Rezensionen von: OPETH, BLACK BREATH, LOOP, BEIRUT, GROOMBRIDGE, JEN GLOECKNER, BRIDGES OF KÖNIGSBERG, DEE DAY DUB, FORGOTTEN LIVE IN DEATH PARADISE, HEARTS NO STATIC, SONAR LODGE, SONORES, THE DECLINING WINTER, STRANGE ATTRACTOR u.a.

Set Fire To Flames - "Sings Reign Rebuilder"
Geräuschkulisse, Saiten, Felle und Hörner vereint euch

Lights Out Asia - "Garmenia"
Zurücklehnen und entspannen

Alvin Zealot - "Tears of St. Lawrence"
Schweizer können's besser


Moon
Moon




  • MattRichtig gutes Review! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
  • Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
  • MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...

Viking Metal

Himinbjørg – “Chants D’Hier, Chants De Guerre, Chants De La Terre”

Herbst im Juni…

Himinbjørg - "Chants d'hier, Chants de guerre, Chants de la Terre"Wenn die Franzosen von HIMINBJØRG ein neues Album schaffen, bin ich immer auf der Hut. Das Intro “Guided By The Stars” von ihrer formidablen 1998′er CD “In The Raven’s Shadow” ist legendär. Gemeiner, gespenstischer kann kein Tau im Hafen irgendeiner Geisterstadt knarren als die Franzosen das im normannischen Nebel des Grauens umgesetzt haben. Auf den in den nächsten Jahren folgenden Alben gab es neben rabenschwarzem Black Metal und den gewohnt düsteren instrumentalen Ausflügen ins Moor immer auch einige Experimente.

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Galar – “Til Heimsens Endar”

Die Schneekönigin ist stärker

Galar - "Til Heimsens Endar"Die Bergener Jungs von GALAR melden sich nach Jahren zurück. Mit Quietschegitarren, Folkklargesängen, hymnischen Parts und nordischem Säbelrasseln schlittern sie durchs nächtliche Narvik, an sämtlichen Invasoren vorbei, ihre heimatlich-aufständische Botschaft unters versteckte Volk zu bringen. Nun ja, ganz so kriegerisch sind GALAR keineswegs: man ertappt sich eher dabei, dieser Band eine gewisse Nähe zu Sogndal bzw. WINDIR zu attestieren.

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Finntroll – “Nifelvind”

Die mit den Trollen tanzen

Finntroll - "Nifelvind"FINNTROLL aus dem Lande der tausend Seen müssen weit größere Erwartungen als andere Drachenbootverfechter erfüllen, wenn sie ein neues Album veröffentlichen. Denn zahlreiche Bands des Viking-Genres integrieren Folkpassagen in ein Korsett aus schwarzem Metall und rudern sozusagen in Trendgewässern. Wir erinnern uns, das Debüt von FINNTROLL war seinerzeit einer der Wegbereiter dieser Bewegung. Leider gelang es nur den Gründervätern der Bewegung, zu denen ich neben FINNTROLL bei aller Verschiedenheit auch EINHERJER, ENSIFERUM, MOONSORROW, MANEGARM, THYRFING und vielleicht noch KORPIKLAANI zählen möchte, Folkloreparts stimmig in härtere Musik zu integrieren. Inzwischen bedienen sich ja auch Mittelalterbands immer mehr dieser erfolgsträchtigen Mischung, zu der sowohl gefeiert wie gekämpft werden kann; und Pagan entstand im Grunde erst aus der Mixtur der Stile und mutierte zu einem der anspruchslosesten Segmente im Metalsektor.

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Månegarm – “Nattväsen”

27. Dezember 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Her mit Manne sein Arm! Und wo ist Manne sein Garn?

Månegarm - "Nattväsen"Auch die früher einmal sehr wilden und nun doch ein wenig domestizierten Wikinger-Schweden scheuen sich nicht ihr neues Opus “Nattväsen” mit einem beinahe Western-kompatiblen Intro (ähnliche Anspielungen mögen ja auch die Finnen von ENSIFERUM) anzureichern; sie bieten erstaunlich viel Groove und gehen hymnisch fein zur Sache, wählen wir “Bergagasten”, einen treibenden, einige Wut aus älteren Zeiten transportierenden Track. Auf Zierrat wird verzichtet; die Hooks und der heisere Gesang hypnotisieren. Klar, dass auch gern die melodischen Chöre heldischer Natur aufgefahren werden; hier befinden wir uns in Wikingerland. Die Fiedel begleitet; allerdings im Hintergrund, nicht ganz so auftrumpfend wie zuletzt. Da wirkte der Einsatz des Streichinstruments manchmal zu aufdringlich zu überzeichnet im Gesamthörbild.

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Fjoergyn – “Jahreszeiten”

11. November 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Die Tragödie der Selbstverfallenheit

Fjoergyn - "Jahreszeiten"“Ernte Im Herbst” und “Sade Et Masoch” hatten diese eigentümlich faustische Mischung von kitschiger Verführung durch Romantik, herbstlich-opulente Atmosphäre und intelligente musikalische Arrangements. Ganz sicher war ich mir nie, sind FJOERGYN nun wirklich gut oder doch ein wenig dilettantisch, wie man es ja z.B.  auch solchen Bands wie EMPYRIUM oder FALKENBACH durchaus vorwerfen darf. “Jahreszeiten – Die Welt in vier Kapiteln” nennt sich nun das dritte Album dieser Folk-Metaller. “Auf Bald…” fährt wieder Flüstergesänge, wütendes Fauchen, Akustikparts, Black Metal und Atmosphärenpassagen auf, welche wir von FJOERGYN gewohnt sind. Allerdings sind die Pole auseinandergerückt, der sanfte Anteil wird noch zarter, die Ausbrüche noch harscher vorgetragen.

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Nomans Land – “Farnord”

10. Oktober 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Petersburger Piraten in Port Royal

Nomans Land - "Farnord"NOMANS LAND aus Russland besinnen sich ihrer rauen Wurzeln und kehren nach experimentellerer Phase (”Raven’s Flight”) zum (Einheits-)Pagan mit Heavy Metal-Schlagseite zurück. Typische Klackerdrums und diese seltsam heroischen Folkklargesänge gehören ebenso zum Stilmix wie Ausflüge in rabenkrächzenden Black Metal.
Nehmen wir “Valhalla Calls”: ein flotter Viking-Part (welcher an RUNNING WILD erinnert) wird mit Chören und heiserem Gefauche versehen, das Schlagwerk böllert unverdrossen und dann ertönen heldische Gesänge. Neu ist das nicht. Die Unterschiede innerhalb des Genres sind marginal; wirklich Neues hören wir nicht.

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Thundra – “Ignored By Fear”

8. Oktober 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Des Winters Sorge

Thundra - "Ignored By Fear"Einheit Produktionen mögen Viking und Pagan und so passen THUNDRA gut in das Programm. Das Debut “Worshipped By Chaos” gefiel mir seinerzeit ganz gut, es passte gut zu EINHERJERs letztem Werk “Blot”, wenn es auch dessen Klasse nicht erreichen konnte. Wenn “Inner Struggle”, der Opener vom neuen Album “Ignored By Fear” ertönt, so werden wir alsbald mit Pomp, einem Schuss Progressivität der Art VINTERSORG und gutem, opulenten, sehr traurigem Black Metal konfrontiert. Es gibt viele Wendungen, facettenreich schlängeln sich THUNDRA durchs Dornengestrüpp.

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Mistur – “Attende”

7. Oktober 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Die Erben von WINDIR

Mistur - "Attende"“In den besten Momenten klingen MISTUR so herrlich majestätisch und erhaben, dass einem kalte Schauer über den Rücken laufen (wie im Opener “Slaget” und vor allem in “Armod”).” Das schrieb jüngst Meister Eckart von metal.de über “Attende”, das neue MISTUR-Album. Blicken wir kurz zurück und überprüfen wir dann dieses Statement.
“Skoddefjellet”, das verheißungsvolle Demo der Norweger, erschien vor nunmehr vier Jahren. Und wir erinnern uns: nach dem Tod von Valfar entstiegen der Asche von WINDIR diverse Nachfolgebands. Die bekannteste dürfte VREID sein. Auch COR SCORPII und SIGTYR kamen aus dem WINDIR-Umfeld und integrierten Einflüsse des Meisters. WINDIR inspirierten aber auch EMANCER und eben MISTUR.

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Ensiferum – “From Afar”

7. September 2009 | Musikrezensionen | 2 Kommentare
Auch Cowboys dürfen mitspielen!

Ensiferum - "From Afar"Der heißeste Tag des Jahres und ENSIFERUM im CD-Schacht? Im Grunde kein wirklicher Widerspruch. Denn das neue Album der finnischen Nordmänner glitzert, glänzt und funkelt, wie es nur in farbenfrohen Jahreszeiten möglich ist; die Sonne gehört hier zum Programm. Vielleicht passt der Frühling noch besser als der Spätsommer zu dieser offensiven Viking Metal-Ausrichtung? Oder doch nicht? Man denke an die melancholischen oft besungenen Aspekte von “Summers End”…

“Victory Songs” galoppierte ja schon durch den grüngoldenen Buchenhain und weil es ENSIFERUM nun mal gefällt, ständig herumzureiten, zu jagen, Leute zu Festen einzuladen, Schwerter gefällig in den vom Kampf stets verschonten Händen zu wiegen und ein Hoch nach dem anderen auf das beschwingte Leben (und nicht auf den Donnergott) zu erheben, so wird auch auf “From Afar” wieder reichlich genannten regressiven Jungmännerinstinkten gefrönt.

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Glittertind – “Landkjenning”

Von Augenklappen, Holzbeinen, Enterhaken

Glittertind - "Landkjenning"Eigenartige Klänge bescheren uns GLITTERTIND aus Norwegen. Mit viel Pathos und weiten Melodielinien, welche durchaus schräger Natur sein können, wird uns eine Mixtur aus Folk-Rock und beinahe punkartigen Eskapaden geboten. Das tönt so manches Mal mehr als seltsam.

Nehmen wir “Nordafjells”: klare Gesänge zu akustischr Begleitung führen mitten hinein ins Wikingerland. Metallische Gitarren sägen dazwischen. Die folkloristischen Elemente bilden Zierrat; die klassischen Instrumente die Brücke in die Vergangenheit. Der Tempowechsel, der Übergang zum Tanz ist nett platziert. Die Hörner sind mir zu schrill, aber gut, vielleicht waren die Wikinger ja in Panik, als sie zum ersten Male Indianer sahen.

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Heathen Foray – “The Passage”

Harris, Stratton, Di’Anno und Co. waren nie Pagan

Heathen Foray - "The Passage"Die Österreicher HEATHEN FORAY setzen auf eine einfache Mischung aus heiser gefauchten Growls zu klackernden Gitarren und folkloristischen Schunkelrhythmen. Blaupause für jedes Lick des Albums sind die ersten IRON MAIDEN-LP’s. Originell ist das nun nicht gerade. HEATHEN FORAY seien so gut wie AMON AMARTH und ENSIFERUM, schrieb ein übereifriger Kollege. Davon kann keine Rede sein. Klar, das Gebrodel ist z.T. ganz nett gemacht, eine eigene Identität sucht man jedoch vergebens.

Viele vor allem teutonische Bands machen inzwischen solcherart Musik. Endlos flirren die hellen Leads um den garstigen Lagerfeuergesang; Heavy-Riffing wie bei AMON AMARTH oder dieses Spiel mit klirrenden Rüstungen und flatternden Bannern im Frühlingswinde, zelebriert von ENSIFERUM, finden sich bei HEATHEN FORAY nicht. Dazu reichen die songschreiberischen Fähigkeiten auch gar nicht.

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Windir – “Arntor”

Lobeshymne auf das Akkordeon

Windir - "Arntor"1998 veröffentlichte eine Band namens WINDIR ihr Zweitwerk namens “Arntor”. Es gab danach noch zwei weitere Alben, “1188″ und “Likferd”. Der 25-jährige Bandleader Valfar starb im Januar 2004, als er während einer Wanderung von Unwetter und Schnee überrascht wurde und den Weg nach Hause nicht mehr fand. Alle Alben von WINDIR sind herausragend; ich habe mich in diesem Falle für “Arntor” als Klassiker entschieden, da es meine erste CD von WINDIR war, die nachhaltig Eindruck hinterlassen hat. Denn schon die ersten fanfarenhaften Takte von “Burjing” mit dieser einzigartigen Mischung aus Akkordeon und Keys lassen den Hörer bereits erahnen, es hier mit einem wahren Meisterwerk der Zunft zu tun zu haben.

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Finsterforst – “…zum Tode hin”

Mindestens 40 Minuten zu lang

Finsterforst - "Zum Tode hin"Eine neue FINSTERFORST? Mit dem Titel “Zum Tode Hin”? Und das, ohne je gelebt zu haben? Recht früh, diese Entscheidung… Das Problem bei FINSTERFORST war schon immer, dass der selbstgewählte Anspruch, mühelos Viertelstunden-Songs quasi lässig aus dem rostigen Kettenhemd zu schütteln und selbige wie selbstverständlich mit interessanten, variablen Themen zu versehen, welche Spannung und Atmosphäre über entsprechend lange Zeit zu tragen im Stande sind, mit vorhandenem technischem Können, songschreiberischer Finesse und Ausdrucksmöglichkeiten der Kombo keinesfalls vereinbar ist. Denn: die Songs dieser deutschen Barden aus dem Viking-Black-Pagan-Schunkel-Genre sind stets viel zu langatmig geraten, die Nähe zu den übermächtigen MOONSORROW zwar gewollt, aber keinesfalls gekonnt, Schnittpunkte mit den Disney-Paganern von EQUILIBRIUM nie von der gegerbten dreifingrigen Hand zu weisen.

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Suidakra – “Crógacht”

Return to Taliesin

Suidakra - "Crógacht"SUIDAKRAs letzte Veröffentlichungen waren ziemlich unzugängliche Brocken. Komplexität und Experimente nahmen den Tracks bisweilen etwas den Schwung. Zudem wandten sich SUIDAKRA stark dem Death Metal zu. Nun sind sie mit “Crógacht” wieder in schwarzmetallische Gestade zurückgekehrt. Die Tour mit ENSIFERUM hat sicherlich dazu beigetragen, dass SUIDAKRA nun wieder mehr Folkanteile in ihren Sound integrieren.

Der Dudelsack erschallt schon im düsteren Intro “Slán”. In “Conlaoch” finden wir dieses Instrument wieder, fauchender Gesang und wilde, folkige Gitarren stürmen durch den epischen Song. Technisch über alle Zweifel erhaben, solieren die Instrumentalisten klar, wohldosiert und lassen es krachen, wenn der Sheriff von Nottingham seine Schergen ausschickt, unfreundlich Steuern einzutreiben, die arglose Damenwelt zunächst in Schrecken und dann in seine Schlafgemächer zu versetzen oder ohne zu fragen seiner Sammlung unsere Lieblingsschilde zuzuführen, was natürlich noch schlimmer ist.

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Enslaved – “Ruun”

10. Januar 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Der zündende Funke will nicht richtig überspringen

Eigentlich waren ENSLAVED immer ein Garant für ein aufregendes Hörerlebnis, oder zumindest dafür bekannt, sich nicht von Grenzen einengen zu lassen. “Ruun” fädelt sich im Grunde genau dort ein, hat aber dennoch einen nicht ganz so wohligen Nachgeschmack wie es bisher bei den vorherigen Alben der Fall war.

“Ruun” ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, ganz und gar nicht. ENSLAVED spielen erneut eine Melange aus progressivem Black Metal und Rock-Elementen, die durchaus aus den 70ern stammen könnten; dazu der zumeist (immer noch sehr) Black Metal-lastige Kreischgesang und fertig ist das Gebräu. Genau hier liegt jedoch auch der Hund begraben, denn ehrlich gesagt hätte ich von dieser faszinierenden Kapelle ein wenig mehr Innovation, bzw. einen größeren Schritt nach vorne erwartet.

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