kommt es zu einem vielfachen Terroranschlag, bei dem der Präsident niedergeschossen wird. Mehrere Explosionen sorgen für Blut und Chaos, in dem die Bodyguards und Polizeikräfte versuchen, die Attentäter zu fassen. Dann dreht sich die Uhr plötzlich zurück, alles zurück auf Anfang, nun aber aus einer anderen Perspektive.

Tags: ,

Inception (2010)

5. September 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

InceptionWas kann noch größer sein, als die fantastischen Welten von Pans Labyrinth oder Mittelerde in Lord Of The Rings? Noch gewaltiger, als Science-fiction Universen wie Dune, Star Wars oder Star Trek? Noch fantastischer und unglaublicher ist das, was jeder Mensch jeden Tag erleben kann: Träume. Träume können zu Welten ohne Grenzen und ohne Gesetze werden, weil Träume nicht nur eine Erscheinung des Schlafes sind, sondern ein Abbild dessen, wozu menschliche Vorstellungskraft fähig ist. Und da, wo es keine Grenzen gibt, gibt es auch weder richtig noch falsch, gibt es nichts, was unmöglich wäre. Unterm Strich sind Träume der Ort, wo wir die wahre Freiheit genießen können, die es in der Realität nicht gibt.

All das sind Gedanken, die meine Erwartungen an einen Film, der sich mit menschlichen Träumen beschäftigt, in die Höhe schnellen lassen. Kann Inception solchen Erwartungen standhalten?

Tags: , ,

The Minus Man (1999)

31. August 2010 | Filmrezensionen | Keine Kommentare

The Minus ManEin Roadtrip mit einem Serienmörder, ein kleines Märchen in einer Vorstadtidylle, erzählt vom Killer selbst. Vann (Owen Wilson), der gutaussehende, freundliche Truckfahrer ist auf der Reise zur nächstbesten Stadt. Was ihn umtreibt, bleibt verborgen, vielmehr scheint es wie magnetische Anziehungskraft zu sein, die zwischen ihm und Orten wie Menschen herrscht. Der schüchterne und kontaktscheue Vann sucht nicht nach den Menschen, doch sie scheinen ihn zu suchen wie die Motten das Licht. Sie sind unzufrieden, laden ihre Lebenslast auf ihm ab, klagen ihm ihr Leid… und er vergiftet sie dafür.

Tags: , ,